Bitcoin (BTC) ist am Donnerstag über 72.500 US‑Dollar gestiegen und damit auf ein Elf-Wochen-Hoch geklettert. Auslöser waren Drohungen von Donald Trump mit weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen den Iran, während US-Aktien nachgaben und die Renditen von US-Staatsanleihen wieder anzogen.
Wichtigste Punkte:
- Bitcoin erreichte auf Bitstamp 72.505 US‑Dollar und legte damit an einem Tag mehr als 4 % zu.
- Trump bezeichnete die geplante Druckkampagne gegen den Iran als „Economic D-Day“, während Ölpreise und US-Anleiherenditen stiegen.
- Analysten warnen, dass deutlich stärkere Kassamarktnachfrage und anhaltende Kursgewinne nötig sind, um von einem neuen Bitcoin-Bullenmarkt zu sprechen.
Bitcoin-Rally legt zu
Das Währungspaar BTC/USD testete zunächst erneut die Marke von 71.000 US‑Dollar, bevor es auf Bitstamp bis auf 72.505 US‑Dollar kletterte. Damit setzte Bitcoin eine viertägige Aufwärtsbewegung fort, die den Kurs um fast 10.000 US‑Dollar nach oben trug – das höchste Niveau seit elf Wochen.
Trump kündigte „die verheerendste wirtschaftliche Operation, die jemals gegen ein Land gestartet wurde“, an und sprach von beispielloser ökonomischer Kriegsführung und Isolation gegenüber dem Iran. Parallel dazu legten die Ölpreise spürbar zu.
WTI-Öl stieg auf 87,69 US‑Dollar je Barrel und markierte damit den höchsten Stand seit dem 24. Juli. Gleichzeitig machten die Renditen von US-Staatsanleihen einen Teil des vorangegangenen Rückgangs wett: Die 30‑jährige Rendite fiel zunächst auf 5,179 %, drehte dann aber auf 5,266 % nach oben – ein Sprung um neun Basispunkte, der den vorherigen Rückgang nahezu auslöschte.
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CryptoQuant: Nachfragetest für Bitcoin
Der Marktkommentar The Kobeissi Letter stellte infrage, ob die geplanten Ausweitung der Rückkäufe von US-Staatsanleihen durch das Finanzministerium ausreicht, um die Bondmärkte zu stabilisieren. Es brauche „weit mehr Eingriffe, um dieses Biest zu zähmen“, hieß es – der jüngste Renditeanstieg beseitige die Unsicherheit nicht.
Das US-Finanzministerium hatte am 19. August angekündigt, die maximalen Liquiditätsstützungs-Rückkäufe am langen Ende der Zinskurve von 2 auf mindestens 4 Milliarden US‑Dollar pro Operation ab dem 9. September zu verdoppeln. Der Trader Rekt Capital betonte jedoch, Bitcoin müsse deutlich weiter steigen, um eine bärische Struktur eines „bröckelnden Supports“ um die Marke von 60.000 US‑Dollar klar zu negieren.
Ki Young Ju, CEO von CryptoQuant, verwies derweil auf ein konstruktiveres Signal: Erstmals seit Oktober 2025 sei die Bitcoin-Nachfrage sowohl am Spotmarkt als auch in unbefristeten Futures wieder positiv. Dieser Stimmungsumschwung sei jedoch noch in einem sehr frühen Stadium.
Ju räumte ein, dass das aktuelle Nachfragevolumen noch überschaubar sei. Halte die erhöhte Nachfrage aber über mindestens einen Monat an, könnte dies die Einschätzung stützen, dass der Bärenmarkt beendet ist und eine neue Bullenphase begonnen hat. Die jüngste Erholung folgt auf Wochen mit schwächeren Umsätzen und Kursen und liegt weiterhin deutlich unter dem Rekordhoch von 126.200 US‑Dollar vom Oktober 2025. Anhaltende Zuflüsse im Kassamarkt bleiben damit der entscheidende Belastungstest.
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