Donald Trump wirft ExxonMobil und Chevron vor, im Iran‑Krieg übermäßig verdient zu haben, und verlangt, dass sie einen Teil ihres gemeinsamen Quartalsgewinns von 26,5 Milliarden Dollar an Autofahrer weitergeben.
Wichtigste Punkte:
- Chevron erzielte im zweiten Quartal einen Gewinn von 12 Milliarden Dollar, nach 2,5 Milliarden Dollar im Vorjahr, ExxonMobil kam auf 14,5 Milliarden Dollar.
- Der Präsident drängte beide Konzerne, die Endverbraucherpreise für Benzin zu senken, die am Montag landesweit im Schnitt bei rund 4,10 Dollar je Gallone lagen.
- Der US‑Ölpreis ist seit den Luftschlägen gegen den Iran am 28. Februar, die den Tankerverkehr durch die Straße von Hormus behinderten, um rund 20 % gestiegen.
Trump attackiert Gewinne von Chevron und ExxonMobil
Trump äußerte sich am Montag vor Journalisten im Weißen Haus bei der Unterzeichnung einer Präsidialverfügung und nannte beide Ölmultis explizit. Er sagte, die Unternehmen würden auf Basis einer Knappheit „zu viel Geld“ verdienen, und machte unmissverständlich klar, dass ihm das missfalle.
Anschließend fügte er hinzu, er müsse eigentlich als Verfechter der freien Marktwirtschaft der Letzte sein, der sich über hohe Unternehmensgewinne beschwere.
Chevron meldete am Freitag für das zweite Quartal einen Gewinn von 12 Milliarden Dollar nach 2,5 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum – das beste Dreimonatsresultat seit mindestens sechs Jahren. ExxonMobil verdoppelte den Überschuss auf 14,5 Milliarden Dollar nach 7,1 Milliarden Dollar. Beide Konzerne nutzten den Geldzufluss vor allem zum Schuldenabbau statt für Aktienrückkäufe.
Trump forderte die beiden Ölriesen auf, einen Teil dieser Einnahmen an die Öffentlichkeit „zurückzugeben“ und die Benzinpreise an der Zapfsäule zu senken. Die Höhe der Gewinne, so der Präsident, sei für ihn schwer hinnehmbar.
Auch interessant: KI-Infrastruktur: Der verzweifelte Milliarden-Schwenk eines Payday-Kreditgebers in Richtung Rechenzentren
Ölwerte unter Druck, Umfragewerte bröckeln
Die Aktie von Chevron verlor nach den Kommentaren knapp 2 %, auch ExxonMobil gab nach – beide Titel waren allerdings bereits zuvor im Handel ins Rutschen geraten. Der US‑Referenzölpreis West Texas Intermediate fiel am Montag um 5,34 % auf 80,15 Dollar je Barrel, da Händler die Chancen auf Gespräche zwischen Washington und Teheran neu bewerteten.
Die Benzinpreise lagen am Montag laut Daten im landesweiten Schnitt bei etwa 4,10 Dollar je Gallone – fast 40 % mehr als die 2,98 Dollar, die Autofahrer am 27. Februar, einen Tag vor Ausbruch der Kampfhandlungen, zahlen mussten. Eine vergangene Woche veröffentlichte Umfrage der Quinnipiac University zeigt, dass 54 % der Wähler Trump maßgeblich für den Anstieg verantwortlich machen, weitere 19 % sehen ihn zumindest teilweise in der Pflicht. In einer separaten Erhebung äußerten 74 % Zweifel daran, dass der Präsident einen klaren Plan für den Konflikt hat – nach 67 % im März.
Die Kritik reiht sich in ein Muster ein: Bereits im Vormonat hatte Trump erklärt, er habe das Justizministerium beauftragt zu prüfen, ob Ölkonzerne Verbraucher übervorteilen. Konkrete Unternehmen nannte er damals allerdings nicht.
Ölpreisentwicklung seit den Angriffen vom 28. Februar
Seit die USA gemeinsam mit Israel am 28. Februar Ziele im Iran angegriffen haben und Teheran im Gegenzug Ölausfuhren durch die Straße von Hormus drosselte, ist der US‑Rohölpreis um rund 20 % gestiegen.
Die Futures notierten von April bis Juni im Schnitt bei knapp 92 Dollar je Barrel – rund 27 % über dem Durchschnitt des ersten Quartals. Die Bestände der US‑Strategischen Ölreserve gingen in der vergangenen Woche erneut zurück und fielen auf 304,8 Millionen Barrel – den niedrigsten Stand seit 1983.
Lesen Sie auch: Gerüchte zum Falt-iPhone konkretisieren sich: 2.500 Dollar, kein Face ID, kein Teleobjektiv





