Bitcoin (BTC) ist am Mittwoch unter 76.500 Dollar gefallen, nachdem erneute US-Luftangriffe auf iranische Ziele den Ölpreis scharf nach oben getrieben und die implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank auf 68 % hochgeschoben haben.
Wichtigste Punkte:
- Bitcoin pendelte um 76.500 Dollar, nachdem Brent-Rohöl infolge neuer US-Angriffe auf iranische Ziele über 93 Dollar je Barrel kletterte.
- US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am 1. September Abflüsse von 236,46 Millionen Dollar – der stärkste Tagesabfluss seit dem 31. Juli.
- Terminmärkte preisen nun eine 68%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Federal Reserve am 16. September ein, obwohl mehrere Ökonomen warnen, ein ölgetriebener Inflationsschub sei der falsche Auslöser.
Bitcoin durchbricht Unterstützung bei 77.000 Dollar
Während des europäischen Handels lag Bitcoin bei rund 76.500 Dollar, mehr als 1 % tiefer als zur Mittnacht UTC und gut 3 % unter dem Niveau zu Wochenbeginn, als der Coin noch über 78.500 Dollar notierte. Brent-Rohöl sprang über 93 Dollar je Barrel, nachdem Washington seine Luftoffensive gegen iranische Ziele ausgeweitet hat.
West Texas Intermediate näherte sich in derselben Sitzung der Marke von 90 Dollar, während die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe angesichts der Inflationsrisiken durch höhere Energie-, Transport- und Produktionskosten in Richtung 4,8 % anzog.
Parallel dazu verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETF-Produkte Abflüsse von insgesamt 236,46 Millionen Dollar am 1. September – der höchste Tagesabfluss seit dem 31. Juli und eine klare Trendumkehr nach den Zuflüssen der Vortage. Auf BlackRocks IBIT entfielen 201,18 Millionen Dollar, Fidelitys FBTC verbuchte weitere 43,67 Millionen Dollar an Rückgaben.
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Fed-Zinserwartungen spalten die Analysten
Zinsfutures preisen mittlerweile mit 68 % Wahrscheinlichkeit einen Zinsschritt um 25 Basispunkte bei der Fed-Sitzung am 16. September ein – eine deutliche Abkehr vom „ewig auf Pause“-Narrativ, das die Märkte Anfang August noch dominierte. Mehrere Strategen halten diese Neubewertung jedoch für eine Fehlinterpretation der Lage.
James E. Thorne, Chefmarktstratege bei Wellington-Altus, bezeichnete den Ölpreissprung als „Wachstumsschock im Gewand höherer Inflation“ und argumentiert, ein Anziehen der geldpolitischen Zügel würde die wirtschaftlichen Schäden nur verschärfen. Mark Zandi, Chefökonom bei Moody's Analytics, vertritt eine ähnliche Position.
Positionierungsdaten zeigen zwar einen leichten Überhang auf der Short-Seite, jedoch ohne starken Überzeugungsgrad: Auf Leerverkäufe entfielen 51,5 % des 24-Stunden-Taker-Volumens, während das offene Interesse in Futures mit rund 700.000 Bitcoin den zweiten Tag in Folge praktisch unverändert blieb.
Damit liegt der Wert deutlich unter dem diesjährigen Hoch von 801.000 Coins.
Bitcoin-Unterstützungen nach der August-Rallye
Analysten sehen die erste markante Unterstützungszone zwischen 76.500 und 77.000 Dollar – eine enge Spanne, die zugleich einen Cluster gehebelter Liquidationen markiert und seit Ende August mehrfach erfolgreich getestet wurde.
Ein nachhaltiger Bruch dieser Zone würde den Bereich zwischen 75.700 und 76.000 Dollar öffnen, gefolgt von einer tieferen Unterstützungszone um 72.500 bis 73.200 Dollar. Die 200-Tage-gleitende Durchschnittslinie (Simple Moving Average) verläuft deutlich tiefer bei rund 69.504 Dollar.
Der Kontext ist entscheidend: Der aktuelle Rücksetzer folgt auf den stärksten Bitcoin-Monat seit November 2024 – es handelt sich also eher um eine Konsolidierung nach einer Rallye als um einen Bruch des übergeordneten Aufwärtstrends, der den Markt durch die zweite Sommerhälfte getragen hat. Auch für die Spotfonds war der August der beste Monat des Jahres.
Die Kurse zogen im Monatsverlauf von der Mitte der 63.000er in die unteren 81.000er Dollarregionen an – ein Plus von rund 25 %, das den ETFs Zuflüsse von 3,52 Milliarden Dollar einbrachte, auch wenn sich jeder Ausbruch über 80.000 Dollar als nicht nachhaltig erwies.
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