Google bepreist KI-Suchergebnisse: Pilotprojekt mit 100 Verlagen

Publisher payment test covers about 100 outlets contributing to Google AI search results (Image: Shutterstock)
Publisher payment test covers about 100 outlets contributing to Google AI search results (Image: Shutterstock)

Google testet erstmals Zahlungen an rund 100 Verlagshäuser, deren Inhalte in die KI-generierten Antworten der Suche und des Gemini-Chatbots einfließen.

Zentrale Punkte:

  • Google soll Verlage danach vergüten, wie stark ihre Inhalte zu AI Overviews, AI Mode und Gemini beitragen.
  • Ein früher Teilnehmer erzielte binnen eines Jahres über 1 Mio. US-Dollar, ein später hinzugestoßener Verlag bislang rund 50.000 bis 60.000 US-Dollar.
  • Der Test läuft, während Verlage und Aufsichtsbehörden Googles KI-Suchfunktionen und deren Auswirkungen auf den Web-Traffic kritisch prüfen.

Googles Verlags-Pilot

Das Pilotprogramm startete vor weniger als einem Jahr, mittlerweile nehmen rund 100 Verlage teil. Die Vergütung bemisst sich daran, wie stark die Inhalte der teilnehmenden Häuser in Googles AI Overviews, dem AI Mode in der Suche und in Gemini genutzt werden.

Die bislang gemeldeten Ausschüttungen fallen sehr unterschiedlich aus: Ein Verlag, der früh eingestiegen ist, erhielt laut „The Information“ über 1 Mio. US-Dollar innerhalb eines Jahres. Ein anderer, der erst vor einigen Monaten beitrat, kommt demnach auf etwa 50.000 bis 60.000 US-Dollar.

Google zahlt Verlagen damit nicht für die bloße Präsenz in der klassischen Websuche. Stattdessen wird gezielt der Einsatz von Inhalten in KI-Systemen vergütet, die Antworten direkt für Nutzer zusammenfassen – ein Format, von dem Verlage befürchten, dass es Besuche auf ihren eigenen Seiten weiter reduziert.

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KI-Suche unter Druck

Der Pilotversuch ist deshalb brisant, weil Googles Schwenk hin zu KI-generierten Suchantworten einen seit Jahren schwelenden Konflikt verschärft: Wie werden Online-Verlage angemessen vergütet, wenn Plattformen ihre Recherchen nutzen, um eigene Antworten auszuspielen?

AI Overviews und AI Mode können generierte Antworten über oder anstelle klassischer Linklisten platzieren. Die Sorge wächst, dass Nutzer Google gar nicht mehr verlassen und Publisher ihren Traffic verlieren.

Verlage reagieren mit scharfer Kritik und Klagen. Wettbewerbs- und Medienaufsichten nehmen zugleich die Auswirkungen der KI-Suche auf Marktstrukturen und Besucherströme unter die Lupe. Britische Behörden entschieden im Juni, dass Google Verlagen die Möglichkeit geben muss, den Auftritt in KI-Suchergebnissen abzulehnen. Die Europäische Union leitete eine Untersuchung zu den Praktiken des Konzerns ein.

Der Zahlungstest löst diese Grundsatzkonflikte nicht, und die bislang bekannt gewordenen Zahlen zeigen: Die Vergütung kann je nach Verlag und Umfang des Beitrags stark schwanken. Dennoch markiert das Modell einen Bruch mit der bisherigen Praxis, bei der Verlagsinhalte in KI-Produkten auftauchen konnten, ohne dass eine gesonderte Zahlung direkt an diese Nutzung gekoppelt war.

Googles KI-Offensive in der Suche hat im vergangenen Jahr stetig mehr Informationen in generierte Antworten verlagert, während Verlage mehr Kontrolle darüber fordern, ob und wie ihre Inhalte dort überhaupt erscheinen. Mit dem neuen Pilotprojekt kommt nun eine Vergütungskomponente hinzu – inmitten laufender Prüfungen der Behörden, wie sich KI-Suche auf Traffic, Lizenzmodelle und die Verhandlungsposition der Publisher auswirkt.

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Murtuza Merchant

Murtuza ist ein erfahrener Finanzjournalist mit umfassender Erfahrung in der Berichterstattung über Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Er hat unter anderem für Benzinga und Cointelegraph beigetragen und über neue Trends, das regulatorische Umfeld und mehr berichtet. Du findest ihn unter @murtuza_merc auf Twitter und mmerchant001 auf Telegram. Offenlegung: Murtuza hält ATOM, AKT, TIA, INJ und OSMO.

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