Apple-Managerin Jennifer Bailey, seit 2014 für Pay- und Wallet-Dienste verantwortlich, tritt im Oktober nach mehr als 25 Jahren bei dem Konzern ab – und verstärkt damit den Umbau in der Führungsetage.
Wichtigste Punkte:
- Bailey leitet Apple Pay, seit der Dienst 2014 gestartet ist, und arbeitet seit über 25 Jahren für Apple.
- Dienstesparte-Chef Eddy Cue kündigte an, dass ihre Nachfolge vor ihrem Ausscheiden Ende Oktober geregelt sein soll.
- Ihr Abschied fällt in die Wochen, bevor Tim Cook den CEO-Posten an John Ternus übergibt.
Eddy-Cue-Memo bestätigt Ruhestand von Jennifer Bailey
Dienstechef Eddy Cue informierte die Belegschaft in einem internen Schreiben darüber, dass Bailey sich entschlossen habe, in den Ruhestand zu gehen. Apple wolle vor ihrem Übergang Ende Oktober eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger benennen, schrieb er. Bailey werde während der Übergabephase in beratender Funktion zur Verfügung stehen.
Cue würdigte Bailey dafür, die Art und Weise, wie Hunderte Millionen Nutzer bezahlen, grundlegend verändert zu haben. Ein Sprecher des Konzerns aus Cupertino, Kalifornien, lehnte eine weitergehende Stellungnahme ab.
Bailey kam Anfang der 2000er-Jahre zu Apple, übernahm 2003 die Leitung des Online-Store-Teams und wurde 2014 Vizepräsidentin für Apple Pay, als der Bezahldienst startete. Sie verantwortete zudem die Betrugsprävention, das Partnermanagement, Geschenkkarten sowie Trust-&-Safety-Themen und präsentierte Apple-Pay-Neuerungen über Jahre hinweg auf den großen Produktpräsentationen.
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Apple-Pay-Umsatz und die Bedeutung von Baileys Abschied
Personen mit Einblick in die Entscheidung werten Baileys Rückzug als schweren Verlust für Apple. Zugleich sei er Ausdruck eines breiteren Rückzugs älterer Top-Führungskräfte, die inzwischen überwiegend in ihren 60ern seien.
Analysten schätzen die jährlichen Umsätze von Apple Pay auf über 7,5 Milliarden US-Dollar – damit zählt der Dienst zu den profitabelsten Bausteinen im Service-Geschäft. Die Apple-Aktie gab am Dienstag um rund 1,1 % nach und notierte nachbörslich weitgehend unverändert.
Die Sparte bildet auch das Fundament für die Apple Card und das neue Abo-Modell für Geräte-Upgrades. Nach Unternehmensangaben ist Apple Pay inzwischen in mehr als 80 Ländern verfügbar. In den USA erreicht der Dienst laut Apple über 85 % des stationären Handels.
Cue betonte, Apple verfolge weiterhin das Ziel, die klassische Geldbörse zu ersetzen. Die Wallet-App ist längst über Kreditkarten hinausgewachsen und kann heute auch Haustürschlüssel, Autoschlüssel, Hotelzugänge und Ausweisdokumente speichern.
Führungswechsel: Tim Cook übergibt an John Ternus
Der tiefere Einschnitt im Top-Management steht am 1. September an: Dann übergibt Tim Cook den Posten des CEO an Hardware-Chef John Ternus, von dem weitere personelle Umbesetzungen erwartet werden.
Josh Rosenstock, Senior Director in der Unternehmenskommunikation und zuständig für Finanz- und Politikthemen, verlässt das Unternehmen aus nicht im Zusammenhang stehenden Gründen.
Bailey ist nicht die erste langjährige Führungskraft, die sich zurückzieht: Chefjuristin Kate Adams geht ebenfalls dieses Jahr in den Ruhestand, Umweltchefin Lisa Jackson verließ Apple bereits Anfang 2026. Der frühere Finanzchef Luca Maestri und Marketing-Veteran Phil Schiller sind in reduzierter Rolle an Bord geblieben. Cue selbst, Retail-Chefin Deirdre O'Brien und Marketingchef Greg Joswiak arbeiten jeweils seit rund vier Jahrzehnten für Apple.
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