OpenAI-Chef-Futurist Joshua Achiam verlässt das Unternehmen noch in diesem Monat – und beendet damit eine fast neun Jahre dauernde Laufbahn, die 2017 mit einem Forschungspraktikum begonnen hatte.
Wichtigste Punkte:
- Achiam informierte Kolleginnen und Kollegen am 7. Juli über seinen Abschied von OpenAI; seine künftige Rolle ist noch offen.
- Er ist mindestens die fünfte ranghohe Führungskraft mit Fokus auf Sicherheit, die das Unternehmen in rund zwei Jahren verlässt.
- Der Abgang fällt in die Phase der Vorbereitung auf den Börsengang; eine Nachfolge ist bislang nicht benannt.
Joshua Achiam bestätigt seinen Abschied von OpenAI
Achiam informierte die Belegschaft in einer internen Mitteilung. Darin betonte er, kein einzelnes Ereignis habe seine Entscheidung ausgelöst; vielmehr habe er den Schritt seit Längerem abgewogen. Die Mission von OpenAI lasse sich inzwischen auch „außerhalb der Mauern eines Frontier-Labs“ verfolgen, schrieb er – ein Satz, der verdeutlicht, wie weit sich fortgeschrittene KI inzwischen über wenige Forschungseinrichtungen hinaus verbreitet hat. Wohin er als Nächstes geht, ließ er offen.
Achiam stieß 2017 als Praktikant zu OpenAI und stieg zum Leiter des Mission-Alignment-Teams auf – einer Einheit, die sicherstellen sollte, dass das Unternehmen seiner Gründungszusage treu bleibt, wonach künstliche allgemeine Intelligenz allen Menschen zugutekommen soll. OpenAI löste dieses Team im Februar auf und berief Achiam in die neu geschaffene Rolle des Chef-Futuristen – eine Position an der Schnittstelle von Sicherheitsarbeit und Regulierungspolitik.
In dem neuen Amt blieb er nur fünf Monate.
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Wachsende Lücke im Safety-Team von OpenAI
Achiam ist mindestens der fünfte hochrangige Sicherheitsexperte, der OpenAI innerhalb von etwa zwei Jahren verlässt – nach Jan Leike, Miles Brundage, Steven Adler und Andrea Vallone. Leike wechselte 2024 zum Rivalen Anthropic. Für die Funktion des Chef-Futuristen gibt es bisher keine offizielle Nachfolge; Beobachter werten die Personalentscheidung als Gradmesser dafür, welchen Stellenwert langfristige Sicherheitsüberlegungen im Haus noch haben.
Die Personalie kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: OpenAI bereitet einen Börsengang vor, der die Unternehmensführung unter deutlich strengere Beobachtung von Investoren und Aufsichtsbehörden stellen dürfte. Der frühere KI-Berater des Weißen Hauses, Dean Ball, hat Medienberichten zufolge in dieser Woche als Leiter für „Strategic Futures“ angefangen, was sich zeitlich kurz mit Achiams letzten Tagen überschneidet.
In seinem Abschiedsbrief bekräftigte Achiam, er sei weiterhin überzeugt, dass KI helfen könne, eine friedliche und breit getragene Wohlstandsordnung aufzubauen. Er wolle – egal von welchem Ort aus – weiter an diesem Ziel arbeiten.
Sein bislang öffentlich größter Auftritt war im Mai, als er im Verfahren Musk gegen Altman aussagte. Er schilderte, wie er Elon Musk 2018 in einer Mitarbeiterrunde wegen der Risiken eines Rennens um künstliche allgemeine Intelligenz widersprach – worauf Musk ihn dem Vernehmen nach als „jackass“ beschimpfte. Kolleginnen und Kollegen machten daraus später eine Art Trophäe, die ihn daran erinnern sollte, beim Thema Sicherheit nicht nachzulassen.
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