Coinbase‑CEO Brian Armstrong hält es für möglich, dass Bitcoin (BTC) bis 2030 auf 400.000 US‑Dollar steigt – mehr als eine Verfünffachung gegenüber dem aktuellen Niveau. Zugleich ist er überzeugt, dass der aktuelle Bärenmarkt seinen Boden bereits gefunden hat, noch bevor das nächste Halving ansteht.
Wichtigste Punkte:
- Armstrong hält 400.000 Dollar pro Bitcoin bis 2030 weiterhin für ein „realistisches Ziel“.
- Er geht davon aus, dass die jüngste Schwächephase nach rund einem Jahr ihren Tiefpunkt erreicht hat.
- Zudem erwartet er binnen etwa eines Monats deutlich mehr regulatorische Klarheit für Krypto in den USA.
Szenario Bitcoin 400.000 Dollar
In einem Interview mit CNBC am Donnerstag erklärte Armstrong, 400.000 Dollar seien für Bitcoin weiterhin ein „vernünftiges Kursziel“. Zum Zeitpunkt des Gesprächs notierte die Kryptowährung bei rund 77.000 Dollar. Um das genannte Ziel zu erreichen, müsste Bitcoin in etwas mehr als drei Jahren also noch einmal um mehr als das Fünffache steigen.
Armstrong knüpfte seine Prognose unter anderem an den typischen Vierjahreszyklus des Bitcoin‑Markts. Die aktuelle Korrekturphase dauere in etwa so lange wie frühere Abwärtsperioden, sagte er. „Ich persönlich glaube, dass Bitcoin in diesem jüngsten Zyklus seinen Boden gefunden hat“, so Armstrong mit Verweis darauf, dass der Kurs bereits von etwa 60.000 Dollar aus wieder angezogen habe. Zudem verwies er auf das nächste Bitcoin‑Halving in rund 18 Monaten und betonte, die kommenden ein bis zwei Jahre könnten für den Vermögenswert ausgesprochen günstig verlaufen.
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Armstrongs Blick auf die Regulierung
Parallel dazu rechnet Armstrong damit, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen für Kryptowährungen in den USA innerhalb eines Monats deutlich klarer werden – sei es durch den Kongress mit dem sogenannten Clarity Act oder durch Maßnahmen der Aufsichtsbehörden auf Basis bestehender Kompetenzen. Der Senat soll am 15. September über das Gesetz abstimmen. Nach Angaben Armstrongs sind politische Kontakte in Washington der Ansicht, die Vorlage sei „reif für ein Ja‑Votum“.
Der Prognosemarkt Myriad zeigt sich allerdings weitaus skeptischer und taxiert die Wahrscheinlichkeit, dass der Clarity Act im Jahr 2026 tatsächlich Gesetzeskraft erhält, auf lediglich 17 %. Armstrong zufolge entzündet sich der verbleibende Streit vor allem an Ethikregeln für Krypto‑Aktivitäten von Familienangehörigen des US‑Präsidenten – über die Bedingungen werde in Washington noch verhandelt.
Ein Scheitern im Kongress müsse neue Regeln jedoch nicht zwingend verhindern, sagte Armstrong weiter. Sowohl die SEC als auch die CFTC hätten signalisiert, dass sie auch auf Grundlage des bestehenden Rechts tätig werden könnten. Als Präzedenzfall nannte er den Genius Act aus dem vergangenen Jahr: Binnen drei Monaten nach dessen Verabschiedung hätten mehr als 150 Großunternehmen Stablecoins in ihre Abläufe integriert. Klare Regeln könnten zudem den Weg für tokenisierte Aktien und Perpetual‑Futures für US‑Kunden ebnen – Produkte, auf die sich Coinbase nach seinen Angaben bereits vorbereitet.
Armstrongs 400.000‑Dollar‑Szenario folgt auf ein schwieriges Jahr für Bitcoin ebenso wie für Coinbase selbst. In der Schwächephase baute die Plattform rund 14 % ihrer Belegschaft ab. Der Umsatz im zweiten Quartal sank gegenüber dem Vorquartal um 14 % auf 1,22 Milliarden Dollar, gleichzeitig wies Coinbase einen Nettoverlust von 359 Millionen Dollar aus.
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