Japan hat am Montag bestätigt, dass es in der vergangenen Woche gemeinsam mit dem US-Finanzministerium Yen gekauft hat – die erste koordinierte Devisenaktion seit 2011. Bitcoin (BTC) hielt sich dabei in der Nähe von 63.000 US-Dollar.
Wichtigste Punkte:
- Japans Finanzministerium meldete am Freitag eine koordinierte Yen-Stützung zusammen mit dem US-Finanzministerium – die erste gemeinsame Aktion dieser Art seit 2011.
- Spekulanten hielten per 28. Juli netto 163.412 Short-Kontrakte auf den Yen, wodurch Carry Trades anfällig für eine abrupte Gegenbewegung sind.
- Bitcoin notierte am Montag bei rund 63.100 US-Dollar, während der Yen sprunghaft anzog und Händler auf weitere offizielle Käufe achteten.
Katayama bestätigt koordinierte Yen-Käufe
Japans Finanzministerium erklärte am Montag, es habe am Freitag eine koordinierte Yen-kaufende Intervention mit dem US-Finanzministerium durchgeführt. Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte, der Einsatz habe übermäßige Volatilität und chaotische Bewegungen der Währung in den vergangenen Monaten eindämmen sollen. Tokio werde im Zweifel nicht zögern, diese Maßnahme zu wiederholen, hieß es weiter.
Es ist die erste abgestimmte Aktion beider Regierungen seit 2011, als sie den Yen gemeinsam schwächten, um die Folgen des Erdbebens in Ostjapan aufzufangen.
Präsident Donald Trump sagte am Sonntag vor Journalisten, Washington sei aus Freundschaft und zur Stützung der Weltwirtschaft eingeschritten. US-Finanzminister Scott Bessent betonte, die Aktion am Freitag habe die erratischen Yen-Bewegungen gebremst. Zugleich bekräftigte er seinen Ruf nach höheren japanischen Zinsen und stellte sich damit hinter Tokios Bemühen, eine deutliche Unterbewertung des Yen zu korrigieren.
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Bitcoin gerät über Carry Trades unter Druck
Der Dollar fiel nach Trumps Aussagen um 0,2 % auf 157,07 Yen und damit deutlich von dem Ende des Vormonats markierten 40-Jahres-Hoch nahe 164 Yen zurück. Bitcoin handelte am Montag bei etwa 63.100 US-Dollar, ein Minus von rund 0,5 %, während der Yen sprunghaft zulegte und Handelstische sich auf weiteres offizielles Eingreifen einstellten. Daten der Notenbank deuten darauf hin, dass Tokio am Donnerstag in New York Yen-Käufe im Volumen von bis zu 58,97 Milliarden US-Dollar getätigt haben könnte.
Die Positionierung erklärt, warum Krypto-Desks die Entwicklung so genau verfolgen: Ein stärkerer Yen verteuert die Fremdwährungsfinanzierung, mit der gehebelte Wetten bestritten werden. Nicht-kommerzielle Netto-Short-Positionen im Yen stiegen per 28. Juli auf 163.412 Kontrakte – ein Zuwachs von 11.287 Kontrakten binnen einer Woche. Ein schneller Abbau Yen-finanzierter Trades hatte bereits vor dem Ausverkauf Mitte 2024 gestanden, als Bitcoin von 65.000 auf 50.000 US-Dollar zurückfiel.
Robin Brooks vom Peterson Institute for International Economics warnte, die koordinierte Aktion könne das Vertrauen in den Yen eher untergraben als stärken. Takeshi Minami vom Norinchukin Research Institute verwies hingegen auf haushaltspolitische Sorgen statt auf Zinsdifferenzen als Haupttreiber der Yen-Schwäche. Das Ministerium kündigte zudem an, die Foreign and International Monetary Authorities-Repo-Fazilität der Federal Reserve zu nutzen – einen Weg, Dollar zu beschaffen, ohne US-Staatsanleihen veräußern zu müssen.
Zinskurs der Bank of Japan bleibt der entscheidende Faktor
Tokio hat bereits zuvor versucht, den Yen zu stützen – mit gemischter Bilanz. Zwischen April und Mai flossen rund 11,73 Billionen Yen, umgerechnet etwa 73 Milliarden US-Dollar, in Yen-Käufe. Die Notenbank hob daraufhin im Juni ihren Leitzins auf ein 31-Jahres-Hoch von 1 % an und beließ ihn am 31. Juli auf diesem Niveau. Trotzdem rutschte die Währung in der vergangenen Woche auf den tiefsten Stand seit vier Jahrzehnten ab.
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