Google entwickelt einem Medienbericht zufolge einen Serverchip, der Teile der Architektur seines Gemini-Modells direkt im Silizium verankert. Ziel ist eine Steigerung der Effizienz auf das Sechs- bis Zehnfache an Tokens pro Watt.
Zentrale Punkte:
- Projektbeteiligte Ingenieure schätzen, dass der intern „Frozen v2“ genannte Prozessor sechs- bis zehnmal mehr Tokens pro Energieeinheit verarbeiten könnte als Googles jüngste Tensor Processing Units.
- Der Start in Googles Infrastruktur wird intern frühestens für 2028 anvisiert; das Unternehmen hat die Existenz des Projekts bislang nicht bestätigt.
- Alphabet-Aktien legten am Montag rund 3 % zu – einen Tag vor der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal.
Frozen‑v2‑Chip verankert Gemini-Architektur im Silizium
Bekannt wurde das Projekt am Montag, als zwei mit den Arbeiten vertraute Personen einen intern als Frozen v2 bezeichneten Prozessor beschrieben. Ingenieure des Teams gehen davon aus, dass der Chip sechs- bis zehnmal mehr Tokens pro Leistungseinheit liefern könnte als die jüngste Generation der Google‑TPUs. Die Einführung wird frühestens für 2028 angepeilt, wobei noch offen ist, wie viel der Modellarchitektur tatsächlich in Hardware gegossen wird.
Google hat das Projekt weder bestätigt noch dementiert.
Eine Sprecherin erklärte, man forsche und experimentiere laufend mit neuen Ansätzen, aber nicht jede dieser Initiativen schaffe es in die Serienproduktion.
Der Chip würde eine zusätzliche Produktlinie eröffnen und nicht die Tensor‑Einheiten ersetzen, auf denen Gemini und Workloads bei Google Cloud heute laufen. Die Stückzahlen dürften deutlich unter dem Volumen der aktuellen TPUs bleiben. Konzernintern gilt das Projekt weiterhin als explorativ; mehrere Designfragen sind noch ungeklärt.
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Gemini-Architektur: Weniger Flexibilität, mehr Effizienz
Klassische KI‑Beschleuniger laden ein Modell in den Speicher und schicken die Daten für jede Anfrage hin und her – ein Vorgehen, das Zeit und Energie kostet. Frozen v2 würde stattdessen den Bauplan von Gemini fest in die Schaltkreise integrieren und so sowohl Rechenaufwand als auch Datenbewegungen für jede einzelne Antwort reduzieren.
Die Gewichte des Modells – also die in der Trainingsphase ermittelten Parameter – blieben dennoch veränderbar.
Eine frühere Projektidee hätte diese Gewichte ebenfalls in der Hardware fixiert. Weil die Architektur aber fest verdrahtet wird, kann der Chip künftige Gemini‑Versionen nur unterstützen, wenn Google die grundlegende Struktur unverändert lässt.
Alphabet-Aktie legt vor Q2-Zahlen zu
Die Anteilsscheine von Alphabet stiegen am Montag zeitweise um rund 3 % und notierten im Tageshoch bei etwa 356 US‑Dollar, bevor ein Teil der Gewinne am folgenden Handelstag wieder abbröckelte. Anleger werten den Bericht als möglichen Beitrag zur Entschärfung der Kapazitätsengpässe, die so ausgeprägt sind, dass Google Cloud laut Medienberichten bereits Aufträge abweist.
Der Konzern legt seine Zahlen für das zweite Quartal am Mittwoch nach US‑Börsenschluss vor. Analysten rechnen im Konsens mit einem Gewinn von 2,95 US‑Dollar je Aktie bei Erlösen von knapp 117 Milliarden US‑Dollar.
Alphabet hatte seine Investitionsprognose für 2026 bereits zu Jahresbeginn auf bis zu 190 Milliarden US‑Dollar angehoben. Im ersten Quartal waren die Erlöse dank eines Cloud‑Wachstums von 63 % um 22 % auf 109,9 Milliarden US‑Dollar gestiegen. Seither musste Google eine Verzögerung beim nächsten Gemini‑Pro‑Release verkraften, während chinesische KI‑Modelle inzwischen auf rund 45 % der Token‑Nutzung in US‑Unternehmen kommen.
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