Nvidia-Aktien sind am Montag mit einem Minus von fast 5 % aus dem Handel gegangen, nachdem Berichte auftauchten, der Chipkonzern könne eine Finanzierungsgarantie von 250 Milliarden Dollar für ein OpenAI-Rechenzentrum in Ohio übernehmen.
Wichtigste Punkte:
- Nvidia schloss bei 196,51 Dollar, ein Minus von 4,99 %, und fiel beim Börsenwert hinter Apple zurück.
- Credit Default Swaps auf Nvidia-Anleihen verzeichneten den stärksten intraday Anstieg seit November.
- Bitcoin fiel im asiatischen Handel am Dienstag auf 63.065 Dollar, den niedrigsten Stand seit 11 Tagen.
Riesengarantie für Ohio-Campus rückt Nvidia in den Fokus der Anleger
Nvidia prüft einem Bericht zufolge Pläne, für einen 10-Gigawatt-Computing-Campus auf einem stillgelegten Urananreicherungsstandort in Süd-Ohio Mietzahlungen und Baukredite abzusichern. Parallel wird über ein weiteres Konstrukt verhandelt, das Chipkäufe für denselben Standort von bis zu 350 Milliarden Dollar vorfinanzieren soll. Entwickelt wird das Projekt von einer Energiesparte von SoftBank; rechnet man die Hardware mit, könnte die Gesamtrechnung die Marke von 500 Milliarden Dollar übersteigen.
Die Aktie schloss bei 196,51 Dollar, ein Tagesverlust von 4,99 %. Apple nutzte die Schwäche, um sich die Krone als wertvollstes Unternehmen der Welt mit einer Marktkapitalisierung von rund 4,94 Billionen Dollar zurückzuholen. Credit Default Swaps auf Nvidia-Bonds, die Investoren gegen einen Zahlungsausfall absichern, verzeichneten den kräftigsten intraday Anstieg seit Beginn des aktiven Handels im November.
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Jim Cramer warnt vor Lieferantenkrediten
Jim Cramer erklärte den Zuschauern von Mad Money am Montag, die geplante Struktur erinnere stark an Lieferantenfinanzierungen, die nach dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 zahlreiche Telekom-Ausrüster in die Knie zwangen. Er sagte, Zulieferer sollten ihren Kunden grundsätzlich kein Geld leihen, weil schon ein einziger Zahlungsausfall die Gewinne des Verkäufers über Jahre hinweg ruinieren könne. Cramer betonte zugleich, dass er Nvidia weiterhin für ein außergewöhnliches Unternehmen halte und keinen Crash wie zur Jahrtausendwende prognostiziere.
Was die Anleger nervös macht, ist weniger das Prinzip als die Dimension: Lieferantenunterstützung ist in kapitalintensiven Branchen seit langem üblich. Nvidia steckte im März 30 Milliarden Dollar in OpenAI und im vergangenen Jahr 10 Milliarden Dollar in Anthropic. Skeptiker halten dagegen, dass solche Finanzierungen die gemeldete Chipnachfrage robuster erscheinen lassen, als es die zugrunde liegenden Cashflows rechtfertigen.
Bitcoin rutscht ab, AI-Sektor gerät weltweit unter Druck
Die Verkäufe weiteten sich am Dienstag in Asien aus, als Händler die gesamte Lieferkette für künstliche Intelligenz neu bewerteten.
Südkoreas KOSPI brach um fast 10 % ein und löste einen Handelsstopp aus, während Japans Nikkei 4,4 % verlor und Halbleiterzulieferer mit nach unten zog. Bitcoin (BTC) fiel in den asiatischen Handelsstunden auf 63.065 Dollar, den niedrigsten Stand seit elf Tagen, bevor sich der Kurs wieder in Richtung 63.500 Dollar stabilisierte.
Nasdaq-Futures sackten auf den tiefsten Stand seit Mai ab; der Index liegt damit rund 10 % unter seinem im Juni markierten Hoch. Zugleich stellen sich Anleger auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch ein – einige fürchten inzwischen eher eine Zinserhöhung als eine Entlastung.
Nvidia hatte Apple im Juni 2024 erstmals überholt und war im Oktober 2025 das erste Unternehmen mit einem Börsenwert von 5 Billionen Dollar. Seither wechselte die Krone mehrfach den Besitzer. Nvidia-Aktien liegen seit Jahresbeginn rund 4 % im Plus, Apple kommt auf ein Plus von etwa 24 %, weil Investoren die im Vergleich zurückhaltenderen Ausgaben für KI-Infrastruktur honorieren.
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