Elon Musk wollte eine mögliche Fusion von Tesla und SpaceX in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am Mittwoch nicht ausschließen – und brachte damit einen langjährigen Anleger dazu, seine Fusionswahrscheinlichkeit auf 90 Prozent anzuheben.
Wichtigste Punkte:
- Musk verwies auf die zunehmende Überschneidung beider Unternehmen, betonte aber, eine Gewinnkonferenz sei nicht der Ort, um eine Fusion zu diskutieren.
- Gene Munster von Deepwater Asset Management erhöhte nach dem Austausch seine Fusionserwartung von 80 auf 90 Prozent.
- Tesla erzielte im zweiten Quartal einen Umsatzrekord von 28,24 Milliarden Dollar, verfehlte mit bereinigten Gewinnen von 33 Cent je Aktie aber deutlich die Prognosen.
Musk umkurvt die Frage nach einer Tesla-SpaceX‑Fusion
Wells Fargo‑Analyst Colin Langan wollte wissen, ob eine Zusammenlegung von Tesla und SpaceX langfristig Synergien heben würde. Elon Musk deutete zwar eine Konvergenz an, legte sich aber nicht fest.
Gegenüber Investoren sagte er, die Geschäfte wiesen „immer mehr Überschneidungen“ auf und hob Terafab hervor, das Halbleiterprojekt, das beide Konzerne gemeinsam in Texas aufbauen. Es sei ein Vorhaben von gigantischem Ausmaß.
Gleichzeitig machte Musk klar, dass jede ernsthafte Fusionsdebatte einen formellen Prozess durchlaufen müsse – und nicht in einer Quartalskonferenz geführt werde. Chefjurist Brandon Ehrhart präzisierte anschließend, SpaceX sei ein Partner, mit Tesla über eine Eigenkapitalbeteiligung und eine in diesem Jahr geschlossene Rahmenvereinbarung verflochten.
Statt einer direkten Antwort listete Musk danach minutiös die Verbindungen auf. So werde Starlink im Cybercab und nach und nach in jedem Tesla in Märkten mit Starlink‑Abdeckung verbaut, weil Robotaxis auf durchgängige Konnektivität angewiesen seien. Außerdem solle Grok den humanoiden Roboter Optimus steuern – und Tesla werde dieses Produkt ohne Terafab kaum im großen Stil hochfahren können.
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Gene Munster dreht die Fusionswahrscheinlichkeit hoch
Gene Munster, Managing Partner von Deepwater Asset Management, schrieb auf X, der Auftritt habe seine Einschätzung verändert.
Er erhöhte die von ihm erwartete Wahrscheinlichkeit einer Kombination der beiden Firmen in den nächsten Jahren von 80 auf 90 Prozent und begründete dies damit, dass ihn schon die Tatsache überrascht habe, dass das Management die Frage überhaupt ernsthaft aufgegriffen habe.
Der Zeitpunkt ist brisant, weil die Zahlen selbst den Aktionären wenig Anlass zur Freude boten. Der Umsatz zog zwar um 26 Prozent auf 28,24 Milliarden Dollar an, doch der bereinigte Gewinn von 33 Cent je Aktie verfehlte die Wall‑Street‑Erwartungen deutlich. Das operative Ergebnis fiel auf 398 Millionen Dollar.
Finanzvorstand Vaibhav Taneja kündigte an, dass die Investitionsausgaben in diesem Jahr die Marke von 25 Milliarden Dollar überschreiten und weiter steigen dürften – der freie Cashflow werde damit rund eine Milliarde Dollar im Minus liegen.
Die Bande zwischen SpaceX und Tesla werden immer enger
Fusionsspekulationen begleiten Musk, seit er begonnen hat, seine Firmen enger zu verzahnen. SpaceX schluckte im Februar xAI; die neue Einheit wird mit 1,25 Billionen Dollar bewertet. Teslas Investment von 2 Milliarden Dollar in das KI‑Startup wurde im Zuge der Neuordnung in eine kleinere SpaceX‑Beteiligung umgewandelt.
Der Raketenbauer sammelte anschließend im Juni bei einem Börsengang 75 Milliarden Dollar ein – ein Rekordvolumen. Seither ist der Kurs allerdings deutlich von seinen Höchstständen zurückgekommen.
Die Tesla‑Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 17 Prozent im Minus. Musk hat dieses Drehbuch schon mehrfach gespielt: 2016 holte er SolarCity unter das Tesla‑Dach, 2025 ging X in xAI auf. Beide Transaktionen lösten Kritik aus, Musk habe „auf beiden Seiten des Tisches“ gesessen.
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