Binance‑Gründer Changpeng Zhao hält es für realistisch, dass Bitcoin (BTC) im kommenden Bullenmarkt Gold beim Gesamtwert überholt. Aktuell beziffert er den Rückstand der Kryptowährung gegenüber dem Edelmetall auf etwa den Faktor zehn.
Zentrale Punkte:
- Zhao führt Golds Vorsprung vor allem auf gewachsene Verwahr‑, Bewertungs‑ und Berichtssysteme zurück – nicht auf das Metall selbst.
- Allein die Angleichung an den investierbaren Gold‑Bestand würde einen Bitcoin‑Preis von rund 697.000 US‑Dollar erfordern.
- Volle Parität mit dem gesamten Goldbestand über Tage entspräche einem Kurs von etwa 1,54 Mio. US‑Dollar je Bitcoin.
Zhao: Bitcoin langfristig wichtiger als staatliche Goldreserven
Seine Thesen legte Zhao auf der Bitcoin Asia 2026 in Hongkong am 27. August dar, in einer Session mit dem Titel „The Bitcoin Century“. Ein Mitschnitt des Gesprächs machte am Wochenende erneut die Runde.
Ein Interviewer fragte ihn, ob Bitcoin eines Tages auf staatlichen Bilanzen wichtiger werden könne als Gold. Er antwortete ohne Zögern: Ja.
Das Problem sei nicht der Vermögenswert an sich, argumentierte Zhao, sondern das Ökosystem drumherum: Bewertungsmodelle, Verwahrstrukturen und die buchhalterische Behandlung, die Staaten über Jahrzehnte rund um Gold aufgebaut hätten. Viele Länder hielten zudem bis heute keinerlei digitale Assets – und sollten damit beginnen.
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Kursziele für Bitcoin bei Gold‑Parität
Die Marktkapitalisierung von Bitcoin liegt derzeit bei rund 1,6 Billionen US‑Dollar, der Kurs notierte am Wochenende um 79.500 US‑Dollar, bei einer Umlaufmenge von etwas mehr als 20 Mio. Coins. Ein Abstand um den Faktor zehn impliziert damit einen Goldwert von knapp 16 Billionen US‑Dollar – damit ist jedoch nur der investierbare Bestand gemeint, nicht jede jemals geförderte Unze.
Der gesamte Goldvorrat über Tage summiert sich auf rund 220.000 Tonnen. Das Branchenforschungsinstitut des Sektors beziffert dessen Wert auf etwa 31 Billionen US‑Dollar, wovon über 15 Billionen US‑Dollar in Form von Barren, Münzen, Fonds, Zentralbankreserven und OTC‑Beständen gehalten werden. Eine vollständige Angleichung an die 31 Billionen würde Bitcoin auf ungefähr 1,54 Mio. US‑Dollar pro Coin heben; eine Berechnung, die nur den investierbaren Goldpool berücksichtigt, kommt auf rund 697.000 US‑Dollar.
Warum staatliche Bitcoin‑Käufe entscheidend wären
Zhaos Aussagen fallen in eine Phase, in der US‑Abgeordnete über die Einrichtung einer „Strategic Bitcoin Reserve“ beraten – eine strategische Bitcoin‑Reserve, die die Kryptowährung neben traditionellen Vermögenswerten auf die Bundesbilanz stellen würde. Zentralbanken weltweit kaufen derweil weiterhin physisches Gold in Rekordtempo.
Als Hauptrisiko für sein Szenario nannte Zhao die Möglichkeit, dass eine andere digitale Asset‑Klasse vor Bitcoin das Vertrauen von Staaten gewinnt. Dies halte er gegenwärtig jedoch für wenig wahrscheinlich.
Der mexikanische Milliardär Ricardo Salinas Pliego, der nach eigenen Angaben einen Großteil seines frei verfügbaren Vermögens in Bitcoin hält, hat kürzlich eine ähnliche Paritätsmarke von 1,86 Mio. US‑Dollar je Coin veröffentlicht.
Im Oktober 2025 hatte er das Ziel noch bei 1,516 Mio. US‑Dollar angesetzt, als Gold erstmals eine Bewertung von 30 Billionen US‑Dollar überschritt. Die Lücke zwischen beiden Schätzungen verdeutlicht, wie stark Gold seither zugelegt hat.
Bitcoin hat sich in diesem Zeitraum dagegen schwächer entwickelt: Die Kryptowährung markierte ihr jüngstes Allzeithoch im Oktober 2025 bei knapp 126.000 US‑Dollar und notiert derzeit unter 80.000 US‑Dollar – ein Rückgang von rund 37 %, der den Sommer über weitgehend Bestand hatte. Obwohl der Goldbestand über Tage nur um 1 bis 2 % pro Jahr wächst, stieg der Preis so deutlich, dass sämtliche Paritätsszenarien nach oben angepasst werden mussten.
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