Kupfer hat Gold im Jahr 2026 deutlich hinter sich gelassen: Die Futures stiegen auf ein Rekordhoch von 6,95 US‑Dollar je Pfund, während knappe Lagerbestände und KI‑getriebene Nachfrage den Angebotsdruck hochhalten.
Wichtige Punkte:
- Kupfer-Futures markierten am 22. September mit 6,95 US‑Dollar je Pfund ein neues Rekordhoch.
- Kupfer liegt 2026 bislang fast 20 % im Plus und über 46 % im Jahresvergleich, Gold kommt im selben Zeitraum nur auf 0,02 %.
- Knappes Material, KI‑Rechenzentrumsnachfrage und eine ausstehende US‑Zollentscheidung bleiben zentrale Markttreiber.
Rekordlauf bei Kupfer
Kupfer-Futures notierten am 22. September bei 6,95 US‑Dollar je Pfund und setzten damit ein neues Allzeithoch für das Industriemetall. Auf Jahressicht 2026 summiert sich das Plus auf fast 20 %, binnen zwölf Monaten auf über 46 %. Gold bringt es im laufenden Jahr dagegen lediglich auf ein mageres Plus von 0,02 %. Zudem verlief das Goldjahr deutlich volatiler.
Der Goldpreis schoss Ende Januar im Zuge einer Flucht in sichere Häfen kurzzeitig über 5.600 US‑Dollar je Feinunze, brach innerhalb weniger Tage ein und verbrachte den Großteil des Jahres damit, sich wieder in Richtung Nulllinie vorzuarbeiten. Kupfer folgte dagegen ganz anderen Preistreibern.
Die Lagerbestände an Kupferkathoden in Shanghai fielen auf 43.900 Tonnen und damit auf den niedrigsten Stand seit 2023, während die für den Markt verfügbaren Vorräte an der London Metal Exchange auf 133.725 Tonnen zurückgingen. Ein ins Stocken geratenes US‑Zollpaket drückte den Kupferpreis Anfang September zeitweise um fast 8 %, doch das Metall erholte sich rasch und kehrte auf Rekordniveau zurück.
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Burrys Blick auf KI
Auch CNN verweist auf diese Belastungsfaktoren. Der Investor Michael Burry hob die Angebotslücke hervor und betonte, dass neue Kupfervorkommen im Schnitt rund 18 Jahre bis zur Produktionsreife benötigen, während KI‑Rechenzentren ihre Nachfrage innerhalb von zwei bis drei Jahren deutlich ausweiten können. Das zeitliche Missverhältnis ist entscheidend.
Kupfer unterscheidet sich dennoch grundlegend von Gold: Zentralbanken halten Gold als Reserveasset, und der weltweite Goldbestand hat einen Marktwert von nahezu 30 Billionen US‑Dollar. Hinzu kommt Washington als weiterer Unsicherheitsfaktor. Eine seit Langem überfällige Entscheidung des US‑Handelsministeriums zu Zöllen auf raffinierte Kupferimporte steht noch aus – und schafft damit zusätzlichen Spielraum für abrupte Kursbewegungen.
Der September hat diese Volatilität bereits eindrucksvoll illustriert. Kupfer machte einen zwischenzeitlichen Rückgang von fast 8 % im Monatsverlauf vollständig wett und stieg anschließend auf neue Höchststände. Damit setzt sich die Rally 2026 fort, getragen von knappen Lagerbeständen und einer dynamisch wachsenden industriellen Nachfrage.
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