Das Spot-Handelsvolumen von Altcoins auf Binance ist seit Oktober 2025 um rund 80 % gefallen – von 40–50 Milliarden US‑Dollar pro Tag auf etwa 7,7 Milliarden US‑Dollar. Ursache sind straffere makroökonomische Bedingungen, ein gescheiterter Ausbruch von Bitcoin (BTC) über 75.000 US‑Dollar sowie anhaltende geopolitische Unsicherheit, die Händler in Richtung Bitcoin und Stablecoins treibt.
Das Muster ist über die Börsen hinweg konsistent: Das Altcoin-Volumen auf Plattformen außerhalb von Binance ist im gleichen Zeitraum laut Daten von CryptoQuant von einer Spanne von 63–91 Milliarden US‑Dollar auf 18,8 Milliarden US‑Dollar zurückgegangen.
Nur 5 % der auf Binance gelisteten Altcoins werden derzeit über ihrem 200‑Tage‑Durchschnitt (Simple Moving Average) gehandelt, wie eine separate Analyse von CryptoQuant zeigt – ein Wert, der typischerweise mit Bärenmarktbedingungen einhergeht.
Das Verhältnis von Altcoin‑ zu Bitcoin‑Volumen an zentralisierten Börsen ist von einem Höchststand von rund 3,5 im Jahr 2025 auf 2,2 gefallen und liegt damit auf dem niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr.
Warum der Einbruch
„Die monetären Bedingungen sind spürbar straffer als in früheren Zyklen“, sagte Justin d'Anethan, Forschungsleiter bei Arctic Digital, gegenüber Decrypt.
Er verwies auf schwache US‑Arbeitsmarktdaten, ölpreisbedingte Ausschläge im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt und Stagflationssorgen als Faktoren, die Händler an Bitcoin binden – den Vermögenswert mit der größten Liquidität und der klarsten Makro-Erzählung.
Daten von Google Trends zeigen, dass Suchanfragen nach „Altcoins“ und „Kryptowährungen“ seit August 2025 stark zurückgegangen sind – in etwa zeitgleich mit der Allzeithoch‑Phase von Bitcoin.
Der Altcoin Season Index von CoinMarketCap lag bei 43, deutlich unter der Marke von 75, die für eine bestätigte Rotation in Altcoins erforderlich wäre.
Lesen Sie auch: Bitcoin Could Drop Below $60K Before Bottoming, Analyst Warns
Keine Wiederholung von 2021 erwartet
Mehrere Analysten sagten gegenüber Decrypt, dass eine breite Altcoin-Saison wie 2020–2021 strukturell unwahrscheinlich sei. „Es wird weiterhin starke Rallyes geben, aber sie werden an bestimmte Themen gebunden sein, bei denen Kapital ein Engagement tatsächlich rechtfertigen kann – sei es Infrastruktur, realweltliche Vermögenswerte oder neue Consumer‑Use‑Cases“, sagte Sammi Li, CEO der Kryptobörse Ju.com.
Die Schwelle für eine bedeutende Rotation in Altcoins könnte deutlich über den aktuellen Bitcoin‑Kursen liegen.
Aytunc Yildizli, Chief Growth Officer des dezentralen KI‑Unternehmens 0G Labs, sagte, dass ein Bitcoin‑Preis im Bereich von 120.000–130.000 US‑Dollar wahrscheinlich notwendig sei, um den „Vermögenseffekt“ auszulösen – also den Punkt, an dem sich Anleger ausreichend wohlhabend fühlen, um einen Teil ihrer Gewinne in höher‑beta‑Assets umzuschichten.
Selbst dann, so Analysten, dürfte jede Rotation eng fokussiert und thesespezifisch bleiben – und nicht von den wahllosen Kapitalströmen geprägt sein, die frühere Zyklusspitzen auszeichneten.
Als Nächstes lesen: What Triggered PI Token's 7% Rebound?





