Ryanair-CEO Michael O'Leary hat am Mittwoch Regierungen dazu aufgerufen, die Social-Media-Plattform X im Besitz von Elon Musk zu verbieten. Er sagte, die Anonymität auf der Plattform habe Missbrauch und die Erstellung explizit veränderter Bilder von Frauen und Kindern ermöglicht.
Vor Medienvertretern erklärte O’Leary, Anonymität in sozialen Netzwerken habe die Plattformen in eine „Kloake“ verwandelt, die Belästigung, falsche Behauptungen und beleidigende Inhalte ohne Rechenschaftspflicht ermögliche.
Er sagte, jüngste Kontroversen um KI-generierte Nacktdarstellungen – darunter Deepfake-ähnliche Bildmanipulationen auf X und zugehörigen Tools wie Grok – unterstrichen das, was er als Versagen der Plattform-Moderation bezeichnete.
O’Leary sagte, Menschen sollten frei sein, sich zu äußern, „aber man muss für das, was man sagt, verantwortlich sein“, und argumentierte, Regierungen, insbesondere in Europa und den USA, sollten Gesetze erlassen, um Anonymität im Netz zu beseitigen und Plattformen für Technologien haftbar zu machen, die schädliche Inhalte ermöglichen.
X und Anonymität im Fokus
O’Leary verwies auf Fälle, in denen anonyme Nutzer öffentliche Persönlichkeiten bedroht und Fehlinformationen zu Sicherheitsfragen verbreitet hätten.
Er sagte gegenüber den Medien, dass Menschen aufgrund der Anonymität Aussagen ohne Konsequenzen treffen könnten.
O’Leary erklärte, er sehe keine Rechtfertigung für Anonymität in den USA oder Europa, wo die Meinungsfreiheit geschützt sei, und rief Gesetzgeber dazu auf, Nutzer zu verpflichten, unter ihrem echten Namen zu posten.
Kontroverse um KI und Grok
Die Grok-Kontroverse betrifft den KI-Chatbot, der nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes erzeugt, darunter Bilder realer Personen in aufreizender Kleidung oder Pose.
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Trotz weltweiter Kritik führte X in einigen Rechtsordnungen Geoblocking ein, um solche Bearbeitungen zu verhindern, doch Berichte deuten darauf hin, dass die Funktion in anderen weiterhin verfügbar ist.
O’Leary sagte, Plattformen, die die Erstellung oder Verbreitung „nudifizierter“ Bilder von Frauen oder Kindern ermöglichen, sollten verboten werden, und betonte, dass solche Inhalte „nichts mit Meinungsfreiheit zu tun“ hätten.
Spannungen mit Musk
O'Learys Äußerungen kommen vor dem Hintergrund seines anhaltenden öffentlichen Streits mit Musk.
Der Konflikt eskalierte letzte Woche, nachdem O'Leary Musks Starlink-Satelliteninternet für Ryanair-Flüge wegen zu hoher Kosten und zusätzlichem Luftwiderstand ablehnte.
Musk reagierte auf X, indem er O'Leary als „völligen Idioten“ bezeichnete und andeutete, er könne die Fluggesellschaft kaufen.
O'Leary konterte und bezeichnete Musks Kommentare als „Twitter-Wutanfall“ und startete einen „Idiot Sale“ für Flüge, der die Buchungen nach seinen Angaben um 2–3 % steigerte.
O’Leary sagte gegenüber den Medien weiter, Musk sei eingeladen, in Ryanair zu investieren, doch EU-Vorschriften zur Eigentümerstruktur würden eine Übernahme mit Kontrollmehrheit verhindern.
O’Leary erklärte, Ryanair führe weiterhin Gespräche mit Starlink, Amazon und Vodafone über Konnektivität an Bord.
Er sagte, die Zurückhaltung der Airline beim Einsatz von Satelliten-WLAN beruhe auf Kosten, erforderlichen Standzeiten der Flugzeuge und Treibstoffeffizienz, nicht auf Bedenken gegenüber der Technologie selbst.
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