Apple hat mit Unterstützung von Alibaba ein eigenes Large Language Model (LLM) für den chinesischen Markt entwickelt – und löst sich damit teilweise von bisherigen Technologiepartnern in einem Land, in dem der Konzern aktuell auf einen Marktanteil von 18,1 % kommt.
Wichtigste Punkte:
- Apple hat laut mit der Sache vertrauten Personen ein China-spezifisches LLM entwickelt, das mit technischer Hilfe von Alibaba trainiert wurde.
- Mit dem System wäre Apple das erste ausländische Unternehmen, dem Peking den Betrieb eines proprietären KI-Modells im Land gestattet.
- Apple Intelligence soll in den kommenden Monaten per iOS-Update auf chinesische iPhones kommen.
China-spezifisches Apple-Modell mit Alibaba-Unterstützung
Drei mit dem Projekt vertraute Personen beschrieben ein System, das Apple selbst trainiert hat – Alibaba steuerte technische Expertise und Infrastruktur bei.
Dieser Ansatz markiert einen Kurswechsel: Zuvor hatte Apple stärker auf chinesische Partner gesetzt, die die zugrunde liegenden Modelle für generative KI-Funktionen auf lokal verkauften Geräten liefern sollten. Nun soll Apple Intelligence im Rahmen eines iOS-Updates in den kommenden Monaten auch chinesische iPhones erreichen.
Die chinesische Internetaufsicht, die Cyberspace Administration of China, registrierte den generativen KI-Dienst von Apple im vergangenen Monat und schloss damit eine Prüfung ab, die begonnen hatte, nachdem die Funktionen im März kurzzeitig auf chinesischen iPhones aufgetaucht waren. Parallel erhielten Systeme von Huawei, Xiaomi, Vivo und Oppo die Freigabe.
Apple plant, sein eigenes Modell parallel zu Drittanbieter-Technologie zu betreiben – darunter Alibabas Qwen, außerdem wird ein Beitrag von Baidu erwartet. Anfang des Monats veröffentlichte der Konzern kurzzeitig eine chinesische Anleitung, wie Mac-Nutzer Qwen mit Siri und den Schreibwerkzeugen verbinden können. Das Dokument wurde später kommentarlos entfernt. Weder Apple noch Alibaba haben erläutert, wie genau sich die Aufgaben zwischen den Systemen aufteilen sollen.
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Warum Apples Kontrolle über die China-KI entscheidend ist
Mit einem eigenen, registrierten Modell wäre Apple der erste ausländische Konzern, dem Peking den Betrieb eines proprietären KI-Systems im Land erlaubt. Chinesische Vorgaben verlangen, dass jeder öffentlich zugängliche generative KI-Dienst vor dem Start staatlich registriert und inhaltlich geprüft wird.
Diese Sonderstellung ist strategisch bedeutsam, weil Dienste wie OpenAIs ChatGPT und Anthropics Claude in China nicht verfügbar sind – und Apple damit die Partner fehlen, auf die der Konzern in den USA setzt. Alibaba-Chairman Joe Tsai bestätigte die Zusammenarbeit bereits im Februar 2025 auf dem World Governments Summit in Dubai – rund 18 Monate, bevor das Modell erstmals öffentlich sichtbar wurde.
„Am Ende haben sie sich entschieden, mit uns Geschäfte zu machen“, sagte Tsai rückblickend auf Gespräche, die Apple mit mehreren chinesischen Tech-Unternehmen geführt habe, bevor die Wahl auf Alibaba fiel.
Apple holt in China auf – trotz KI-Rückstand
Während Huawei seit zwei Jahren Smartphones mit integrierten KI-Funktionen verkauft, bot Apple in China bislang keine vergleichbaren Features an – ein Rückstand, den Analysten als Grund für die schwächere iPhone-Nachfrage nannten. Im heimischen Ranking liegt Apple weiter hinter Huawei, das den chinesischen Smartphone-Markt bis zum zweiten Quartal anführte.
Dennoch konnte Apple seine iPhone-Auslieferungen in China im zweiten Quartal um 24,4 % steigern – das höchste Wachstumstempo unter den großen Marken, während der Gesamtmarkt um 4,3 % auf rund 66 Millionen Geräte schrumpfte. Apples Marktanteil kletterte von 13,9 % auf 18,1 % und lag damit nur noch hinter Huaweis 22,6 %. Die stabile Preispolitik habe „zögerlichen Käufern einen klaren Kaufanreiz gegeben“, sagte IDC-Analyst Arthur Guo.
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