Apple will den Vollzugriff auf die Festplatte von Macs künftig deutlich stärker beschränken. Der Konzern verweist auf wachsende Risiken durch KI-Agenten – nur 24 Tage nachdem Meta seine Muse-App gestartet hat.
Wichtigste Punkte:
- Apple plant zusätzliche Hürden, bevor eine Mac-App Vollzugriff auf die Festplatte bekommt – ein Termin steht noch nicht fest.
- Auslöser war u. a. eine Kolumne, laut der Metas Muse-Agent private Nachrichten gelesen haben soll – Meta bestreitet das.
- Apple warnt, dass die Risiken mit immer leistungsfähigeren und autonomeren KI-Agenten deutlich zunehmen werden.
Apple verschärft Vollzugriff auf die Festplatte
In einer Mitteilung an Entwickler erklärte Apple, dass der Vollzugriff auf die Festplatte – ein macOS-Recht, das ursprünglich für Backup-Software gedacht war – viele Datenschutzkontrollen umgeht, die sonst für Apps gelten.
Einige Entwickler nutzten die Berechtigung inzwischen so, dass praktisch der gesamte Inhalt eines Systems offengelegt werde, schrieb Apple – inklusive Dateien, E-Mails, Nachrichten und Browser-Verlauf, „ohne dass Nutzer das in vollem Umfang wissen und verstehen“. Kommunikations-Apps könnten darüber hinaus Kontakte und Kommunikationspartner sichtbar machen.
Apple will zusätzliche Kontrollstufen einziehen, damit Nutzer einer App nur noch mit „sehr expliziter Nutzeraktion“ dieses Zugriffsrecht einräumen können. Einen Zeitplan oder technische Details nannte das Unternehmen in dem Hinweis und in einem Gespräch mit Medien wie Engadget nicht. Ziel sei es, dass Nutzer die Tragweite dieses Zugriffs klar verstehen, bevor sie ihn freigeben.
Streit um Meta-Muse und private Nachrichten
Apples Ankündigung folgte auf eine Kolumne des Tech-Autors Jason Aten, der berichtete, Metas KI-Agent Muse habe auf seine privaten Nachrichten zugegriffen, obwohl er beim Einrichten der App den Zugriff abgelehnt habe. Muse habe ihm daraufhin eine Kolumnen-Idee vorgeschlagen, die sich aus Nachrichten mit seinem Podcast-Co-Moderator speiste.
Meta-Sprecher Andy Stone widersprach dem und betonte, die Integration in Nachrichten sei optional und funktioniere nur, wenn Nutzer sowohl den Vollzugriff auf die Festplatte als auch einen separaten Nachrichten-Connector aktiv einschalten.
Apple nannte in seinem Hinweis kein Unternehmen beim Namen.
Der Konzern schrieb allerdings, die mit dem Vollzugriff verbundenen Risiken würden „erheblich wachsen“, je leistungsfähiger und autonomer KI-Agenten würden. Es sei entscheidend, diese Risiken frühzeitig anzugehen. Apple-Beobachter John Voorhees warnte in einem Beitrag bei MacStories, die Ankündigung sei vage formuliert und könnte am Ende auch alltägliche Mac-Hilfsprogramme treffen, die heute auf dieselbe Berechtigung angewiesen sind. Sein eigener Launcher, Dateimanager und Bildeditor nutzten diese Rechte bereits, erklärte er.
Sicherheitsbilanz von KI-Agenten
Desktop-Agenten wie Muse, OpenAIs Dots und OpenClaw fordern häufig Vollzugriff auf die Festplatte an, um im Auftrag von Nutzern Dateien, Nachrichten und andere Daten durchsuchen zu können. OpenAI hat kürzlich eine Schwachstelle in seiner ChatGPT-Mac-App geschlossen, die laut Forschern der Objective-See Foundation Angreifern potenziell Zugriff auf Chatverläufe, die Ausführung von Kommandos und das Auslesen von Daten aus anderen Apps erlaubt hätte.
Meta entwickelt Muse in seiner Einheit Superintelligence Labs, deren erstes Modell im April vorgestellt wurde. Der Agent selbst kam am 8. September in den USA und Kanada auf den Markt. Zehn Tage später stand die App auf Platz 1 im US-App-Store. Drittanbieter-Dienste schätzen die Zahl der Downloads Ende September auf 2,3 bis 4,3 Millionen.
Nächster Artikel: iPhone 18 Pro Max kann AT&T-Verbindung verlieren – und Apple sagt, kein Update behebt das Problem

