AMD hat sich über 14 Milliarden US‑Dollar an 15‑jährigen Rechenzentrumsverträgen mit Core Scientific gesichert – die Strombasis für die Helios‑AI‑Racks, deren Auslieferung noch in diesem Jahr anlaufen soll.
Wichtigste Punkte:
- Core Scientific liefert über 15 Jahre rund 530 Megawatt an fünf US‑Standorten
- AMD besitzt Reservierungsrechte für weitere knapp 2 Gigawatt und könnte den Footprint so auf 2,5 Gigawatt ausbauen
- Microsoft, Meta, OpenAI, Oracle und Anthropic haben sich zur Nutzung der Helios‑Racks verpflichtet
Vertragsstruktur zwischen AMD und Core Scientific
Core Scientific hat die Vereinbarungen am 28. Juli zusammen mit den Zahlen zum zweiten Quartal offengelegt. Die Colocation‑Erlöse kletterten dabei auf 136,7 Millionen US‑Dollar – ein Plus von 76 % gegenüber dem Vorquartal.
AMD mietet direkt rund 377 Megawatt an den Standorten Pecos und Hunt County in Texas sowie in Muskogee, Oklahoma. Weitere 152 Megawatt in Auburn, Alabama, und Dalton, Georgia sind für einen nicht genannten Cloud‑Kunden vorgesehen; AMD stellt dafür während der gesamten 15‑jährigen Laufzeit Kreditunterstützung.
Zusätzlich hat der Chipkonzern eine Optionsanleihe über bis zu 30 Millionen Core‑Scientific‑Aktien zum Ausübungspreis von 23,47 US‑Dollar erhalten; rund 6,5 Millionen davon vesten mit Abschluss der ersten Mietverträge. Die Stromversorgung des Standorts Pecos soll in der ersten Jahreshälfte 2027 starten, die übrigen folgen bis 2028. AMD hat bis Ende 2028 exklusive Rechte, zusätzliche 1.925 Megawatt zu reservieren.
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Warum Helios Nvidia herausfordert
Adam Sullivan, CEO von Core Scientific, sprach im Earnings‑Call von einer „Partnerschaft, die es so kein zweites Mal gibt“. Analysten von Needham bestätigten ihr „Buy“-Rating und ein Kursziel von 29 US‑Dollar und sehen in den Verträgen eine attraktive Wachstumschance. Die Vereinbarungen verdoppeln die vertraglich gebundene AI‑Kapazität des Betreibers auf rund 1,1 Gigawatt und heben den Auftragsbestand auf über 24 Milliarden US‑Dollar.
Diese Kapazität ist klar zweckgebunden.
AMD hat Helios im Juli vorgestellt: Ein Rack‑System mit 72 Instinct‑MI455X‑Beschleunigern, Prozessoren der sechsten EPYC‑Generation und 31 Terabyte HBM4‑Speicher, das auf offenen Ethernet‑Standards basiert.
CEO Lisa Su positioniert Helios als Inferenzplattform mit deutlich höherer Speicherkapazität als konkurrierende Designs.
Microsoft, Meta, OpenAI, Oracle und Anthropic haben sich bereits angeschlossen und Helios‑Racks bestellt; die Auslieferung soll in der zweiten Jahreshälfte beginnen.
AMDs AI‑Großoffensive seit dem Frühjahr
Nvidia bleibt dennoch der dominierende Player: Die Datacenter‑Sparte erzielte im Quartal bis Ende April 75,2 Milliarden US‑Dollar Umsatz – 92 % mehr als im Vorjahr. AMD meldete für das März‑Quartal 5,8 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von 57 %, und stellt für den am 4. August zu berichtenden Zeitraum rund 11,2 Milliarden US‑Dollar Gesamtumsatz in Aussicht.
Der Core‑Scientific‑Deal krönt eine ganze Serie von Zusagen seit dem Frühjahr. OpenAI hat sich auf einen mehrgenerationenfähigen Liefervertrag über sechs Gigawatt verständigt, Meta unterzeichnete ein maßgeschneidertes GPU‑Abkommen im selben Volumen, und Oracle will ab diesem Quartal 50.000 MI450‑Beschleuniger ausrollen.
Anthropic sicherte sich am 22. Juli bis zu zwei Gigawatt der gleichen Baureihe; im Gegenzug sagt AMD Investitionen von bis zu 5 Milliarden US‑Dollar in das KI‑Labor zu.
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