Stripe und die Private-Equity-Gesellschaft Advent International haben ein Übernahmeangebot von 60,50 US‑Dollar je Aktie für den langjährigen Rivalen PayPal vorgelegt. Das Gebot bewertet den Zahlungsdienstleister mit mehr als 53 Milliarden US‑Dollar.
Wichtigste Punkte:
- Stripe und Advent bieten 60,50 US‑Dollar je PayPal-Aktie – rund 28 % Aufschlag.
- Die Offerte taxiert PayPal auf über 53 Milliarden US‑Dollar, flankiert von etwa 50 Milliarden US‑Dollar an Bankfinanzierungen.
- PayPal hat bislang nicht reagiert, Stripe und Advent drängen auf Gespräche in den kommenden Wochen.
Bedingungen des PayPal-Übernahmeangebots
Die beiden Unternehmen haben ihr gemeinsames Angebot Anfang des Monats bei PayPal eingereicht, nachdem bereits im April eine erste, unbeantwortete Sondierung stattgefunden hatte.
Der gebotene Preis entspricht einem Aufschlag von rund 28 % auf den Schlusskurs der PayPal-Aktie vom Dienstag von 47,37 US‑Dollar. Rund 50 Milliarden US‑Dollar an zugesagten Kreditlinien großer Banken unterlegen die Transaktion.
Dem Vorschlag zufolge würden Stripe und Advent PayPal jeweils zu gleichen Teilen übernehmen und den Konzern als Ganzes fortführen, statt ihn zu zerschlagen. Bestätigt ist ein Deal bislang von keiner Seite. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel dennoch fast 15 % zu und verwandelte einen der Nachzügler des Marktes in einen Tagesgewinner.
PayPal war einst der Vorreiter im digitalen Zahlungsverkehr, verlor dann aber an Boden gegenüber Apple Pay und Google Pay, als Verbraucher auf neuere, schnellere Bezahlverfahren umstiegen. Die Marktkapitalisierung erreichte 2021 in der Spitze fast 360 Milliarden US‑Dollar, ist seither aber auf rund 36 Milliarden US‑Dollar geschrumpft und hat damit einen Großteil der Pandemie-Gewinne wieder abgegeben. Der Kurs fiel innerhalb von zwölf Monaten von 78,22 auf 47,37 US‑Dollar.
Enrique Lores übernahm im März den Posten des Vorstandschefs. Er treibt einen Turnaround voran, der auf künstlicher Intelligenz und striktem Kostenmanagement basiert, mit Einsparzielen von rund 1,5 Milliarden US‑Dollar. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 7 % auf 8,35 Milliarden US‑Dollar und übertraf die Erwartungen, während das abgewickelte Zahlungsvolumen um 8 % zulegte und rund 464 Milliarden US‑Dollar erreichte.
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Stablecoin-Trophäe für Stripe
Stripe ist Eigentümer von Bridge, einer Stablecoin-Infrastruktur-Plattform, die das Unternehmen 2025 für 1,1 Milliarden US‑Dollar übernommen hat.
Das Startup bildet inzwischen das Rückgrat einer breiteren Krypto-Offensive von Stripe. Bridge ermöglicht es Unternehmen, eigene, durch US‑Dollar gedeckte Token zu emittieren, statt nur auf eine einzige verbraucherorientierte Digitalwährung zu setzen. Zudem verfügt Bridge über eine vorläufige Genehmigung in den USA, als nationale Bank zu agieren – inklusive Kryptoverwahrung und der Emission von Stablecoins.
PayPal ergänzt diese Infrastruktur mit PYUSD (PYUSD), einem Stablecoin mit einer Marktkapitalisierung von knapp 2,85 Milliarden US‑Dollar, der bereits fest im Alltagsgebrauch verankert ist. Sam Badawi von Wolf Financial betonte, die Übernahme würde Stripe einen dominanten Zahlungs-Asset und sofortige Marktanteilsgewinne verschaffen.
Stripe selbst wächst rasant. Eine Aktienrückkauf-Transaktion im Februar bewertete das Unternehmen mit 159 Milliarden US‑Dollar – ein Plus von rund 74 % gegenüber 91,5 Milliarden US‑Dollar ein Jahr zuvor. Das Zahlungsvolumen kletterte 2025 um 34 % auf 1,9 Billionen US‑Dollar, während Stripe seine Stablecoin-Offensive konsequent ausbaute.
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