Präsident Donald Trump kündigte an, dass die US-Regierung Künstliche Intelligenz in offiziellen Dokumenten künftig als „Superintelligenz“ bezeichnen werde. Die Begründung: Das Wort „artificial“ lasse die Technologie unecht wirken.
Zentrale Punkte:
- In US-Regierungsunterlagen soll künftig „Superintelligenz“ oder „SI“ statt künstlicher Intelligenz stehen.
- In der Fachwelt bezeichnet der Begriff bereits hypothetische KI-Systeme, die die intellektuellen Fähigkeiten von Menschen übertreffen.
- Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der USA und UN unterschiedliche Wege bei Wachstum, Sicherheit und globaler Regulierung von KI verfolgen.
Trumps Umbenennung der KI
Trump kündigte die begriffliche Neuausrichtung am 22. September vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York an. In derselben Rede wies er auch internationale Vorstöße für umfassendere KI-Kontrollen zurück. Reuters berichtete, künftig würden US-Dokumente den Begriff „Superintelligenz“ oder „SI“ verwenden.
Trump bezeichnete die Technologie als „wirklich erstaunlich“. Der neue Name sei treffender, weil „artificial“ etwas Künstliches oder Falsches suggeriere – tatsächlich gehe es aber um äußerst leistungsfähige und immer wichtigere Systeme. Die USA sollten die Entwicklung fördern und im Bedarfsfall auf das Justizministerium und andere Strafverfolgungsbehörden zurückgreifen.
Zudem rahmte Trump die KI-Führungsrolle strategisch: „Wer die Superintelligenz gewinnt, gewinnt.“
Die USA lägen vor China und müssten diese Position verteidigen, sagte er. Die Technologie könne folgenreicher werden als die Industrielle Revolution oder das Internet.
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Was „Superintelligenz“ bisher bedeutet
Terminologie ist nicht nur Kosmetik: „Superintelligenz“ ist in der Forschung längst ein enger gefasster Fachbegriff. IBM definiert künstliche Superintelligenz als hypothetisches KI-System, dessen intellektuelle Fähigkeiten die des Menschen übersteigen – und nicht als generellen Ersatzbegriff für KI.
Der KI-Sicherheitsforscher William MacAskill von Forethought Research sagte Reuters, dass Modelle möglicherweise bis zum Ende dieses Jahrzehnts in vielen Aufgabenbereichen „deutlich“ über das menschliche Leistungsniveau hinausgehen könnten. Das ist eine Prognose, kein fixer Fahrplan. Wenn Regierungen „Superintelligenz“ breit für Systeme verwenden, die Forschende gar nicht als superintelligent einstufen würden, droht deshalb begriffliche Verwirrung.
Die Ankündigung fällt in eine Phase intensiver globaler Debatten über KI-Governance. Der Präsident der UN-Generalversammlung, Khalilur Rahman, forderte am 10. September, Regierungen sollten gemeinsame Leitlinien zu Sicherheit, Verantwortung, menschlicher Aufsicht und Zugang anstreben, während der Globale UN-Dialog zur KI-Governance seine nächste Sitzung für Mai 2027 vorbereitet.
Trump hatte bereits vor seiner UN-Rede auf die Formulierung „Superintelligenz“ hingearbeitet. Am 19. September kündigte er die Einrichtung einer „AI Force“ und die Berufung eines KI-Zaren an, und am 21. September schrieb er erneut, er wolle „AI oder SI“ fördern und bei Bedarf auf bestehende Strafgesetze zurückgreifen.
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