GameStop hat sich am Montag mit Gläubigern auf den Tausch von rund 1,4 Milliarden Dollar wandelbarer Anleihen in Aktien geeinigt – die Aktie rutschte daraufhin in Richtung Jahrestief.
Die wichtigsten Punkte:
- GameStop gibt Inhabern wandelbarer Nullkupon-Anleihen im Volumen von rund 1,4 Milliarden Dollar neue Stammaktien der Klasse A aus – ohne jeden Barmittelzufluss.
- Der Tausch soll um den 23. September herum abgeschlossen sein; dann bleiben noch etwa 2,8 Milliarden Dollar wandelbare Schulden ausstehend.
- Die Aktie fiel in Richtung 52‑Wochentief, weil Anleger die Verwässerung höher gewichteten als die Entlastung der Bilanz.
Konditionen und Timing des GameStop-Schuldentauschs
Der Videospielehändler teilte mit, dass Anleihegläubiger rund 400 Millionen Dollar Nullkupon-Papiere mit Fälligkeit 2030 sowie 1,0 Milliarde Dollar Nullkupon-Anleihen mit Fälligkeit 2032 einreichen. GameStop verhandelte den Deal im kleinen Kreis mit einem Teil der bestehenden Investoren; für die neu ausgegebenen Class‑A‑Aktien fließt dem Unternehmen kein Bargeld zu. Die eingereichten Papiere werden mit Vollzug des Geschäfts um den 23. September herum ausgebucht.
Etwa 1,1 Milliarden Dollar der 2030er-Anleihen und 1,7 Milliarden Dollar der 2032er-Papiere bleiben vorerst im Markt. Nichts ist endgültig fixiert.
Wie viele neue Aktien tatsächlich geschaffen werden, hängt vom volumengewichteten Durchschnittskurs der GameStop-Aktie über einen Referenzzeitraum von 35 Handelstagen ab, der am Montag begonnen hat. In den Vereinbarungen ist ein Mindestkurs je Aktie verankert, unter den die Berechnungsgrundlage nicht fallen darf. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten lagen zum 2. Mai bei 4,17 Milliarden Dollar – der Tausch tilgt also nahezu ein Drittel der Schulden, ohne die Kasse anzutasten. Dennoch reagierten Investoren reserviert.
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Verwässerungsangst drückt GME-Aktie
Händler fokussierten sich weniger auf die entlastete Bilanz als auf die drohende Verwässerung. Bereits vorbörslich nahm der Verkaufsdruck zu, nach Handelsbeginn bröckelte der Rest der zuvor aufgebauten Puffer. Die Aktie gab vorbörslich um 5,91 % auf 20,44 Dollar nach und näherte sich damit dem 52‑Wochentief von 19,93 Dollar.
GameStop warnte zugleich, dass teilnehmende Gläubiger im Referenzzeitraum bis in den September hinein sowohl Aktien kaufen oder verkaufen als auch Derivatpositionen auf- und abbauen könnten, um ihr Exposure anzupassen. Diese Ströme könnten den Kurs in beide Richtungen bewegen und sich, so das Unternehmen, sowohl für Aktionäre als auch für Anleihegläubiger spürbar auswirken. In Retail-Foren zeigten sich Anleger gespalten.
Ryan Cohens eBay-Offerte und Bitcoin-Engagement
Der Schuldentausch fällt in eine Phase, in der CEO Ryan Cohen zugleich einen Übernahmeversuch bei eBay vorantreibt, den der dortige Aufsichtsrat bereits abgeschmettert hat. Beide Vorstöße fußen nun auf derselben Währung: GameStop-Aktien.
Cohen hatte am 3. Mai 125 Dollar je eBay-Aktie geboten; der Verwaltungsrat lehnte das Angebot von rund 56 Milliarden Dollar mit Verweis auf Finanzierung, Verschuldung, Governance und Umsetzungsrisiken ab. GameStop hält mittlerweile etwa 43,4 Millionen eBay-Aktien und -Optionen – knapp 10 % des Ziels – und verbuchte im ersten Quartal einen unrealiserten Bewertungsgewinn von 268 Millionen Dollar auf diese Position. Seit Anfang 2025 setzt GameStop verstärkt auf wandelbare Anleihen, als das Unternehmen Milliarden aufnahm und 4.710 Bitcoin (Bitcoin (BTC)) erwarb. Diese Coins sind heute im Rahmen eines Covered-Call-Konstrukts als Sicherheit bei Coinbase verpfändet.
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