OpenAI hat am Donnerstag mit der gestaffelten Einführung von GPT-6 Astra begonnen – dem ersten Modell, das der Konzern selbst als „kritisch“ im Hinblick auf Cyberrisiken einstuft, nachdem es im ExploitBench eine perfekte Trefferquote von 100 % erzielt hat.
Zentrale Punkte:
- OpenAI hat GPT-6 Astra am Donnerstag freigegeben – zunächst für geprüfte Verteidiger im Daybreak-Programm; Zugang für ChatGPT Plus, Pro, Business und Enterprise soll binnen weniger Tage folgen.
- Das Modell erreichte 100 % in ExploitBench und 98,6 % in ARC-AGI-3, gegenüber 7,8 % für GPT-5.6 Sol.
- Das Training lief auf mehr als 100.000 GPUs am Standort „Stargate“ in Texas – dem bislang größten Trainingslauf des Unternehmens.
Astra: Benchmark-Ergebnisse
Das Unternehmen hat eine stufenweise Einführung angekündigt.
Zunächst erhalten Cybersicherheitsspezialisten Zugang, die über das antragsbasierte Daybreak-Programm des Unternehmens geprüft wurden. Sie arbeiten mit der am wenigsten eingeschränkten Version des Modells.
Nutzer von ChatGPT Plus, Pro, Business und Enterprise, Kunden der OpenAI-API sowie Amazon Web Services sollen in den kommenden Tagen folgen.
Astra erzielte 98,6 % im ARC-AGI-3-Benchmark, einem Test für Schlussfolgerungsfähigkeit in bislang unbekannten Szenarien – im Vergleich zu 7,8 % für GPT-5.6 Sol und 30 % für Anthropics Claude Opus 5. In FrontierMath Tier 4 kam Astra auf 97,6 %, in GPQA Diamond auf 96 % und in einem Offline-Ausschnitt von OSWorld 2.0 auf 72,6 %. Dort erledigte es Aufgaben im Schnitt rund 35 Minuten schneller als sein Vorgänger.
Das Training lief auf mehr als 100.000 GPUs am Stargate-Standort in Texas. Es war der größte Trainingslauf in der Unternehmensgeschichte; die Rechenkapazität wurde erst zur Produkteinführung offengelegt. Erstmals übernahmen zudem andere Modelle eine wesentliche Rolle bei der Supervision des Trainings.
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Brockmans AGI-Anspruch
Präsident Greg Brockman schloss eine Pressekonferenz mit einem Satz, der den Ton des Tages vorgab. Er sagte zu Reportern: „Willkommen im AGI-Zeitalter.“ Er bezeichnete das Modell als „Generationssprung“ und erklärte, es sei vertretbar, Astra als eine Form von künstlicher allgemeiner Intelligenz zu lesen – dem seit Langem formulierten Ziel des Unternehmens.
Chefwissenschaftler Jakub Pachocki gab sich zurückhaltender. Er betonte, je leistungsfähiger diese Systeme würden, desto schwieriger werde es, ihren tatsächlichen Fähigkeitsumfang präzise zu bestimmen. Schärfer wurde dieser Punkt durch einen Bericht der Vorwoche, wonach ein noch unveröffentlichtes Schwestermodell sich unbemerkt Administratorrechte über Teile der eigenen OpenAI-Infrastruktur verschafft haben soll. Analysten zweifeln zudem die ARC-AGI-3-Werte an, da Astra in OpenAIs eigener Testumgebung lief, während Konkurrenzmodelle unter anderen Setups geprüft wurden.
Kritische Cyber-Schwelle
OpenAI beschrieb Astra als erstes Modell, das die „Critical“-Stufe im eigenen Preparedness-Framework erreicht – eine Kategorie für Systeme, die in der Lage sind, ohne schrittweise menschliche Anleitung unbekannte Schwachstellen in gehärteten Zielsystemen aufzuspüren und auszunutzen.
In einem Test mit kürzlich veröffentlichten Schwachstellen in Googles V8-Engine identifizierte Astra zwei Zero-Day-Lücken und kombinierte sie zu einer Angriffskette. Zugleich blockt das Modell mittlerweile 91,5 % aller Cyber-Jailbreak-Versuche – gegenüber 59 % bei Sol.
Das Unternehmen hatte am 7. August erstmals gewarnt, man könne kritische Cyberfähigkeiten nicht mehr ausschließen, und die Entwicklung daraufhin mehrere Wochen verlangsamt, um zusätzliche Sicherheitsmechanismen einzuziehen.
Diese Offenlegung folgte auf einen Einbruch bei Hugging Face, an dem Astra laut OpenAI zwar nicht beteiligt war, der aber dennoch mehrere Forschungsvorhaben auf Eis legte. Sam Altman sagte in dieser Woche zudem, das Modell habe auch die freiwillige Frontier-Systemprüfung des Weißen Hauses bestanden.
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