Bitcoin (BTC) hat am Montag erstmals seit Januar wieder die Marke von 85.000 Dollar übersprungen. Auslöser war vor allem eine Welle erzwungener Short-Liquidierungen im Volumen von rund 648 Millionen Dollar, die die Erholung des Kurses beschleunigte.
Die wichtigsten Punkte:
- Bitcoin kletterte am Montag auf über 85.000 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit acht Monaten.
- Rund 648 Millionen Dollar der täglichen Liquidationen entfielen auf Short-Positionen.
- Während der Derivatehandel an Fahrt gewann, blieb die On-Chain-Aktivität weitgehend verhalten.
Short Squeeze bei Bitcoin
Bitcoin sprang am Montag kurzzeitig über 85.000 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit acht Monaten. Gegenüber dem Niveau, das die Kryptowährung noch vor einer Woche verteidigen musste, ist das eine deutliche Trendwende. Am späten Vormittag europäischer Zeit notierte sie bei 84.984 Dollar, ein Plus von 5,4 Prozent binnen 24 Stunden und klar über dem Hoch vom 4. September bei 82.284 Dollar. Damit durchbrach Bitcoin eine Handelsspanne, die jede Erholungsbewegung seit dem Frühjahr gedeckelt hatte, und lag zudem wieder über dem durchschnittlichen Einstiegspreis der US-Spot-ETFs von rund 82.225 Dollar.
Den größten Schaden trugen Leerverkäufer davon. Über das vergangene 24-Stunden-Fenster wurden gehebelte Krypto-Positionen im Umfang von etwa 750 Millionen Dollar liquidiert, davon entfielen rund 648 Millionen Dollar auf Shorts, wie CoinGlass-Daten zeigen.
Allein auf Bitcoin entfielen davon 360,7 Millionen Dollar. Die größte einzelne Position war eine Perpetual-Futures-Wette über 11,3 Millionen Dollar auf Binance. Insgesamt wurden im selben Zeitraum rund 137.000 Trader aus dem Markt gedrängt. Das Open Interest stieg dennoch um 7,59 Prozent auf 156 Milliarden Dollar, das Handelsvolumen legte um 39 Prozent auf 224 Milliarden Dollar zu. Das spricht dafür, dass neue Positionen die zwangsweise glattgestellten Engagements rasch ersetzten.
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Glassnodes Beschleunigungszone
Das On-Chain-Analysehaus Glassnode hatte die Spanne zwischen 83.000 und 86.000 Dollar als wahrscheinliche Beschleunigungszone eingestuft. Dort hatte sich ein dichter Cluster an Short-Positionen aufgebaut, der bei steigenden Kursen aktiviert werden konnte. Umgekehrt kann derselbe Bereich einen Rücksetzer verstärken, falls der Kurs wieder fällt.
Ein ruhigeres Bild liefert die Netzwerknutzung. Daten von Santiment zeigen, dass neue und aktive Bitcoin-Adressen zwischen dem 24. Juli und dem 20. September nahe ihren Medianwerten verharrten, obwohl der Kurs weiter anzog. An zehn Handelstagen der vergangenen zwei Monate wurden mehr neue Wallets angelegt als am Ausbruchstag vom 18. September, an dem das Open Interest um etwa 9 Prozent zunahm.
Zeitachse der Erholung
Alex Thorn, Leiter der Research-Abteilung von Galaxy, wertet den ersten Wochenschlusskurs von Bitcoin oberhalb des 50-Wochen-Durchschnitts seit 45 Wochen als Signal, dass das zyklische Tief des Bärenmarkts hinter dem Asset liegen dürfte. Der Schlusskurs lag bei 81.159 Dollar und damit rund 3 Prozent über dem Durchschnitt von etwa 78.786 Dollar.
Die Erholung verlief rasant. Am 15. September notierte Bitcoin noch nahe 75.000 Dollar, am Freitag zurück über 80.000 Dollar. Auf Sicht von 35 Tagen ergibt sich damit ein Plus von rund 29 Prozent; seit Jahresbeginn liegt die Kryptowährung nur noch knapp 3 Prozent im Minus. Vom Rekordhoch bei rund 126.000 Dollar aus dem Oktober 2025 ist Bitcoin aber immer noch etwa 32,5 Prozent entfernt und konnte dieses Niveau seither nicht ernsthaft angreifen.
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