Meta und Sierra wollen mit einem offenen Standard klären, wie persönliche KI-Agenten mit Unternehmen interagieren – während zugleich immer mehr Websites Metas Muse-App aussperren, obwohl diese Schätzungen zufolge bereits rund 5 Millionen Mal heruntergeladen wurde.
Wichtigste Fakten:
- Meta und Sierra entwickeln das „Personal Agent Protocol“, die erste Spezifikation soll noch im laufenden Monat vorliegen.
- Nutzer berichten, dass Yelp, eBay und mehrere Airlines KI-Agenten blockieren; Amazon sperrt Muse seit dem 20. September.
- Laut Sensor Tower überschritt Muse 22 Tage nach dem Start am 8. September die Marke von 5 Millionen Downloads.
Details zum Personal Agent Protocol
Die Sierra-Mitgründer Bret Taylor und Clay Bavor haben das „Personal Agent Protocol“ in einem Firmenblog vorgestellt und Genesys, Instinct, Rocket, Shopify, Stripe und Walmart als Branchenpartner genannt. Die erste Spezifikation, Version 0.1, soll noch in diesem Monat erscheinen. Der Standard soll festlegen, wie sich KI-Agenten authentifizieren, wie Unternehmen ihre Aktivitäten auf Websites, über Schnittstellen (APIs) oder in Dialogen mit den eigenen KI-Systemen nachvollziehen können.
Die Sitzungen basieren auf OAuth, einem etablierten Autorisierungsstandard. Kunden entscheiden nach dem Login, ob ein Agent nur Lesezugriff erhält oder auch Schreibrechte bekommt. Zahlungsprozesse sind in der ersten Version noch nicht vorgesehen.
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Blockaden für Muse, Rolle von Tony Bates
Der Standard ist eine Reaktion auf Beschwerden von Nutzern, deren Agenten bei Diensten wie Yelp, eBay und mehreren Fluggesellschaften abgewiesen wurden – teils über Anti-Bot-Systeme, die eigentlich Spam verhindern sollen. Walmart, ein Partner von Muse, erklärte gegenüber TechCrunch, die Blockaden seien unbeabsichtigt gewesen. Delta betonte, es gebe keine Kooperation, die Dritt-Agenten Buchungen ermögliche, während Yelp nach eigenen Angaben nicht-menschlichen Traffic grundsätzlich aussperrt, sofern kein kostenpflichtiges Datenlizenzprogramm genutzt wird.
Amazon hat Muse seit dem 20. September auf seiner Handelsplattform gesperrt.
Genesys-Chef Tony Bates erklärte in einem Interview, persönliche KI schaffe „eine neue Eingangstür zum Unternehmen“. Marken müssten deshalb zuverlässig erkennen können, welchen Kunden ein Agent tatsächlich vertrete.
Meta argumentierte in einer eigenen Mitteilung, wer einen KI-Agenten ausschließe, weise damit letztlich auch den dahinterstehenden Kunden ab. Man bevorzuge es, Bedenken von Unternehmen im direkten Gespräch auszuräumen. Stripe und Shopify gehören bereits einem konkurrierenden Agenten-Protokoll an, das von Visa organisiert wird.
Download-Dynamik von Meta Muse
Meta hat Muse in den USA am 8. September gestartet. Der persönliche Agent kann im Auftrag des Nutzers E-Mails verschicken, Reisen buchen, Formulare ausfüllen und Käufe tätigen. Bereits zwei Tage nach dem Start erreichte die iOS-App Platz 2 im US-App-Store von Apple mit mehr als 83.000 Downloads – ein verhaltenerer Start als bei Threads oder Meta AI, wie Daten von Sensor Tower zeigen.
Am 18. September verdrängte Muse ChatGPT von Platz 1 der kostenlosen iPhone-Apps in den USA. Sensor Tower schätzt, dass die App am 30. September die Marke von 5 Millionen Downloads überschritt – 22 Tage nach dem Launch. ChatGPT benötigte für diesen Wert demnach 56 Tage.
Die Analysten führen den schnellen Anstieg auch auf Metas eigene Werbeflächen zurück: Muse belegte demnach zeitweise bis zu 50 % der internen Anzeigenplätze („House Ads“) des Konzerns in zwei aufeinanderfolgenden Wochen im September.
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