Robinhood, Binance und Coinbase haben in diesem Jahr den Handel für KI-Agenten freigeschaltet. Robinhood meldet über 150.000 sogenannte Agentic Accounts und führt zugleich ein neues In-App-Werkzeug für Privatanleger ein.
Wichtigste Punkte:
- Robinhood hat seine KI-Handelsagenten am 29. September direkt in die App integriert, nachdem mehr als 150.000 Kunden Agentic Accounts eröffnet hatten.
- Binance’ Agent OS und Coinbase for Agents verknüpfen externe KI-Tools mit Börsenkonten, innerhalb von Limits, die Nutzer selbst definieren.
- Alle drei Anbieter übertragen die Verantwortung für Agenten-Trades vollständig auf die Kunden; die US-Selbstregulierungsbehörde FINRA warnt vor Autonomie- und Prüfungsrisiken.
Robinhood führt Agents in der App ein
Robinhood hat sein Produkt „Agents“ am 29. September auf dem HOOD Summit in Houston vorgestellt – und holt den KI-Handel damit aus Drittanwendungen in die eigene App. Kunden vergeben einen Namen für ihren Agenten, kapitalisieren ein separates Agentic-Konto und wählen ein Modell von OpenAI oder Anthropic, bevor der Agent Märkte analysieren und Orders platzieren darf. Der Agent greift ausschließlich auf die Mittel in diesem Sonderkonto zu.
Standardmäßig ist eine Einzelgenehmigung für jede Order aktiviert; Kunden können diese Sicherheitsstufe jedoch abschalten und den Agenten autonom handeln lassen. Robinhood erklärte, der Zugang werde in den kommenden Wochen schrittweise und per Zufallsreihenfolge ausgerollt.
Kontrollmechanismen bei Binance und Coinbase
Binance hat am 20. August Agent OS gestartet – eine Entwicklerplattform, die Tools wie ChatGPT, Claude Code und Cursor mit Marktdaten, Kontoinformationen und Orderausführung der Börse verbindet. Nutzer können Agenten eigenen Subkonten zuweisen, auf denen Auszahlungen standardmäßig blockiert sind. Ein eigenständiges Handels- oder Verlustlimit für Agenten legt Binance nicht fest; die Obergrenze entspricht dem Guthaben, das der Kunde auf das Subkonto überweist.
Coinbase hat am 11. Juni Coinbase for Agents eingeführt. Dort können Agenten entweder aus einem abgeschirmten Portfolio oder direkt aus dem Hauptkonto des Kunden handeln und Zahlungen ausführen. Coinbase weist ausdrücklich darauf hin, dass Agenten Anweisungen falsch interpretieren können – und hält Kunden für alle von ihnen autorisierten Aktionen verantwortlich.
FINRA warnt vor KI-Agenten
Alle drei Plattformen belassen die Konsequenzen letztlich beim Kunden. Jeff Li, Vice President Product bei Binance, betont, die Börse könne nicht nachvollziehen, warum ein Agent einen bestimmten Trade eingeht, da die Entscheidungslogik auf dem Rechner des Kunden oder in der jeweils genutzten KI-Anwendung laufe.
Robinhood stellt klar, dass das Unternehmen weder Aufsicht noch Audit der Agenten übernimmt und die Ergebnisse bislang nicht systematisch mit anderen Strategien vergleicht.
Abhishek Fatehpuria, Vice President Product Management bei Robinhood, rechnet damit, dass nur wenige Kunden von Beginn an einen großen Teil ihres Vermögens den Agenten anvertrauen. Der US-Börsenaufseher der Brokerage-Branche, FINRA, hat in seinem Regulierungsbericht 2026 die Risiken von KI-Agenten hervorgehoben – darunter autonomen Handel ohne menschliche Freigabe, das Überschreiten des vom Nutzer intendierten Handlungsspielraums sowie schwer nachvollziehbare Entscheidungswege.
Coinbase stellte bereits im Februar „Agentic Wallets“ für Entwickler bereit, Robinhood hat seine Plattform im Mai für externe Agenten geöffnet. Vorstandschef Brian Armstrong schrieb am 9. September, Coinbase „baue das Finanzkonto für KI“ – einen Starttermin nannte er nicht. Robinhood wiederum berichtet, dass Agenten seine Tools inzwischen fast 30 Millionen Mal pro Tag nutzen.
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