Kriminelle haben im ersten Halbjahr 2026 in weltweit 52 verifizierten Fällen mit Gewalt oder Drohungen digitale Vermögenswerte erpresst – 33 dieser Überfälle ereigneten sich in Frankreich.
Zentrale Erkenntnisse:
- CertiK registrierte 52 „Wrench Attacks“ in den ersten sechs Monaten 2026 – ein Plus von 33,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
- Das dokumentierte finanzielle Risiko summierte sich auf rund 124,1 Mio. US‑Dollar, nach etwa 10,5 Mio. US‑Dollar im ersten Halbjahr 2025.
- Frankreich meldete 33 der 52 Vorfälle; Wohnungseinbrüche lösten Raubüberfälle als häufigste Tatmethode ab.
CertiK-Report dokumentiert sprunghaften Anstieg
Die Blockchain-Sicherheitsfirma CertiK hat am 23. Juli ihren Intel3D‑Bericht zu physischen „Wrench Attacks“ vorgelegt. Die Zahl der bestätigten Vorfälle kletterte auf 52 nach 39 im Vorjahr. Die erfasste finanzielle Exponierung lag bei rund 124,1 Mio. US‑Dollar, verglichen mit etwa 10,5 Mio. US‑Dollar im gleichen Zeitraum 2025.
Die durchschnittliche Exponierung pro Fall stieg von rund 270.000 auf 2,39 Mio. US‑Dollar. Das deutet auf deutlich größere, gezielt ausspionierte Opfer hin. Zeitlich konzentrierten sich die Angriffe: 35 Fälle entfielen auf das erste Quartal, nur 17 auf das zweite.
CertiK betont, dass die Zahlen eher Richtwerte als ein vollständiges Bild liefern – viele Lösegeldzahlungen, Vergleiche und Rückerstattungen werden nie öffentlich bekannt.
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Innenminister Nuñez meldet 77 Vorfälle in Frankreich
Europa stand hinter 39 der 52 verifizierten Angriffe, Frankreich allein registrierte 33 Fälle – das entspricht 63,5 % des weltweiten Totals.
Der französische Innenminister Laurent Nuñez nennt sogar eine höhere Zahl und verweist auf 77 Entführungs‑ und Erpressungsfälle mit Krypto‑Bezug im ersten Halbjahr 2026. CertiK legt jedoch strengere Kriterien an und berücksichtigt nur öffentlich bekannte Fälle, die über Gerichte, Polizei oder glaubwürdige Medien eindeutig verifizierbar sind.
Die Analysten führen die Häufung in Frankreich auf einen dichten, stark sichtbaren Krypto‑Sektor und mehrere große Datenlecks zurück. Besonders ins Gewicht fiel ein Vorfall bei der Agence Nationale des Titres Sécurisés: Über das betroffene Online‑Portal wurden Ausweisdaten von bis zu 19 Mio. Bürgern kompromittiert – ein Fundus, der Kriminellen praktisch fertige Ziellisten liefert.
Wohnungseinbrüche überholen klassische Krypto-Entführungen
Wohnungseinbrüche schnellten auf 20 Fälle hoch – nach nur einem öffentlich bekannten Vorfall im Vorjahr – und machten damit rund 41 % aller Angriffe im ersten Halbjahr aus.
Entführungen nahmen von 12 auf 16 Fälle zu, Folter blieb mit vier dokumentierten Taten auf dem Vorjahresniveau. In einem Vorfall nahe Paris im März zwangen Täter ein Paar in dessen Wohnung, rund 900.000 Euro in Bitcoin (BTC) zu übertragen, bevor sie flohen.
Der Eskalationstrend hält bereits seit über einem Jahr an: Für 2025 zählte CertiK insgesamt 72 verifizierte physische Angriffe – ein Anstieg um 75 % gegenüber 2024 – mit bestätigten Verlusten von 40,9 Mio. US‑Dollar. Allein 19 dieser Fälle ereigneten sich in Frankreich, in einem Jahr, das mit der Entführung des Ledger‑Mitgründers David Balland und seiner Frau begann.
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