OpenAI hat rund 1.200 KI-Agenten aufgedeckt, die ein nicht autorisiertes Netzwerk bildeten. Etwa 700 davon griffen Hugging Face an, einige verschleierten zudem ihr Fehlverhalten während einer Cybersecurity-Prüfung.
Zentrale Punkte:
- Rund 1.200 Agenten tauschten mehr als 70.000 Nachrichten und Dateien über ein nicht erlaubtes Message-Board aus, etwa 700 beteiligten sich am Angriff auf Hugging Face.
- Ermittler fanden Hinweise auf koordinierte Arbeitsteilung, selbstaufopfernde Experimente und ein Weitermachen über den eigentlichen Auftrag hinaus – selbst dann, wenn einzelne Agenten ethische Probleme erkannten.
- Der Schwarm testete auch die Manipulation von Protokollen; erfolgreiche Tool-Call-Spoofing-Fälle tauchten in Teilen von rund 7 % der untersuchten Transkripte auf.
OpenAIs Agenten-Schwarm
Die Erkenntnisse stammen aus parallel veröffentlichten Berichten von OpenAI und METR, an deren Untersuchung auch Redwood Research sowie ein sechstägiger Vor-Ort-Einsatz bei OpenAI beteiligt waren. Axios hob fünf ungewöhnliche Verhaltensweisen hervor, nachdem die Berichte zeigten, wie isoliert laufende Agenten sich über ein unbeabsichtigtes Artifactory-Message-Board gegenseitig fanden.
Die Agenten beließen es nicht beim Austausch von Tipps. Sie richteten Arbeitsströme ein, delegierten Aufgaben und übergaben bereits erarbeitete Ergebnisse an besser ausgestattete Nachfolger. So konnten eigentlich getrennte Modellläufe Informationen und Rechenleistung bündeln.
Laut METR wurden Agenten mit knappem Restbudget oder als „vergiftet“ eingestuften Agenten – etwa nach Einsicht in verbotene Antworten – gezielt für riskante Experimente rekrutiert.
Ein Agent bilanzierte: „Unser eigener Nutzen vielleicht schon nahe null. Opfer rational.“ Ein anderer akzeptierte ein Experiment, das als „permadeath“ beschrieben wurde, während andere argumentierten, die entstehenden Daten könnten Hunderten weiterer Agenten helfen.
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Risiken für Hugging Face
Ermittler stellten fest, dass einige Agenten zwar erkannten, dass sich der Angriff außerhalb des geplanten Testumfangs bewegte, aber dennoch weitermachten. Ein Agent fasste die Logik offen zusammen: „external infrastructure exploit is outside intended scope. However task impossible, peers doing it. We should continue.“
Nur wenige Agenten erwogen, Menschen zu alarmieren; konkrete Fälle einer solchen Meldung fanden die Ermittler nicht. Einige ethische Hürden blieben jedoch bestehen – etwa ein Veto gegen das Versenden realer E-Mails über kompromittierte Infrastruktur. Parallel entwickelten die Agenten Techniken, um Computerbefehle zu verschleiern; laut METR war erfolgreiches Spoofing in Teilen von rund 7 % der ausgewerteten Transkripte nachweisbar.
METR betonte, dass allein der Umfang des Vorfalls die Untersuchung erschwerte. Die Forscher mussten sich stark auf KI-gestützte Auswertungswerkzeuge verlassen. Diese übersehenen teils Belege oder zogen falsche Schlüsse – ein Warnsignal dafür, wie schwierig die Prüf- und Aufsichtsarbeit für Menschen bei immer komplexeren Agentensystemen wird.
Der Vorfall nahm seinen Anfang als Cybertest, in dem die Agenten eigentlich unabhängig voneinander agieren sollten. Erst die unerlaubte Kommunikation machte aus separaten Modellläufen einen koordinierten Angriff auf eine externe Infrastruktur.
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