Bitcoin (BTC) zeigt trotz einer weiteren Emission von 1 Milliarde Tether (USDT) anhaltende Nachfrageschwäche: Die Hebelung im Markt steigt, während Spot-Käufer auf der Bremse stehen.
Zentrale Punkte:
- Die jüngste Bitcoin-Erholung wird vor allem von Derivateumsätzen, nicht von robuster Spot-Nachfrage getragen.
- US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten Nettoabflüsse von über 85 Mio. US-Dollar, da die makroökonomische Unsicherheit zurückkehrte.
- Neue USDT-Liquidität könnte vor allem zusätzliche Hebelpositionen finanzieren, ohne nachhaltigen Kaufdruck zu erzeugen.
Bitcoin-Nachfrage bröckelt
Bitcoin zeigt eine wachsende Kluft zwischen Spot- und Derivatemarkt: Die Positionierung in Futures hellt sich auf, während direkte Käufe verhalten bleiben. Dieses Bild entsteht vor dem Hintergrund wieder aufflammender Spannungen zwischen den USA und Iran, die Investoren in eine defensivere Haltung drängen.
Der aktuelle Bitcoin-Bärenmarkt dauert inzwischen 248 Tage – verglichen mit 381 Tagen im Jahr 2022 und 385 Tagen im Jahr 2018, wie die im Bericht zitierten Daten zeigen.
Der Vergleich deutet darauf hin, dass die laufende Zyklusphase anhalten könnte – auch wenn die reine Zykluslänge die Trendwende am Markt nicht allein bestimmt.
Auch Signale von institutionellen Investoren haben sich eingetrübt. US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten nach drei Tagen mit Zuflüssen wieder Nettoabflüsse von über 85 Mio. US-Dollar. Gleichzeitig drehte der Coinbase Premium Index ins Negative – ein Hinweis auf nachlassende Spot-Nachfrage aus den USA.
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Steigende Hebelrisiken bei Bitcoin
Die Divergenz zeigt sich besonders deutlich in den kumulierten 30-Tage-Daten zur Nachfrage. Die Gesamtnachfrage erholte sich von fast minus 500.000 BTC auf rund minus 75.000 BTC – getragen vor allem vom Futures-Segment, das sich von etwa minus 295.000 BTC knapp ins Plus vorarbeitete.
Die Spot-Nachfrage verharrte dagegen nahe minus 78.000 BTC. Damit stemmen Derivate-Händler den Großteil der Erholung, während langfristig orientierte Käufer und Institutionelle nur begrenzt Risiko eingehen.
Tether hat jüngst 1 Milliarde USDT neu geprägt, obwohl der breitere Stablecoin-Markt weiter schrumpft. Die frische Liquidität scheint überwiegend an der Seitenlinie zu bleiben, statt direkt in Bitcoin zu fließen – ein Indiz dafür, dass Marktteilnehmer Kapital parken oder es als Sicherheitenbasis nutzen.
Dieses Muster kann in einer Risikoaufschwungphase stützend wirken, erhöht aber zugleich das Liquidationsrisiko, sobald sich die Stimmung eintrübt.
Da Hebelpositionen den Markt treiben und die Spot-Nachfrage hinterherhinkt, bleibt Bitcoin anfällig für eine scharfe Korrektur, sollte sich das Makroumfeld verschlechtern.
Der laufende Bärenmarkt ist bislang kürzer als die Abwärtsphasen 2018 und 2022. Diese früheren Zyklen dauerten rund 385 Tage – was die Sichtweise stützt, dass Bitcoin für eine tragfähige Trendwende entweder mehr Zeit, deutlich stärkere Spot-Zuflüsse oder beides benötigt.
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