Bitcoin (BTC) kann bis 2030 kaum auf 1 Million Dollar steigen – die dafür nötigen Kapitalzuflüsse wären historisch ohne Beispiel, erklärt Markus Thielen, Chef von 10x Research.
Zentrale Punkte:
- Nach Berechnungen Thielens müsste Bitcoin zusätzlich rund 15 Billionen Dollar an Kapital anziehen, um 1 Mio. Dollar pro Coin zu erreichen.
- Das entspräche etwa 25 % der gesamten Marktkapitalisierung des US-Aktienmarkts.
- Thielen zweifelt zudem, dass Bitcoin sein Rekordhoch von 126.000 Dollar in absehbarer Zeit wieder erreichen kann.
Die Kapitalrechnung hinter Bitcoin
Thielen bezeichnete das Kursziel von 1 Million Dollar als „mathematisch unmöglich“ und argumentiert, die Kapitalzuflüsse der vergangenen 15 Jahre lägen weit unter dem Volumen, das bis 2030 erforderlich wäre. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag die Marktkapitalisierung von Bitcoin bei rund 1,28 Billionen Dollar, der Kurs notierte bei etwa 63.868 Dollar – auf Basis von Daten von CoinMarketCap, auf die sich Cointelegraph beruft.
Um 1 Million Dollar pro Coin zu erreichen, müssten seiner Schätzung nach innerhalb der kommenden vier Jahre etwa 15 Billionen Dollar zusätzlich in Bitcoin fließen. Das entspräche in etwa einem Viertel des gesamten Werts des US-Aktienmarktes, ein Szenario, das Thielen als unrealistisch einstuft.
„Es braucht Billionen und Aberbillionen von Dollar, um den Preis wirklich signifikant nach oben zu bewegen“, so Thielen. Je größer die Marktkapitalisierung, desto anspruchsvoller werde jeder weitere Preissprung – schlicht, weil immer mehr Kapital nötig sei, um denselben prozentualen Anstieg zu erzielen.
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Thielens Marktausblick
Thielen warnt zudem, dass sehr hohe Bitcoin-Preise die Nachfrage privater Anleger dämpfen könnten, weil viele lieber eine ganze Einheit besitzen möchten als nur Bruchteile. „Die Leute wollen nicht ein Zehntel oder ein Hundertstel eines Bitcoins kaufen, sie wollen einen ganzen Bitcoin“, sagt er.
Damit stellt er sich gegen die 1-Million-Dollar-Prognosen von Coinbase-Chef Brian Armstrong, Ex-Twitter-CEO Jack Dorsey und ARK Invest-Chefin Cathie Wood. Große, runde Kursziele sorgten zwar für Schlagzeilen, so Thielen, schürten aber bei Privatanlegern häufig überzogene Erwartungen an mögliche Renditen.
Er mahnt außerdem, nicht einfach davon auszugehen, dass Bitcoin frühere Zyklusmuster im gleichen Tempo wiederholt. Schon eine Rückkehr auf 100.000 Dollar im kommenden Jahr wäre „eine sehr, sehr große Leistung“, so Thielen. Ein Preisniveau von 1 Million Dollar könnte hingegen ein „massives Kreditereignis, eine Implosion des gesamten Systems“ voraussetzen.
In den 30 Tagen vor Veröffentlichung lag Bitcoin 2,35 % im Minus und damit deutlich unter seinem Rekordhoch von 126.000 Dollar. Aufgrund der gewachsenen Marktgröße werde eine Rückkehr zu diesem Höchststand länger dauern, als viele Investoren erwarten, meint Thielen.
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