Fünf langzeitruhende Bitcoin (BTC)-Wallets wurden in dieser Woche wieder aktiviert – nur um anschließend insgesamt 107 BTC im Wert von rund 8,3 Millionen US-Dollar an eine Adresse zu senden, von der die Coins niemals zurückkehren können.
Dieser unerklärte Schritt hat in der Kryptoszene konkurrierende Theorien ausgelöst – von Prämien für Quantencomputer bis hin zu bewusst gewählten Sicherheitsmaßnahmen.
Schlüsselpunkte:
- Fünf Wallets, die 2014 erstellt wurden, bewegten 107 BTC in nahezu zeitgleichen Transaktionen an eine bekannte Burn-Adresse.
- Die Coins sind nun dauerhaft nicht mehr ausgebbar; die empfangende Adresse hält inzwischen mehr als 807 BTC.
- Blockstreams Adam Back bezeichnete das Ereignis als „zufällige Quantenprämie“ und belebte damit die Debatte über langfristige kryptografische Risiken von Bitcoin neu.
Koordinierter Bitcoin-Burn überrascht On-Chain-Analysten
Die Transfers wurden am Dienstag vom Blockchain-Analysten Sani entdeckt, der TimechainIndex.com betreibt und die ungewöhnliche Häufung der Aktivitäten zuerst bemerkte. Mehrere Medien, darunter Decrypt und CryptoBriefing, bestätigten das Ereignis später.
Da alle fünf Wallets innerhalb desselben Blocks bewegten, kamen Beobachter schnell zu dem Schluss, dass die Aktivität eher von einer einzelnen Person oder Gruppe koordiniert wurde als das Ergebnis verstreuter Zufälle zu sein.
Die Wallets aus dem Jahr 2014 zahlten nur etwa 5,56 US-Dollar an Gebühren, um die BTC zu zerstören.
Beim Bitcoin-Hoch im Oktober von über 126.000 US-Dollar wären dieselben Coins fast 13,4 Millionen US-Dollar wert gewesen. Eine Burn-Adresse ist eine öffentlich einsehbare Wallet ohne bekannten privaten Schlüssel, sodass alles, was dorthin gesendet wird, nicht wiederhergestellt werden kann. Die Gelder gingen ein auf der bekanntesten Burn-Adresse, 1111111111111111111114oLvT2, die mittlerweile über 807 BTC hält, im Wert von rund 61 Millionen US-Dollar.
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Adam Back bringt Theorie einer Quanten-Prämie ins Spiel
Blockstream-Chef Adam Back beschrieb den Vorfall als „zufällige Quantenprämie“ – ein Hinweis auf das theoretische Risiko, dass eines Tages leistungsfähige Quantenrechner private Schlüssel aus offengelegten öffentlichen Schlüsseln ableiten könnten.
Die Burn-Adresse ist für dieses Argument besonders relevant, weil ihr öffentlicher Schlüssel direkt aus ihrer Struktur berechnet werden kann.
Andere Nutzer auf X boten konkurrierende Erklärungen an. Ein Entwickler vermutete, der Absender habe die Coins absichtlich verbrannt, um einem Dieb bei einem sogenannten „Wrench Attack“ – einer physischen Erpressungsmethode, die Spitzenmanager zu hohen Ausgaben für Personenschutz veranlasst – nichts mehr zu überlassen. Mempool.space-Entwickler Mononaut verfolgte die Coins hingegen bis zu Mt.-Gox-Finanzierungen zurück und deutete die Aktion als Schritt eines wenig versierten Halters, der von Panik oder Trotz getrieben wurde.
Die Transfers enthielten zudem zeitbasierte Parameter, was die Möglichkeit nahelegt, dass sie durch einen „Dead-Man’s Switch“ ausgelöst wurden – einen automatischen Mechanismus, der aktiviert wird, wenn ein Nutzer sich nicht mehr regelmäßig meldet.
Bitcoin-Kurskontext vertieft das Rätsel
Als der Burn bekannt wurde, handelte Bitcoin bei rund 77.000 US-Dollar, deutlich unter seinem Rekordhoch im Oktober und unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von etwa 80.000 US-Dollar. Der Vermögenswert tat sich in den vergangenen Wochen schwer mit einer nachhaltigen Erholung, bewegte sich in einer engen Spanne und verlor weiter Abstand zum Hoch, das einst jeden Coin deutlich wertvoller machte. Vor diesem Hintergrund wirkt die Entscheidung, 8,3 Millionen US-Dollar zu zerstören, umso schwerer nachvollziehbar, da ein Verkauf in den weiterhin liquiden Markt einen soliden Preis eingebracht hätte.
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