Anthropic beschuldigt Alibaba von 28,8 Mio. Claude‑Abfragen in KI‑Extraktionsfall

Anthropic beschuldigt Alibaba von 28,8 Mio. Claude‑Abfragen in KI‑Extraktionsfall

Anthropic hat Alibaba beschuldigt, in unzulässiger Weise Fähigkeiten von Claude extrahiert zu haben – in einer Kampagne, die das Unternehmen als seinen bislang größten bekannten Angriff dieser Art bezeichnete.

Zentrale Punkte:

  • Anthropic erklärte, die Kampagne habe mehr als 28,8 Millionen Interaktionen mit Claude erzeugt.
  • Das Unternehmen sagte, dass fast 25.000 betrügerische Konten zwischen dem 22. April und dem 5. Juni genutzt wurden.
  • Der Vorwurf erfolgt, während US‑Behörden den Zugang zu Frontier‑KI mit China‑Bezug stärker unter die Lupe nehmen.

Anthropic‑Vorwurf

Das US‑KI‑Unternehmen erhob den Vorwurf in einem Schreiben vom 10. Juni, das Reuters einsehen konnte und das vor einer angesetzten Anhörung des Bankenausschusses des US‑Senats zu Künstlicher Intelligenz verschickt wurde.

Anthropic erklärte, bei der Operation habe es sich um eine „Distillation“ gehandelt – eine Methode, bei der ein schwächeres Modell anhand der Ausgaben eines stärkeren Modells trainiert wird.

Das Unternehmen sagte, die Kampagne sei vom 22. April bis zum 5. Juni gelaufen und habe über fast 25.000 betrügerische Konten mehr als 28,8 Millionen Interaktionen erzeugt. Anthropic erklärte, Akteure mit Verbindungen zu Alibaba und Alibaba Qwen, dem KI‑Labor des chinesischen Unternehmens, hätten die Aktivitäten durchgeführt.

Der Brief wurde an die Senatoren Tim Scott und Elizabeth Warren geschickt, den Vorsitzenden und das ranghöchste Minderheitsmitglied des Ausschusses. Alibaba reagierte nicht umgehend auf eine Reuters‑Anfrage nach einer Stellungnahme.

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KI‑Sicherheit

Anthropic erklärte, Distillation könne China helfen, schneller Fähigkeiten zu erreichen, die mit seinen fortgeschrittenen Mythos‑Preview‑Systemen vergleichbar sind.

Das Unternehmen sagte außerdem, es unterstütze die Bemühungen der US‑Regierung, solche Angriffe durch den Austausch von Bedrohungsinformationen mit privaten KI‑Unternehmen zu bekämpfen.

Der Vorwurf fügt sich in einen breiteren Konflikt in Washington über den Zugang zu KI‑Modellen, geistiges Eigentum und nationale Sicherheit ein. Im April warf das Weiße Haus China vor, geistiges Eigentum von US‑KI‑Laboren im industriellen Maßstab zu stehlen.

Alibaba wurde diesen Monat auf die Pentagon‑Liste chinesischer Militärunternehmen gesetzt – eine Einstufung, gegen die sich das Unternehmen wehrt. Das Handelsministerium hat DeepSeek jedoch nicht auf eine schwarze Handelsliste gesetzt, obwohl Reuters berichtet hatte, dass ein ressortübergreifender Ausschuss das Unternehmen als Sicherheitsrisiko einstufte.

Anthropic hatte bereits im Februar gewarnt, dass das chinesische KI‑Startup DeepSeek, Moonshot AI und MiniMax versucht hätten, Claude‑Fähigkeiten zu extrahieren. Diese früheren Kampagnen hätten mehr als 150.000, 3,4 Millionen beziehungsweise 13 Millionen Interaktionen umfasst, bevor der jüngste Alibaba‑Vorwurf das Ausmaß weiter in die Höhe trieb.

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