Beinahe 2 Billionen US‑Dollar sind in der vergangenen Woche quer durch sechs Mega-Cap-Tech-Werte gewandert: Amazon, Microsoft und Alphabet legten zusammen rund 1,5 Billionen Dollar an Börsenwert zu, während Apple, Meta und Tesla deutlich verloren.
Wichtigste Punkte:
- Rund 2 Billionen Dollar flossen in der Berichtswoche in sechs Mega-Cap-Tech-Aktien hinein oder hinaus.
- Amazon erhöhte den Investitionsplan für 2026 auf rund 220 Milliarden Dollar – die Aktie stieg dennoch.
- Jefferies erwartet, dass die KI-Investitionen der Mega-Caps in den kommenden 12 Monaten auf fast 800 Milliarden Dollar zulaufen.
Quartalszahlen spalten die Wall Street
Anleger verschoben in dieser Ergebnisrunde knapp 2 Billionen Dollar in die sechs Mega-Caps hinein oder heraus. Die Trennlinie verlief entlang eines einfachen Kriteriums: Können die Unternehmen belegen, dass Kunden heute schon für die massiv aufgebaute KI-Kapazität zahlen?
Microsoft gewann innerhalb einer Woche mehr als 600 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung. Amazon und Alphabet brachten es jeweils auf ein Plus von über 400 Milliarden Dollar.
Apple verlor mehr als 350 Milliarden Dollar, nachdem Engpässe bei Komponenten den Ausblick eintrübten. Meta rutschte am Donnerstag um 8 % ab, weil Investoren den Ertrag des KI-Ausbaus infrage stellten – obwohl der Umsatz um 28 % auf 60,8 Milliarden Dollar stieg.
Tesla büßte rund 7 Milliarden Dollar ein. Auslöser waren ein negativer freier Cashflow und ein Ausblick, der deutlich höhere Investitionen in autonomes Fahren, Produktion und KI-Infrastruktur vorsieht.
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Cloud-Umsätze werden zum Lackmustest für KI
Jefferies-Banker Jason Greenberg erklärte am Freitag, die KI-Investitionen der Mega-Caps steuerten in den kommenden zwölf Monaten auf nahezu 800 Milliarden Dollar zu. Die Frage der Nutzung sei nicht mehr das Problem, sagte er. Offen sei vielmehr, ob die Nachfrage langfristig profitabel genug wird, um den gigantischen Ausbau zu rechtfertigen.
Cloud-Umsätze wurden damit zur entscheidenden Messlatte.
Amazon Web Services wuchs im Jahresvergleich um 36,7 % – das schnellste Wachstum seit 18 Quartalen. Der Auftragsbestand aus unterschriebenen, aber noch nicht fakturierten Cloud-Verträgen sprang von 364 Milliarden auf 496 Milliarden Dollar. Microsoft meldete ähnlich starke Dynamik bei Azure, wo das Wachstum auf 43 % anzog; die Aktie legte an einem einzigen Tag fast 450 Milliarden Dollar an Börsenwert zu – der größte Tagesgewinn, den ein Unternehmen je verzeichnet hat.
KI-Investitionen unter verschärfter Beobachtung
Amazon hob seinen Investitionsplan für 2026 von 200 auf rund 220 Milliarden Dollar an – die Aktie beendete die Woche dennoch fast 17 % im Plus. Meta erhöhte die Untergrenze seiner eigenen Investitionsspanne, ohne dabei klar auf zahlende externe KI-Kunden verweisen zu können; der freie Cashflow sackte im Quartal von 8,55 Milliarden auf 784 Millionen Dollar ab.
Tim Cook warnte, dass Engpässe bei Speichermodulen Apple kaum Handlungsoptionen ließen. Die Aktie verlor am Freitag in der Spitze knapp 10 %.
Das Muster hatte sich bereits Anfang Juli abgezeichnet, als Alphabet seine Investitionsplanung für 2026 auf eine Spanne von 195 bis 205 Milliarden Dollar anpasste und damit eine Verkaufswelle auslöste, die auch die übrigen Hyperscaler mit nach unten zog. Seit dem Frühjahr sind die Prognosen kontinuierlich gestiegen: Damals summierten sich die Investitionspläne der vier größten Player noch auf etwa 650 Milliarden Dollar für das Jahr. Inzwischen rechnen mehrere Wall-Street-Häuser damit, dass die Branchenausgaben 2027 die Marke von 1 Billion Dollar überschreiten.
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