Hyperliquid gerät nach mutmaßlichen Lazarus-Trades über 30 Mio. $ unter Geldwäscheverdacht

Hyperliquid gerät nach mutmaßlichen Lazarus-Trades über 30 Mio. $ unter Geldwäscheverdacht

Lazarus Group hat in dieser Woche Bitcoin (BitcoinBTC) im Wert von über 30 Millionen US‑Dollar über die Derivateplattform Hyperliquid (HyperliquidHYPE) veräußert – und damit eine Lücke im Kontrollsystem offengelegt, die die Bemühungen der Trump-Regierung erschwert, die Plattform unter strengere US‑Aufsicht zu stellen.

Wichtigste Punkte

Lazarus Group soll in dieser Woche Bitcoin im Wert von über 30 Mio. US‑Dollar auf Hyperliquid verkauft haben
Lazarus wird für den Ronin-Bridge-Hack vom März 2022 verantwortlich gemacht, bei dem 625 Mio. US‑Dollar abflossen
Dezentrale Handelsplätze erlauben Tauschgeschäfte und Stablecoin-Exits ohne Identitäts- und Sanktionsprüfung
Hyperliquid hatte bis Montagabend keine öffentliche Stellungnahme zu den Wallet-Aktivitäten veröffentlicht

Wie das Hyperliquid‑Risiko DeFis Schwachstellen bei der Geldwäsche-Prävention offenlegt

Hyperliquid (HYPE) gehört laut Daten von CoinGecko inzwischen zu den zehn größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung. Die Plattform fungiert als dezentrale Börse für Perpetual Futures – unbefristete Terminkontrakte, mit denen Trader gehebelte Krypto‑Positionen eingehen können, ohne einen zentralen Broker zu nutzen.

Nach Angaben des Arkham‑Analysten Emmett Gallic schleusten mit Lazarus verbundene Wallets gestohlene Bitcoin nicht über eine zentrale Börse, sondern direkt durch das Orderbuch von Hyperliquid.

Das Problem ist strukturell: Zentralisierte Handelsplätze verlangen bei größeren Auszahlungen Identitätsnachweise und Know‑Your‑Customer‑Prüfungen, bevor Gelder freigegeben werden.

Dezentrale Protokolle erlauben hingegen den Tausch von Vermögenswerten oder den Ausstieg in Stablecoins ohne solche Kontrollen – genau in dieser Lücke verortet sich das Hyperliquid‑Geldwäscherisiko.

Vom Ronin‑Hack zu Hyperliquid: Ein eingeübter Geldwäschepfad

Die Lazarus Group gilt als nordkoreanische, staatlich gesteuerte Hacker‑Einheit und wird für einige der größten Krypto‑Diebstähle überhaupt verantwortlich gemacht. Ermittler machten die Gruppe für den Angriff auf die Ronin‑Brücke (RON) der Ethereum‑Sidechain (ETH) hinter Axie Infinity (AXS) im März 2022 verantwortlich, bei dem 625 Millionen US‑Dollar entwendet wurden.

Mehr dazu: Bitcoin-Anlegern droht am 1. September ein Hard Fork, unterstützt von Luke Dashjr

Seitdem verfolgen Analysten, wie Lazarus‑Wallets gestohlene Gelder über Börsen und sogenannte Mixer schleusen, bevor sie ausgecasht werden.

Plattformen mit hoher Liquidität und geringen Zugangshürden sind zu bevorzugten Stationen geworden – und der aktuelle Fall fügt sich nahtlos in dieses Muster ein.

Trumps Onshoring‑Agenda gerät unter Zeitdruck

Der Vorfall erschwert die Bemühungen der US‑Regierung, die Aufsicht über Plattformen wie Hyperliquid zu formalisieren. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun ausgerechnet aus den Gründen auf Onshoring‑Initiativen, die Regulierer eigentlich eindämmen wollten. Hyperliquid hatte bis Montagabend keine öffentliche Stellungnahme zu den auffälligen Wallet‑Bewegungen veröffentlicht.

Ermittler benötigen in der Regel Wochen, um nach Eingang gestohlener Gelder auf einer neuen Plattform deren weitere Transfers nachzuzeichnen. Das letztliche Ziel der 30 Millionen US‑Dollar könnte daher länger im Dunkeln bleiben.

Ob das Hyperliquid‑Geldwäscherisiko abnimmt oder weiter zunimmt, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die Börse robustere Screening‑ und Sanktionskontrollen implementiert.

Als Nächstes lesen: KI‑Assistenten‑Startup Instinct schließt 250‑Mio.-Dollar‑Runde bei 2,5‑Mrd.-Bewertung ab

Murtuza Merchant profile photo

Murtuza Merchant

Murtuza ist ein erfahrener Finanzjournalist mit umfassender Erfahrung in der Berichterstattung über Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Er hat unter anderem für Benzinga und Cointelegraph beigetragen und über neue Trends, das regulatorische Umfeld und mehr berichtet. Du findest ihn unter @murtuza_merc auf Twitter und mmerchant001 auf Telegram. Offenlegung: Murtuza hält ATOM, AKT, TIA, INJ und OSMO.

Haftungsausschluss und Risikowarnung: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen nur Bildungs- und Informationszwecken und basieren auf der Meinung des Autors. Sie stellen keine Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Kryptowährungsassets sind hochvolatil und unterliegen hohen Risiken, einschließlich des Risikos, Ihre gesamte oder einen erheblichen Teil Ihrer Investition zu verlieren. Der Handel oder das Halten von Krypto-Assets ist möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten sind ausschließlich die des Autors/der Autoren und repräsentieren nicht die offizielle Politik oder Position von Yellow, seinen Gründern oder seinen Führungskräften. Führen Sie immer Ihre eigenen gründlichen Recherchen (D.Y.O.R.) durch und konsultieren Sie einen lizenzierten Finanzprofi, bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen.
Hyperliquid gerät nach mutmaßlichen Lazarus-Trades über 30 Mio. $ unter Geldwäscheverdacht | Yellow