Mexikanische Drogenkartelle haben sich laut einer Bloomberg-Businessweek-Recherche von traditionellen Bargeld-Mittelsmännern abgewandt und hin zu einem dezentralen Netzwerk freiberuflicher Kryptowährungs-Fazilitatoren bewegt.
Der Wandel reduziert die Kosten der Kartelle und zersplittert die Spur aus Belegen auf eine Weise, die die vorhandenen Werkzeuge der Strafverfolgung überholt hat.
Wo Kartelle früher Vermittler mit bis zu 15 % dafür bezahlten, Drogenerlöse durch handelsbasierte Modelle zu waschen, bietet Peer-to-Peer-Krypto-Konvertierung heute geringere Gebühren, schnellere grenzüberschreitende Transfers und eine verstreute Betreiberbasis, die keinen einzelnen Engpass bietet, auf den sich Ermittler konzentrieren könnten.
Der Fall Scotese
Ein dokumentierter Fazilitator, David Scotese, agierte unter dem Handle „LetterGuy21969“ auf LocalMonero.co und bot Kryptowährungen gegen „Bargeld auf die Hand, keine Namen, keine Fragen“ an.
Die Behörden behaupten, er habe seit 2021 mehr als 4.000 Transaktionen durchgeführt, viele davon mit Kartellgeldern verknüpft, und habe Geschäfte auf dem Parkplatz des Victory Park in Murrieta, Kalifornien, abgewickelt, während Familien in der Nähe picknickten.
Der Fall Scotese verdeutlicht das breitere operative Modell: Freelancer, erreichbar über Telegram oder WeChat, die als Abruf-Auftragnehmer agieren, Straßenbargeld in Stablecoins oder Privacy-Coins wie Monero umwandeln und die Gelder dann innerhalb von Minuten über Grenzen hinweg verschieben.
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Die Infrastruktur
Chinesische kriminelle Netzwerke, die bereits in traditionelle „Black-Market-Peso“-Wechsel eingebunden sind, haben sich in dieses System integriert und zusätzliche Verschachtelung hinzugefügt.
Die DEA berichtete, dass Bargeldbeschlagnahmungen in den USA seit 2020 etwa halbiert wurden, während Krypto-Beschlagnahmungen in Höhe von insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar die Dollarbeschlagnahmen übertroffen haben – ein Hinweis auf eine dokumentierte Verschiebung in den Finanzoperationen der Kartelle.
Stablecoins wie USDT auf TRX sind zum bevorzugten Vehikel geworden, da sie Dollarbindung ohne Bankrisiko bieten. Cross-Chain-Bridges und Mixer sorgen für zusätzliche Verschleierung, sobald Gelder in digitaler Form vorliegen.
Warum die Strafverfolgung kämpft
Blockchain-Daten sind öffentlich, aber die Verbindung pseudonymer Wallets mit identifizierbaren Personen erfordert präzise Geheimdienstinformationen – oft von Informanten, die möglicherweise gleichzeitig für andere Netzwerke Geld waschen.
Das Vorladen von Banken bringt schnelle Ergebnisse; Tausende verstreuter, freiberuflicher Betreiber auf verschlüsselten Messenger-Diensten hingegen nicht.
Das Justizministerium hat die Strafverfolgung gegen kartellnahe Geldhändler intensiviert, doch das Gig-Economy-Modell ist strukturell schwer zu zerschlagen: Einzelne Betreiber sind austauschbar, geografisch verstreut und arbeiten ohne formale organisatorische Bindungen, die sich systematisch zerschlagen ließen.
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