SpaceX tritt am Dienstag dem Nasdaq-100 bei – ein Einstieg, der bis zu 27 Milliarden US‑Dollar an passiven Käufen auslösen könnte, obwohl die meisten jüngsten Neuzugänge in der ersten Woche ins Stolpern gerieten.
Wichtige Punkte:
- SpaceX wird vor Börsenbeginn am 7. Juli in den Nasdaq-100 aufgenommen, nur 15 Handelstage nach dem Börsendebüt.
- Indexnachbildende Fonds könnten bis zu 27 Milliarden US‑Dollar an Zwangskäufen tätigen müssen, um den Referenzindex abzubilden.
- Nur 6 der 21 Aktien, die in den vergangenen zwei Jahren in den Index aufgenommen wurden, stiegen in ihrer ersten Woche.
SpaceX-Einzug in den Nasdaq-100 bestätigt
Nasdaq hat am 26. Juni bestätigt, dass Space Exploration Technologies vor der Eröffnungsglocke am Dienstag in den Nasdaq-100 aufgenommen wird und damit einen rasanten Aufstieg in einen der meistbeachteten Benchmarks des Marktes krönt.
Die Aufnahme erfolgt nur 15 Handelstage nach dem Börsendebüt des Unternehmens. Sie gilt als die schnellste jemals verzeichnete Aufnahme in einen großen Index nach einem Börsengang.
Elon Musks Raketen- und Satellitenfirma qualifizierte sich über eine Schnellspur-Regel, die Nasdaq im Mai überarbeitet hat und die neu gelisteten Giganten deutlich früher als bisher den Weg in den Index ebnet. Das Regelwerk lässt große Neulinge innerhalb von 15 Tagen zu, wenn sie gemessen an der Marktkapitalisierung zu den 40 größten Indexmitgliedern zählen. Viele Händler sehen die Änderung als Versuch, Musk zur Nasdaq zu locken – und nicht zur konkurrierenden New York Stock Exchange.
SpaceX nahm durch den Börsengang rekordverdächtige 85,7 Milliarden US‑Dollar ein. Der Handel startete nahe 150 US‑Dollar je Aktie und bescherte dem Unternehmen am ersten Tag eine Bewertung von fast 2,1 Billionen US‑Dollar.
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Nasdaq-100-Debüts enttäuschen häufig
Die Indexaufnahme verändert, wer die Aktie halten muss, denn jeder Fonds, der den Index nachbildet, ist gezwungen, Aktien zu kaufen, um den Benchmark zu spiegeln.
Analysten haben die Zwangsnachfrage beim Flaggschifffonds QQQ allein auf rund 4,3 Milliarden US‑Dollar veranschlagt, insgesamt sogar auf bis zu 27 Milliarden US‑Dollar über alle Nasdaq-100- und Russell-Tracker hinweg. Diese Nachfrage ist automatisch, nicht freiwillig – und bestehende Indexmitglieder werden zurechtgestutzt, um Platz für den Neuling zu schaffen.
Die Historie mahnt dennoch zur Vorsicht. Nur 6 der 21 Aktien, die in den vergangenen zwei Jahren in den Index aufgenommen wurden, legten in ihrer ersten Woche als Mitglieder zu, wie Daten zeigen. Der durchschnittliche Neuling verlor in den sieben Tagen nach der Aufnahme 3,8 % – ein Hinweis darauf, dass garantierte Nachfrage selten eine garantierte Rally bedeutet.
Drei Neuzugänge im Juni, darunter CoreWeave und Rocket Lab, gaben in der Woche nach ihrer Aufnahme jeweils mehr als 15 % nach, mitten in einem breiten Ausverkauf im Technologiesektor, der wachstumsstarke Werte besonders hart traf.
Eine Analyse hat gewarnt, dass Pflichtkäufe die Nachfrage nach vorn ziehen, was häufig zu einem Rücklauf führt, sobald die Indexzuflüsse versiegen.
Die SpaceX-Aktie ist seit ihrem Debüt am 12. Juni stark hin‑ und hergeschleudert worden.
Die Aktie ist zum Kurs von 150 US‑Dollar gestartet, auf Rekordniveaus gestiegen und anschließend um 24 % von ihrem Schlussrekordhoch von 201,80 US‑Dollar bis zum 26. Juni gefallen – ihrem letzten Handelstag vor dem Russell-Umzug. In der ersten, durch den Feiertag verkürzten Woche im Russell 1000 holte der Titel 5,7 % zurück, während der Index selbst um 1,8 % zulegte.
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