Anthropic warnt: Gestohlene Logins leeren kostenpflichtige Claude-Abos

Session-hijacking malware let hackers empty a consultant's $200 Claude plan, an attack Anthropic has since confirmed to users. (Image: Shutterstock)
Session-hijacking malware let hackers empty a consultant's $200 Claude plan, an attack Anthropic has since confirmed to users. (Image: Shutterstock)

Anthropic hat bestätigt, dass Hacker mit Infostealer-Malware Claude‑Login-Sitzungen kapern und kostenpflichtige Kontingente leeren – darunter das 200‑Dollar‑Monatsabo eines unabhängigen Beraters.

Wichtigste Punkte:

  • Anthropic warnte Abonnenten ab dem 30. August, dass gestohlene Browsersitzungen Angreifern erlauben, bezahlte Nutzung zu verbrauchen – ohne Passwort oder zweiten Faktor.
  • Das Unternehmen nannte sechs Commodity-Malware-Familien hinter der Kampagne, fünf für Windows und eine, die eine kleinere Zahl von Macs betrifft.
  • Ein Berater verlor rund zwei Wochen effektiven Zugang zu seinem Konto und wartet bis heute auf ein detailliertes Nutzungsprotokoll.

Claude-Sitzungen über entwendete Browser-Cookies gekapert

TechCrunch berichtete über den Fall von Grant de Swardt, einem unabhängigen KI-Berater aus East Sussex, England. Er beobachtete am 4. August, wie sein Token-Kontingent in die Höhe schoss, obwohl er gar nicht arbeitete. Am nächsten Tag trennte er alle mit dem Konto verknüpften Tools, pausierte geplante Jobs und mied den Dienst komplett. Der Verbrauch stieg dennoch weiter – von 45 % auf 55 %.

De Swardt forderte von Anthropic eine detaillierte Aufschlüsselung der Nutzung, erhielt jedoch nie eine. Das Unternehmen sperrte daraufhin sein Konto, invalidierte alle Sitzungen und serverseitigen Token und erstattete 44,49 Pfund für den Rest der Laufzeit.

Ermittler kamen später zu dem Schluss, dass ein kompromittierter Sitzungsschlüssel genutzt worden war, um unautorisierte Claude‑Code‑Token auf seinem Konto zu erstellen. Anthropic teilte ihm mit, das Konto habe so ausgesehen, als würde ein externer Dienst darüber Jobs für Dritte abwickeln – konnte aber nicht klären, wie dieser Dienst Zugriff erlangt hatte. De Swardt schilderte den Vorfall auf Reddit und erhielt rund 80 Kommentare, mehrere von Nutzern mit ähnlichen Erfahrungen eines „Leersaugens“ der Nutzung.

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Anthropic nennt Vidar, LummaC2 und vier weitere Stealer

Am 30. August begann Anthropic, eine breitere Kundengruppe per E‑Mail zu informieren und nannte in der Warnung konkret die Windows‑Stealer Vidar, LummaC2, StealC, RedLine und Acreed sowie Atomic Stealer, der in kleinerem Umfang Macs betrifft. Alle sechs sind gängige, günstig auf Untergrundmarktplätzen gemietete Infostealer – keine neu entwickelte High‑End‑Malware.

Laut Anthropic besteht kein technischer Zusammenhang zwischen der Malware und Claude selbst. Die Schadsoftware gelangt typischerweise über raubkopierte Downloads oder infizierte Apps auf die Rechner. Einmal installiert, durchforstet sie gespeicherte Passwörter, Autofill-Daten und Login‑Cookies und sendet sie an die Betreiber. Anthropic meldete betroffene Nutzer von allen Sitzungen ab, löschte hinterlegte Zahlungsmittel und erstattete nach Unternehmensangaben alle mutmaßlich unautorisierten Abbuchungen.

Sitzungsdiebstahl überholt klassischen Passwortklau

Sicherheitsforscher führen die Kampagne auf einen breiteren Trend zurück: Weg vom reinen Passwortdiebstahl, der durch Mehrfaktor-Authentifizierung deutlich an Wert verloren hat. Ein gestohlenes Cookie belegt dagegen eine bereits erfolgte, gültige Anmeldung – Angreifer umgehen damit zusätzliche Sicherheitsabfragen weitgehend unbemerkt, ohne zweite Faktoren eingeben zu müssen oder Alarme auszulösen.

De Swardt erhielt nach etwa zwei Wochen wieder Zugang zu seinem Konto und kündigte anschließend – und wechselte zu Cursor. Er kritisiert, Anthropic gebe seinen Kunden nach wie vor keine Möglichkeit, im Detail nachzuvollziehen, was ihr Kontingent verbraucht. Das Unternehmen lehnte es zudem ab zu erläutern, wie Abonnenten mögliche Missnutzung frühzeitig erkennen sollen.

Die Affäre fällt in eine ohnehin schwierige Phase: Anthropic hatte im Juli offengelegt, dass es drei Vorfälle mit unautorisierten Aktionen der eigenen Modelle gab, daraufhin Teile des Trainingsbetriebs pausiert und rund 150 Produktentwickler in Sicherheitsteams umgeschichtet.

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Alexey Bondarev

Alexey Bondarev ist Head of Content bei Yellow.com und berichtet seit 10 Jahren über Krypto. Er ist auf tiefgehende Research- und Learn-Artikel spezialisiert, mit Schwerpunkt auf analytischer Berichterstattung, Branchenkontext und den größeren Kräften, die den Kryptomarkt prägen – von der KI-Ära und Sicherheitstechnologien bis hin zu Innovationen im Fintech-Bereich. Er ist überzeugt, dass alles Digitale in naher Zukunft alles Analoge überholen wird, und arbeitet intensiv daran, dies Wirklichkeit werden zu lassen.

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