Anthropic will Investoren von einem adressierbaren KI-Gesamtmarkt von über 30 Billionen US‑Dollar überzeugen – und bereitet dafür einen möglichen Rekord‑Börsengang vor, der mehr als 100 Milliarden Dollar einspielen könnte.
Zentrale Punkte:
- Anthropic will Investoren einen Total Addressable Market (TAM) von über 30 Billionen Dollar präsentieren, um den Case für einen Rekord‑IPO zu untermauern.
- Banken diskutieren eine Platzierung über 100 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von rund 2 Billionen Dollar – mehr als jede bisherige Börseneinführung.
- Rasantes Umsatzwachstum stützt die Story, doch hohe Rechenkosten, politischer Widerstand und teure Finanzierung bleiben zentrale Risiken.
Anthropic-IPO
The Wall Street Journal berichtete am 25. August, dass die 30‑Billionen‑Dollar‑Schätzung von Anthropic jenes jährliche Umsatzpotenzial abbilden soll, das das Unternehmen theoretisch erreichen könnte, wenn seine KI‑Modelle sämtliche einschlägigen Tätigkeiten übernehmen würden, die sie eines Tages leisten könnten.
Die Zahl würde die von SpaceX vor dessen IPO skizzierte Marktchance von 28,5 Billionen Dollar noch übertreffen.
Anthropic könnte seinen Börsenprospekt noch vor Ende August veröffentlichen, während Banken über eine Kapitalaufnahme von mehr als 100 Milliarden Dollar bei einer Bewertung nahe 2 Billionen Dollar sprechen.
SpaceX hatte im Juni 85,7 Milliarden Dollar eingeworben, nachdem der 25,6‑Milliarden‑Börsengang von Saudi Aramco aus dem Jahr 2019 lange als Maßstab für Mega‑IPOs gegolten hatte. Sollte Anthropic mit den diskutierten Konditionen an den Markt gehen, würde das Unternehmen beide Emissionen deutlich hinter sich lassen.
Vorläufige Zahlen für das zweite Quartal weisen Erlöse von mehr als 11,5 Milliarden Dollar aus, das bereinigte operative Ergebnis drehte in den positiven Bereich. Die Angaben sind jedoch noch nicht testiert, und die enormen Ausgaben für Rechenkapazität könnten künftige Quartale wieder tief in die Verlustzone drücken.
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Damodaran übt Kritik an Bewertungsfantasien
Die Dimensionen stoßen auf Skepsis. Die 191 Technologiewerte im S&P 1500 setzten im vergangenen Jahr zusammen rund 2,4 Billionen Dollar um. Aswath Damodaran, Finanzprofessor an der New York University, hatte bereits die SpaceX‑Schätzung eines 26‑Billionen‑Dollar‑KI‑Markts als „Fantasyland für KI“ bezeichnet.
Wagniskapitalgeber Chamath Palihapitiya verweist zudem auf wachsende Anti‑KI‑Stimmung, Widerstand gegen Rechenzentren und hohe Renditen von US‑Staatsanleihen als Bremsklötze für den weiteren KI‑Ausbau. Bundesstaaten wie Texas, Pennsylvania und New York haben Auflagen und Kontrolle für Rechenzentren verschärft. Anthropic ist bei Rechenleistung stark von Amazon und Google abhängig und will laut Berichten eine negative Stimmung gegenüber KI explizit als Risikofaktor im Prospekt ausweisen.
Die annualisierte Umsatzrun‑Rate von Anthropic stieg von rund 9 Milliarden Dollar Ende 2025 auf mehr als 65 Milliarden Dollar bis Ende Juli, befeuert durch eine Finanzierungsrunde im Mai, die das Unternehmen mit 965 Milliarden Dollar bewertete. Selbst die Prognose für 2028 von 190 bis 200 Milliarden Dollar Umsatz läge damit jedoch noch immer deutlich unter 1 % des anvisierten 30‑Billionen‑Markts.
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