SEC erzielt ersten Erfolg in Krypto-Romance-Betrugsfall mit Urteil über 5,5 Mio. $

SEC erzielt ersten Erfolg in Krypto-Romance-Betrugsfall mit Urteil über 5,5 Mio. $

Die SEC hat ihren ersten Beziehungsbetrugsfall gewonnen, nachdem ein Gericht die Betreiber einer gefälschten Krypto-Plattform zur Zahlung von über 5,5 Millionen US-Dollar verurteilt hat.

Wichtigste Punkte:

  • Ein Bundesgericht in New York erließ ein Versäumnisurteil gegen vier Unternehmen und zwei Personen, die mit dem NanoBit-Betrug verbunden waren.
  • Das System erbeutete über 2 Millionen US-Dollar, indem es sich in WhatsApp-Gruppen als Berater ausgab und eine Schein-Handelsplattform bewarb.
  • Es ist der erste Durchsetzungserfolg der Behörde gegen Beziehungs-Investmentbetrug, der auf Krypto-Käufer abzielt.

Details zum NanoBit-Urteil

Das US-Bezirksgericht für den Eastern District of New York hat am 16. Juni ein endgültiges Versäumnisurteil gegen NanoBit Limited und fünf weitere Beklagte erlassen, die nie erschienen sind, um die Vorwürfe anzufechten.

Die Anordnung trieb die Gesamtstrafen für die Gruppe auf über 5,5 Millionen US-Dollar und schloss damit ein Verfahren ab, das die Aufsichtsbehörde erstmals 2024 eingereicht hatte. NanoBit allein muss rund 1,79 Millionen US-Dollar an Abschöpfung, Zinsen und Zivilstrafe zahlen.

Drei verbundene Unternehmen, Radiant Horizons, Sweet Karma und Zhao Tropical Deli, erhielten jeweils eine Zivilstrafe von über 1,18 Millionen US-Dollar für ihre Rolle in dem System. Das Gericht untersagte allen sechs dauerhaft den Verkauf von Wertpapieren und ordnete an, dass die beiden einzelnen Beklagten zusätzlich zu ihren zurückgezahlten Gewinnen Strafzahlungen von jeweils 50.000 US-Dollar leisten müssen.

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SEC-Warnung an Anleger

Gerichtsunterlagen beschreiben ein System, das von September 2023 bis Juni 2024 lief und auf menschliches Vertrauen statt auf echte Handelstechnologie setzte. Beteiligte gaben sich in WhatsApp-Gruppen als erfahrene Finanzprofis aus und lenkten die Opfer dann zu NanoBit und einer Reihe gefälschter Initial Coin Offerings. Um seriös zu wirken, behauptete die Plattform fälschlich, ihr Partner verfüge über eine SEC-Broker-Registrierung.

Ermittler fanden heraus, dass auf der Plattform nie echte Trades ausgeführt wurden und Auszahlungen ins Stocken gerieten, sobald Opfer versuchten, ihre angeblichen Gewinne auszucashen. Die Beteiligten überwiesen stattdessen mehr als 2 Millionen US-Dollar auf Bankkonten in Hongkong und steckten Hunderttausende Dollar an Krypto-Vermögenswerten ein.

Das Anlegerbildungsbüro der Behörde nutzte das Urteil, um vor einem breiteren Trend von Beziehungsbetrug zu warnen, der zunehmend auf Krypto-Käufer abzielt. Es riet dazu, sich auf offizielle Register statt auf Chatgruppen-Tipps zu stützen, wenn man Angebote prüft. Jeder kann einen Anbieter über die Datenbank Investor.gov überprüfen, bevor er auch nur einen Dollar bewegt.

Anstieg von Krypto-Romance-Betrug

Das Urteil zählt zu den ersten US-Maßnahmen, die sich gezielt gegen Beziehungs-Investmentbetrug richten, eine Kategorie, die oft als „Pig Butchering“ bezeichnet wird. Solche Systeme bauen über Wochen oder Monate persönliche Beziehungen auf, bevor sie die Zielpersonen auf ausgefeilte Plattformen lenken, die mit erfundenen Gewinnen prahlen und dann jede Auszahlung stillschweigend blockieren.

Diese Betrugsmaschen haben sich vervielfacht, je weiter sich Krypto verbreitet hat und je ausgefeilter die Drehbücher der Betrüger wurden. Im Mai verlor eine Frau aus Neuseeland fast 800.000 US-Dollar an Betrüger, die sich als pensionierter US-General ausgaben – ein Fall, den die Behörden demselben Muster langsamer, geduldiger Täuschung zuordneten.

Aufsichtsbehörden sagen, dass dieses Muster immer wieder grenzüberschreitend auftaucht – häufig außerhalb jeder realistischen Chance auf Rückholung der Gelder.

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