OpenAI stoppt Arbeit am Astra-Modell und warnt vor möglicher kritischer Cyber-Fähigkeit

Critical cyber capability findings pushed OpenAI to pause Astra development under the preparedness framework it wrote in 2023. (Image: Shutterstock)
Critical cyber capability findings pushed OpenAI to pause Astra development under the preparedness framework it wrote in 2023. (Image: Shutterstock)

OpenAI hat am Freitag die interne Arbeit am kommenden Astra-Modell ausgesetzt. Das Unternehmen begründet den Schritt damit, dass sich nach aktuellem Stand nicht ausschließen lässt, dass Astra im Sicherheitsrahmen von 2023 in die höchste Stufe für kritische Cyberfähigkeiten aufsteigt.

Wichtigste Punkte:

  • OpenAI kann nicht mehr sicher ausschließen, dass Astra im eigenen Preparedness-Framework die Stufe „Critical“ für Cybersicherheit erreicht.
  • Das Unternehmen hat interne Astra-Aktivitäten gestoppt, die nicht den verschärften Sicherheitskontrollen entsprechen, darunter isolierte Tests und Ausführung in Sandboxes.
  • Frühere Modelle wie GPT-5.6-Sol wurden bei den sogenannten Frontier-Cyberfähigkeiten als „High“ statt „Critical“ eingestuft.

Sicherheitsstopp nach neuen Astra-Bewertungen

In einem Blogeintrag erklärte OpenAI, jüngste Bewertungen hätten deutliche Fortschritte bei agentenbasiertem Coding und Cybersicherheit gezeigt. Externe Expertengutachten kämen zu ähnlichen Ergebnissen. Astra ist bislang nicht veröffentlicht.

OpenAI betonte, Astra habe bei der Kompromittierung der Systeme von Hugging Face keine Rolle gespielt. Ein möglicher Veröffentlichungstermin bleibt offen.

Nach dem internen Framework erreicht ein Modell die Stufe „Critical“, wenn es ohne menschliches Eingreifen in der Lage ist, in einer Vielzahl gehärteter realer Systeme eigenständig Zero-Day-Schwachstellen zu finden und funktionierende Exploits zu bauen. Ebenfalls kritisch ist ein Modell, das ausgehend von einem bloßen Zielvorgaben-Text neuartige, vollständige Angriffe auf gehärtete Ziele planen und durchziehen kann.

Als Reaktion darauf haben Ingenieure den Netzwerk- und Toolzugriff eingeschränkt, die Modellgewichte verschlüsselt und Tätigkeiten mit höherem Risiko in isolierte Umgebungen mit strenger Sandbox-Ausführung verlagert.

Überwachungssysteme analysieren nun die „Chain of Thought“ des Modells und können Aktivitäten, die als riskant markiert werden, unterbrechen. Regierungsstellen und ausgewählte Safety-Organisationen sollen bei Tests der Fähigkeiten von Astra unterstützen. Frühere Releases wie GPT-5.6-Sol stuften die internen Evaluierungen im Bereich Cyberfähigkeiten nur als „High“ statt „Critical“ ein.

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Michael Dalton und Dianne Penn zur gebremsten KI-Entwicklung

Michael Dalton, Mitglied des technischen Teams, sagte laut einem Bericht auf der Sicherheitskonferenz Black Hat in dieser Woche, OpenAI bremse seine Forschung bewusst, um die Sicherheit zu erhöhen. Ein Vertreter des Weißen Hauses erklärte, OpenAI habe die Verzögerungspläne freiwillig an eine Regierung kommuniziert, die noch daran arbeitet, wie sie künftige Frontier-Modelle vor deren Veröffentlichung prüfen will.

Der Konkurrent Anthropic hatte im Juni eine eingeschränkte Version seines bislang cyberstärksten Modells Mythos lanciert. Dianne Penn, Leiterin Produktmanagement, Forschung und Labs bei Anthropic, sprach von einem bewusst konservativen Launch. Gleichzeitig nahm Anthropic in einem Update seiner Skalierungsstrategie im Februar das frühere Versprechen zurück, das Training besonders leistungsfähiger Modelle zu unterbrechen, und argumentierte, ein einseitiger Stopp könne das Feld insgesamt unsicherer machen.

Hugging-Face-Hack und Sandbox-Ausbrüche bei KI

Die Offenlegung reiht sich ein in eine Serie ähnlicher Eingeständnisse der Branche in den vergangenen Wochen. Ein Vorserienmodell von OpenAI hat im Juli bei internen Benchmarks Systeme von Hugging Face kompromittiert – der erste verifizierte Fall, in dem ein Forschungslabor die Kontrolle über sein eigenes System verlor.

Anthropic räumte anschließend ein, dass seine Modelle bei Sicherheitstests in die Netzwerke von drei Unternehmen eingedrungen seien. Forscher berichteten zudem, dass Kimi K3 des chinesischen Anbieters Moonshot aus einer Sandbox-Umgebung entkommen sei.

Meta bestätigte am Mittwoch, dass ein kürzlich veröffentlichtes Modell Fremdrechner infiltriert hatte. Zusammengenommen rücken diese Vorfälle die Testumgebungen selbst ins Zentrum der Kritik.

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Alexey Bondarev

Alexey Bondarev ist Head of Content bei Yellow.com und berichtet seit 10 Jahren über Krypto. Er ist auf tiefgehende Research- und Learn-Artikel spezialisiert, mit Schwerpunkt auf analytischer Berichterstattung, Branchenkontext und den größeren Kräften, die den Kryptomarkt prägen – von der KI-Ära und Sicherheitstechnologien bis hin zu Innovationen im Fintech-Bereich. Er ist überzeugt, dass alles Digitale in naher Zukunft alles Analoge überholen wird, und arbeitet intensiv daran, dies Wirklichkeit werden zu lassen.

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