Kevin O’Leary sagt, dass er wieder Kryptowährungen kauft und erwartet, dass Bitcoin (BTC) künftig 1 bis 3 Prozent der institutionellen Allokationen in alternative Anlagen auf sich vereint.
Die wichtigsten Punkte:
- O’Leary eröffnet nach eigener Aussage neue Krypto-Positionen mit Blick auf den nächsten Marktzyklus.
- Die erste große Börse, die auf Blockchain setzt, sei aus seiner Sicht ein Wendepunkt für die Branche.
- Er rechnet damit, dass der feststeckende Clarity Act ein bis zwei Quartale nach den Midterms wieder aufgegriffen wird.
O’Leary baut wieder Krypto-Positionen auf
Der Chairman von O’Leary Ventures sagte einem Interviewer beim Avalanche Summit in New York, er sei „wieder im Sattel und kaufe neue Positionen, um auf den nächsten Zyklus zu setzen“. Die nächste Phase des Krypto-Investierens bestehe darin, herauszufinden, welche Blockchain sich breit durchsetzt – und in welcher Branche das zuerst geschieht.
Er könne Vorstände branchenübergreifend fragen, welche Netzwerke ihre Unternehmen prüfen, doch „niemand sagt dasselbe“. Bei Bitcoin sieht er institutionelle Investoren langfristig mit 1 bis 3 Prozent ihres Kapitals in alternativen Anlagen engagiert – als Vergleichsmaßstab nennt er deren Goldbestände. Welche Chain er bevorzugt, welche Börse er im Blick hat und in welcher Größenordnung er selbst kauft, ließ er offen.
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Blockchain-Einsatz an der Börse als Signalwirkung
O’Leary bezeichnete die erste große Börse, die eine Blockchain einführt, als „Wendepunkt“ für die Branche. Danach werde der Rest des Finanzsystems diese Infrastruktur nur noch dann nutzen wollen, wenn sie die von der Handelsplattform vorgegebenen Compliance-Anforderungen erfüllt.
Große Handelsplätze bewegen sich bereits in diese Richtung, und auch die Aufsicht schafft dafür zunehmend Raum. Intercontinental Exchange, Muttergesellschaft der New York Stock Exchange, will in tZERO investieren und dessen Blockchain-Patente für eine Plattform lizenzieren, die auf den 24/7-Handel und die sofortige Abwicklung ausgelegt ist. Nasdaq und Kraken-Mutter Payward rechnen derweil damit, dass der Handel mit tokenisierten Aktien im zweiten Quartal 2027 beginnen dürfte.
Clarity Act und Kryptosteuern
O’Leary erwartet, dass die US-Gesetzgeber die Regulierung der Marktstruktur im ersten oder zweiten Quartal nach den Midterm-Wahlen wieder auf die Agenda setzen werden – unabhängig davon, welche Partei den Kongress kontrolliert. Für den Clarity Act sah er in dieser Woche im Senat keine Chance: Die verfahrensrechtliche Abstimmung am 15. September scheiterte mit 49 zu 50 Stimmen deutlich an der nötigen Schwelle von 60 Stimmen.
Am Ende werde die Steuerpolitik den Druck erhöhen, so seine Argumentation. Der Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses brachte am 16. September den Digital Asset Tax Certainty Act mit 38 zu 5 Stimmen voran; er betrifft Staking, Mining, Wash Sales und die Meldepflichten von Brokern. „Wenn man für diesen Vermögenswert eine Steuerpolitik schaffen will, braucht man mehr Regulierung, nicht weniger“, sagte O’Leary.
Seine Skepsis gegenüber Washington habe sich im Jahresverlauf verstärkt. Bereits im Februar hatte er erklärt, einige Institutionen scheuten größere Bitcoin-Positionen von mehr als rund 3 Prozent wegen der Risiken durch Quantencomputer.
Im Januar hoffte er noch, dass die Regeln zur Marktstruktur vor den Midterms durch den Kongress kommen würden. Und am 10. Juni warnte er im Fernsehen davor, dass Bitcoin „nirgendwohin gehe, bis der CLARITY Act Gesetz wird“.
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