Amazon opfert Nova-Team für schnellere KI-Erfolge bei Stellenabbau von 30.000 Jobs

Amazon opfert Nova-Team für schnellere KI-Erfolge bei Stellenabbau von 30.000 Jobs

Amazon hat am Mittwoch erneut Stellen in seiner Sparte für sogenannte Artificial General Intelligence (AGI) gestrichen, das Team hinter den Nova-KI-Modellen verkleinert und damit eine konzernweite Umbauwelle ausgeweitet, der inzwischen rund 30.000 Jobs zum Opfer gefallen sind.

Wichtigste Punkte

  • Amazon reduziert Personal in der AGI-Gruppe, die die Nova-Modelle entwickelt, ohne die genaue Zahl der gestrichenen Stellen zu nennen.
  • Der Konzern will sich stärker auf jene KI-Projekte konzentrieren, die Kunden den größten Mehrwert bringen.
  • Die Kürzungen sind Teil einer konzernweiten Restrukturierung mit bislang rund 30.000 abgebauten Stellen seit Ende 2025.

Amazon bestätigt Kürzungen im Nova-Team

Das Unternehmen hat die Einschnitte bestätigt, verweigerte aber konkrete Angaben dazu, wie viele Beschäftigte betroffen sind.

Die betroffene Einheit entwickelt generalistische, autonome KI-Agenten, die komplexe, mehrstufige Aufgaben ohne menschliches Eingreifen erledigen sollen, und hat unter anderem das Nova-Act-Werkzeug für Unternehmenskunden gebaut. Die Ingenieurinnen und Ingenieure prägten zudem die Nova-Grundlagenmodelle – jene Modellfamilie, mit der Amazon in seinem Cloudgeschäft gegen Systeme von OpenAI, Google und einer Reihe finanzstarker Start-ups antritt.

Beschäftigte in den USA, die gehen müssen, erhalten 90 Tage lang Gehalt und Sozialleistungen, eine Übergangsversorgung im Gesundheitsbereich sowie Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung und bleiben für Abfindungen anspruchsberechtigt. Die Amazon-Aktie gab am Tag der Ankündigung um rund 1,5 % nach – der zweite Verlusttag in Folge. Zuvor hatte der Konzern bereits im Januar etwa 16.000 Stellen und im Oktober rund 14.000 weitere abgebaut.

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Jassy ordnet den KI-Schwenk ein

Ein Unternehmenssprecher betonte, große KI-Modelle zählten weiterhin zu den wichtigsten Vorhaben des Konzerns. Amazon wolle bei den KI-Projekten schneller vorankommen, die für Kunden den größten Unterschied machen, hieß es. Das bedeute aber auch, bestimmte AGI-Rollen in der Organisation zu streichen. Die Ausgaben für grundlegende KI-Technologien steigen dennoch weiter; die Gesamtinvestitionen in diesem Bereich legen in diesem Jahr erneut zu.

Konzernchef Andy Jassy hatte die Belegschaft bereits darauf eingeschworen, dass KI die Arbeitswelt langfristig tiefgreifend verändern werde. In Davos erklärte er im Januar, Amazon könne perspektivisch mit weniger Personal auskommen.

Die Konkurrenz in der Technologiebranche agiert ähnlich: Viele große Konzerne bauen Stellen ab, während sie gleichzeitig Milliarden in Rechenzentren, Spezialchips und KI-Infrastruktur stecken – ein Spannungsfeld, das die Personalpolitik des Sektors bis 2026 geprägt hat.

AGI-Einheit verliert an Bedeutung

Die AGI-Sparte von Amazon blickt auf eine kurze, bewegte Geschichte zurück. Der Konzern hatte sie im Juli 2023 unter der Leitung von Rohit Prasad, einem früheren Alexa-Chefwissenschaftler, aufgebaut und im Dezember vergangenen Jahres in eine größere Organisationseinheit unter Peter DeSantis integriert. Dort wurde das Modellteam neben Bereichen wie Spezialchips (Custom Silicon) und Quantencomputing angesiedelt.

Prasad verließ das Unternehmen zum Jahresende. Im Anschluss berief Amazon den Berkeley-Robotikforscher Pieter Abbeel, der über die Übernahme des Start-ups Covariant 2024 an Bord kam, zum Leiter der Arbeit an den fortgeschrittensten Modellen. DeSantis, seit 27 Jahren im Unternehmen, führt nun die zusammengelegte Einheit.

Amazons AGI-Projekt galt lange als einer der kühnsten Wetten des Konzerns auf die Spitze der KI-Entwicklung – ein kostspieliges Moonshot-Vorhaben, mit dem man den führenden Forschungslabs der Branche Paroli bieten wollte. Inzwischen verlagert Amazon den Schwerpunkt stärker auf Cloud-Infrastruktur und praxisnahe KI-Werkzeuge. Insgesamt summieren sich die Entlassungen im Konzern seit Ende 2025 auf rund 30.000 Stellen, wie berichtet; die nun angekündigten Einschnitte treiben diese Zahl weiter nach oben.

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