OpenAIs GPT-5.6-Familie geht am Donnerstag in den breiten Rollout und beschließt damit neun Tage, in denen bereits SpaceXAIs Grok 4.5 sowie Anthropics zurückkehrendes Claude Fable 5 erschienen sind – mit Preisspannen von 1 bis 50 US‑Dollar je eine Million Tokens.
Wichtigste Punkte:
- GPT-5.6 Sol, Terra und Luna sind allgemein verfügbar, mit gestaffelten Preisen von 1 bis 5 US‑Dollar je eine Million Input-Tokens.
- Grok 4.5 startet bei 2 US‑Dollar pro Million Input- und 6 US‑Dollar pro Million Output-Tokens und belegt Platz vier in einem unabhängigen Intelligenz-Ranking.
- Claude Fable 5 hält die besten Coding-Werte, darunter 80,4 % auf SWE-Bench Pro – allerdings zum mit Abstand höchsten Tarif.
Launch-Woche von GPT-5.6
OpenAI hat die GPT-5.6-Reihe am 26. Juni angekündigt und zunächst in einer begrenzten Vorschau gemeinsam mit der US-Regierung getestet, bevor nun der öffentliche Start erfolgt. Sol, das Flaggschiff, kostet 5 US‑Dollar pro Million Input-Tokens und 30 US‑Dollar für Output. Terra liegt bei 2,50 beziehungsweise 15 US‑Dollar. Luna, die schnellste Stufe, ist mit 1 und 6 US‑Dollar bepreist.
SpaceXAI war damit um einen Tag schneller. Das Unternehmen lieferte Grok 4.5 am Mittwoch an Entwickler aus und stellte das Modell am Donnerstag der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung – zu 2 US‑Dollar je Million Input-Tokens und 6 US‑Dollar für Output. Elon Musk bezeichnete Grok 4.5 als „ein Opus‑Klasse‑Modell, aber schneller, token-effizienter und günstiger“.
Anthropic brachte Claude Fable 5 am 1. Juli weltweit zurück, nachdem Washington Exportbeschränkungen aufgehoben hatte, die seit dem 12. Juni galten – damit ist das Dreierfeld komplett.
Das Modell kostet 10 US‑Dollar pro Million Input-Tokens und 50 US‑Dollar im Output – der höchste Satz im Vergleich.
Außerdem lesenswert: Solanas ETF-Moment wird nach neuem Bitwise-Antrag immer schwerer zu ignorieren
Fable 5 führt bei Benchmarks
Herstellerangaben zeigen Fable 5 bei den anspruchsvollsten Coding-Tests vorne: 80,4 % auf SWE-Bench Pro, gegenüber 64,7 % für Grok 4.5 und 58,6 % für GPT-5.5 – das Modell, das nun von GPT-5.6 abgelöst wird. Auf Terminal-Bench 2.1 schrumpft die Lücke: Die drei bisherigen Flaggschiffe lagen dort jeweils nur etwa einen Punkt auseinander. GPT-5.6 verschiebt dieses Bild: OpenAI meldet für Sol 91,9 % auf demselben Terminal-Test, ermöglicht durch einen neuen „Ultra Mode“, der Aufgaben auf parallele Subagenten verteilt.
Ein umfassender Benchmark-Katalog soll zur allgemeinen Verfügbarkeit folgen.
Unabhängige Tests stellen die Kosten ins Zentrum. Artificial Analysis listet Grok 4.5 auf Platz vier von 168 Modellen im Intelligence Index – hinter Fable 5, GPT-5.5 und Claude Opus 4.8. Ein abgeschlossener agentischer Coding-Task kostet demnach mit Grok 4.5 im Schnitt 2,49 US‑Dollar, während Fable 5 innerhalb von Claude Code mit 11,80 US‑Dollar zu Buche schlägt – ein Abstand, der Beschaffungsentscheidungen spürbar verschieben dürfte. Dieselben Tester vermerken zugleich eine steigende Halluzinationsrate: In einem Wissens-Benchmark sprang sie von 25 % auf 54 %, weil das Modell selbstbewusster falsche Antworten gab.
Grok 4.5 im Experten-Check
Cursor-CEO Michael Truell, dessen Unternehmen an der Entwicklung von Grok 4.5 beteiligt war, schrieb, das Modell sei „für viele in unserem Team zum täglichen Arbeitspferd geworden“. Musk setzte intern den Maßstab bei „in etwa vergleichbar mit Opus 4.7, nur schneller“, wobei Beobachter darauf hinweisen, dass beide Bewertungen von direkt involvierten Akteuren stammen.
Analysten zeichnen zunehmend das Bild eines Routing-Marktes statt eines einzelnen Siegers: Günstige Stufen wie Luna und Grok 4.5 übernehmen Massengeschäft, während Fable 5 die besonders harten Fälle löst, an denen andere scheitern. Sols Subagenten-Modus zielt auf die langen, komplexen Terminal-Sitzungen dazwischen.
Parallel dazu prägt Washington den Veröffentlichungskalender: Sowohl GPT-5.6 als auch Fable 5 mussten vor dem Marktstart ein Regierungsreview durchlaufen.
Der Weg von Fable 5 im Juni zeigt, was regulatorisch auf dem Spiel steht. Anthropic brachte das Modell am 9. Juni heraus; kurz darauf meldeten Amazon-Forscher einen Jailbreak, der Software-Schwachstellen zutage förderte. Drei Tage später folgten Exportbeschränkungen. Fable 5 war anschließend 19 Tage offline und kehrte erst zurück, nachdem Anthropic einen Klassifikator vorgeschaltet hatte, der die gemeldete Angriffstechnik in über 99 % der Fälle blockieren soll.
Als Nächstes lesen: Grok 4.5 attackiert OpenAI und Anthropic mit günstigerer agentischer KI





