Micron ist zu Wall Streets neuestem KI-Liebling geworden, da ein massiver Mangel an Speicherchips seine Bewertung in die Nähe der größten Technologiekonzerne treibt.
Wichtige Punkte:
- Micron schloss am Freitag mit einem Marktwert von rund 1,27 Billionen US-Dollar nach einer einmonatigen Kursrally von 236 %.
- KI-Rechenzentren treiben die Nachfrage nach DRAM-, NAND- und High-Bandwidth-Memory-Chips an.
- Langfristige Liefervereinbarungen haben die Sorge vor einem weiteren Abschwung im Speicherchip-Zyklus gemildert.
Micron und KI
Der in Boise, Idaho, ansässige Speicherchiphersteller wird mit Nvidia verglichen, weil KI-Server deutlich mehr Speicher benötigen als herkömmliche Computer – und damit einen Engpass bei DRAM, NAND und High-Bandwidth Memory verursachen.
Micron schloss den Freitag mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,27 Billionen US-Dollar ab, im Vergleich zu Meta mit 1,39 Billionen US-Dollar und Tesla mit 1,42 Billionen US-Dollar. Die Aktie endete bei 1.132 US-Dollar, nachdem sie in einem Monat um mehr als 236 % gestiegen war.
Die Entwicklung markiert einen deutlichen Bruch mit der Vergangenheit von Micron. Vor Mitte 2025 lag die Aktie jahrelang unter 100 US-Dollar, während viele Verbraucher das Unternehmen noch mit kleinen Speicherkarten für PCs, Telefone und andere Geräte verbanden.
Dieses Geschäft ist nicht mehr die Hauptgeschichte. KI-Systemhersteller, Hyperscaler und Hardwarefirmen kaufen Speicher aggressiv ein, darunter Microsoft, Amazon AWS, Google, Meta und Oracle, während PC-Hersteller wie Dell und HP ebenfalls um Angebote konkurrieren.
Der Mangel, weithin als „RAMageddon“ bezeichnet, dürfte bis 2027 anhalten und hat bereits die Preise für Unterhaltungselektronik, darunter Produkte von Apple und Xbox-Konsolen, in die Höhe getrieben.
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Wall Street
Microns Ergebnisse für das dritte Quartal gaben Anlegern weiteren Grund, Speicher als zentrales KI-Investment zu betrachten. Der Umsatz vervierfachte sich gegenüber dem Vorjahr auf 41,45 Milliarden US-Dollar, während der Gewinn von 1,88 Milliarden US-Dollar auf 28,2 Milliarden US-Dollar stieg.
Das Unternehmen stellte zudem einen Umsatz im vierten Quartal zwischen 49 Milliarden und 51 Milliarden US-Dollar in Aussicht.
Dieser Ausblick kam zu einem Zeitpunkt, als die Wall Street nach weiteren börsennotierten KI-Unternehmen suchte, die das Kurspotenzial von Nvidia nachbilden könnten.
Das Risiko ist Speicherherstellern wohlbekannt. Samsung, Micron und andere Anbieter haben ihre Kapazitäten häufig genau dann ausgeweitet, als die Nachfrage nachließ – mit einem Überangebot an Chips und fallenden Preisen als Folge.
Micron versucht, diese Sorge mit langfristigen Lieferverträgen zu entschärfen. Das Unternehmen erklärte, es habe 16 strategische Kundenvereinbarungen in den Bereichen Rechenzentrum, Verbrauchermarkt und Automobil geschlossen, darunter Vereinbarungen mit Nvidia und Anthropic.
Sebastien Naji, Technologieanalyst bei William Blair, schrieb, dass das Nachfragewachstum weiterhin das Tempo übersteigt, mit dem neue Reinraumflächen verfügbar werden. Er sagte, stärkere durchschnittliche Verkaufspreise und eine bessere Umsatzsichtbarkeit stützten seine Outperform-Einstufung.
Die nächste Bewährungsprobe für Micron ist die Frage, ob diese Vereinbarungen den üblichen Zyklus der Branche abfedern können. Der kurze Sprung über einige Tech-Giganten am Donnerstag zeigte, wie schnell die KI-Nachfrage die Erwartungen der Anleger an ein Unternehmen verändert hat, das früher als rein zyklischer Zulieferer galt.
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