Der technische Analyst Eric Crown ist überzeugt, dass der Bitcoin-(BTC)-Bärenmarkt mit dem August-Schlusskurs von $78.500 beendet ist. Ein Rückgang unter 70.000 Dollar würde seine Einschätzung jedoch zunichtemachen.
Zentrale Punkte:
- Crowns letzter makroökonomischer Umkehrsignalgeber sprang an, als Bitcoin den August über seiner Schwelle von 65.708 Dollar beendete.
- Er rechnet Anfang September mit einem flachen Rücksetzer in den unteren 70.000er-Bereich – und will diese Schwäche zum Kaufen nutzen.
- Ein Rutsch unter 70.000 Dollar würde seine gesamte These invalidieren; zudem teilen nicht alle Analysten seine Ansicht, dass das Tief bereits markiert ist.
Crowns Signal zum August-Schlusskurs von Bitcoin
In einem Interview, das am 26. August aufgezeichnet wurde, erklärte Crown, auf seiner Checkliste für eine makroökonomische Trendumkehr stehe nur noch ein offener Punkt: ein Monatsschluss oberhalb von 65.708 Dollar. Dieser eine Schlusskurs würde den monatlichen Stochastik-Oszillator erstmals seit Januar 2023 wieder aus der Bärenzone heben.
Auf Binance schloss Bitcoin den Monat bei 78.581 Dollar – rund 12.900 Dollar über dieser Marke –, nachdem zuvor bereits ein breiterer Makroindikator, der Volatilität, Fear-&-Greed-Werte, Saisonalität und Momentum-Extrema kombiniert, im unteren 60.000er-Bereich angesprungen war. Am Mittwoch handelte BTC um 77.300 Dollar, während ein Ausverkauf an den globalen Anleihemärkten Risikoanlagen weltweit unter Druck setzte.
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September-Saisonalität und die 5-Wochen-EMA
Crown stellt den Ruf des Septembers als schlechtesten Bitcoin-Monat infrage. Auf Basis der Medianrenditen rangiert er ihn lediglich als drittschlechtesten Monat – hinter August und Dezember. Der August weist historisch zwar ein medianes Minus von 7,5 % auf, der jüngste Monat legte jedoch nahezu 25 % zu. Die vergangenen drei Septembermonate endeten allesamt im Plus – ein Lauf, der schlecht zu den derzeit kursierenden saisonalen Warnungen passt.
Historisch teilt sich der September grob in zwei Hälften: Die ersten 16 Tage weisen einen medianen Verlust von 8,5 % auf, die zweite Monatshälfte dreht mit einem Medianplus von 6,5 % ins Positive. Crown führt diese Wende auf die Sitzung der US-Notenbank Fed, neue Konjunkturdaten und den großen Quartalsverfall an den Optionsmärkten zurück, die alle in dieses Zeitfenster fallen.
Legt man den August-Schluss zugrunde, deutet das frühe September-Muster auf Kurse um etwa 71.900 Dollar – in der Nähe der exponentiellen gleitenden Durchschnittslinie der vergangenen fünf Wochen bei 73.294 Dollar. Dieses Niveau, so Crown, wolle er für langfristige Engagements nutzen, nicht für kurzfristige Trades.
Benjamin Cowen und die 70.000-Dollar-Invalidation
Nicht alle Marktbeobachter glauben, dass das Tief bereits hinter Bitcoin liegt. Benjamin Cowen erwartet den Boden weiterhin eher im November und sieht den Kryptomarkt derzeit rund 62 % unter dem Fair Value – so günstig wie seit 2010 nicht mehr. Crown verortet sein eigenes Negativszenario an der 21-Wochen-Linie bei 70.923 Dollar; ein Bruch der Marke von 70.000 Dollar würde seine These komplett kassieren.
Auch aus charttechnischer Sicht ist das Bild für Crown noch nicht „fertig“. Die von ihm favorisierte Sequenz erfordert ein höheres Tief, einen erneuten Test des vorherigen Hochs und anschließend ein neues höheres Hoch – letzteres steht noch aus.
Im August stieg Bitcoin von den niedrigen 60.000ern zeitweise auf über 80.000 Dollar. Das Monatshoch bei 81.260 Dollar blieb jedoch knapp unter einem früheren, tieferen Wochenhoch im Bereich von 83.000 Dollar stecken.
Seither haben Käufer den Bereich um 77.000 Dollar verteidigt – ein Unterstützungsniveau, das deutlich unter dem Rekordhoch von knapp 126.000 Dollar liegt, das im Oktober 2025 markiert wurde.
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