Apple hat den Messenger Telegram am Montag vorübergehend aus dem App Store genommen, nachdem in der App kinderpornografisches Material entdeckt worden war – wenige Stunden später war sie wieder verfügbar, während der Gram-Token zwischenzeitlich rund 8 % verlor.
Wichtigste Fakten:
- Apple entfernte die iOS-Version von Telegram am späten Montag aus dem App Store und blockierte damit neue Downloads, bestehende Installationen liefen jedoch weiter.
- Der Konzern begründete den Schritt mit einem Verstoß gegen seine Richtlinien zu Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder.
- Telegram löschte die Inhalte, sperrte den verantwortlichen Account, und die App kehrte innerhalb weniger Stunden in den Store zurück.
Apple erläutert Entfernung von Telegram aus dem App Store
Das Unternehmen teilte mit, sein App-Review-Team habe Material gefunden, das gegen die strengen Vorgaben zum Verbot kinderpornografischer Inhalte verstoße, ohne offenzulegen, wo in der App diese Inhalte aufgetaucht waren. Telegram entfernte die betreffenden Beiträge und sperrte den Account, der sie veröffentlicht hatte; kurz darauf tauchte der Eintrag wieder in den Suchergebnissen des App Store auf. Diese Bestätigung kam ungefähr 20 Minuten, nachdem Downloads auf iPhones und iPads bereits wieder funktionierten.
Nutzer hatten zuvor bemerkt, dass Telegram gegen 21:30 Uhr Eastern Time aus den Suchergebnissen von iOS und iPadOS verschwunden war; Direktlinks auf den Eintrag führten zu einer Seite, wonach die App nicht gefunden werden könne. Meldungen über die Störung machten stundenlang die Runde, während weder Apple noch Telegram die Lücke erklärten oder den genauen Umfang bestätigten.
Installierte Versionen funktionierten während der gesamten Zeit regulär. Bestandskunden konnten weiter Nachrichten senden, Kanäle bespielen und Gruppen betreiben – ohne technische Einschränkungen.
Der Eintrag im Mac App Store blieb unverändert erreichbar, und auch die Android-Version ließ sich weiterhin über Google Play laden. Betroffen waren ausschließlich neue Installationen und Neu-Downloads auf Apple-Geräten.
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Gram-Token unter Druck während Telegram-Ausfall
Der Gram-Token gab während der Abschaltung im App Store zeitweise rund 8 % nach – die deutlichste Marktreaktion auf eine Störung, die nur wenige Stunden andauerte. Telegram durchbrach sein Schweigen mit einem Post auf X und erklärte, Berichte über das eigene „Ableben“ seien stark übertrieben; zu den konkreten Missbrauchsfunden äußerte sich das Unternehmen nicht.
Später bestätigte Telegram die vollständige Wiederherstellung und kündigte an, die App solle in Kürze wieder allen Nutzern zur Verfügung stehen; eine Fehleranalyse blieb es schuldig. Einige User konnten den Eintrag dennoch auch nach dieser Mitteilung noch immer nicht auffinden – ein Hinweis auf eine gestaffelte Wiederfreischaltung. Die App-Store-Regeln verlangen von Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten, problematische Beiträge zu filtern, Kontaktmöglichkeiten zum Support zu veröffentlichen und Melde- sowie Blockierfunktionen für missbräuchliche Accounts bereitzustellen.
Telegrams Déjà-vu: Der App-Store-Konflikt von 2018
Schon im Februar 2018 hatte Apple Telegram sowie die experimentelle App Telegram X aus dem Store entfernt – Gründer Pavel Durov sprach damals lediglich von „unangemessenen Inhalten“.
Eine später bekannt gewordene E-Mail von Apple-Manager Phil Schiller zeigte, dass auch damals kinderpornografische Darstellungen der Auslöser waren. Beide Apps kehrten zurück, nachdem Telegram zusätzliche Moderations- und Schutzmechanismen eingeführt hatte.
In der Folge sah sich der Messenger mehrfach mit Sperren konfrontiert, darunter ein zeitweiliges Verbot in Brasilien im Jahr 2023 und eine Entfernung aus dem chinesischen App Store im April 2024. Letztere erfasste auf Anordnung der dortigen Internetaufsicht auch WhatsApp, Signal und Threads.
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