Das ausgesetzte Fable‑5‑Modell von Anthropic könnte innerhalb weniger Wochen zurückkehren, darauf setzen Händler – selbst nachdem Gespräche mit US‑Behörden am Montag endeten, ohne den Zugang wiederherzustellen.
Zentrale Punkte:
- Gespräche zwischen Anthropic und US‑Behörden endeten am Montag ohne Einigung zur Aufhebung der Fable‑5‑Suspendierung.
- Prognosemärkte sehen die Chance, dass der Zugang für US‑Kunden bis zum 1. Juli zurückkehrt, bei rund 67 %.
- Offizielle Stellen haben signalisiert, dass das Modell zurückkehren kann, sobald das Unternehmen ein Jailbreak‑Problem behebt.
Fable‑5‑Gespräche enden ohne Einigung
Führende technische Mitarbeiter von Anthropic trafen sich am Montag mit Vertretern des Handelsministeriums in Washington – der bislang direkteste Versuch des Unternehmens, eine Anordnung vom 12. Juni rückgängig zu machen, die an einem Freitagabend zugestellt wurde und das Modell offline nahm. Die Anordnung untersagte jeder ausländischen Person die Nutzung von Fable 5, weshalb das Unternehmen das System weltweit abschaltete, statt Nutzer nach Staatsbürgerschaft zu filtern. Der Tag endete ohne Einigung.
Die nächsten Schritte sind unklar. Keine der beiden Seiten nannte einen neuen Zeitplan für eine Lösung.
Die Regierung ist weiterhin der Ansicht, dass Fable 5 gejailbreakt werden kann, um die Cybersicherheits‑Reichweite seines Schwestersystems Mythos 5 freizuschalten. Das Unternehmen bestreitet diese Einschätzung und argumentiert, die Schwachstelle sei eng begrenzt und bei Konkurrenzmodellen ebenso verbreitet. Es heißt, andere öffentliche KI‑Werkzeuge könnten dieselben Schwachstellen aufzeigen.
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Prognosemärkte setzen auf Rückkehr
Auf Polymarket preisen Händler eine 67%‑Chance ein, dass der Zugang für US‑Kunden bis zum 1. Juli zurückkehrt, während Kalshi eine Rückkehr bis zum 10. Juli auf etwa 74 % taxiert. Die Kontrakte deuten darauf hin, dass die meisten mit einer Lösung in Tagen oder Wochen rechnen, nicht in Stunden.
Zahlreiche Cybersicherheits‑Führungskräfte haben die Behörden aufgefordert, den Kurs zu ändern, und bezeichnen das Modell als nützlicher für Verteidiger als für Angreifer. Ihr Schreiben erhielt Unterschriften von Sicherheitschefs großer Technologie‑ und Infrastrukturunternehmen. Vertreter des Handelsministeriums haben ihrerseits angedeutet, dass sie das Modell für Verbraucher wieder zulassen würden, sobald die Schwachstelle behoben ist.
Die Wiederherstellung hängt weiterhin von zwei Wegen ab: Das Unternehmen könnte den Aufsehern nachweisen, dass der Exploit geschlossen ist, oder ein System entwickeln, das die Staatsangehörigkeit jedes Nutzers verifiziert. Jede dieser Maßnahmen würde den Zugang wieder öffnen.
Anthropics breiterer Konflikt mit Washington
Der Konflikt begann nicht in diesem Monat. Die Beziehungen brachen bereits Anfang des Jahres ein, nachdem das Unternehmen sich geweigert hatte, seine Modelle dem US‑Militär für Überwachung und autonome Waffen zur Verfügung zu stellen – woraufhin das Pentagon es als Risiko in der Lieferkette einstufte. Anthropic klagte gegen diese Einstufung und bezeichnete sie als rechtswidrige Vergeltungsmaßnahme; der Fall bewegt sich weiterhin durch die Gerichte.
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