OpenAIs neues Modell GPT-5.6 Sol und Anthropics Claude Fable 5 liefern sich ein enges Rennen in Benchmarks – just in dem Moment, in dem das rabattierte Zugangsfenster für Fable am 19. Juli ausläuft.
Zentrale Punkte
- OpenAI hat GPT-5.6 in drei Stufen aufgeteilt – Sol, Terra und Luna – und damit das alte Ein-Modell-Konzept abgelöst.
- Unabhängige Tests sehen Claude Fable 5 bei kreativen Aufgaben und Programmierung leicht vor GPT-5.6 Sol, während Sol die meisten Standard-Benchmarks gewinnt.
- Anthropic hat den kostenlosen Fable-5-Zugang für zahlende Kund:innen bereits dreimal verlängert; aktuell läuft die Frist am 19. Juli ab.
Sol: Preise und Positionierung
OpenAI hat GPT-5.6 am 9. Juli in den allgemeinen Produktivbetrieb überführt und die Reihe in drei klar abgegrenzte Modelle aufgespalten statt in ein einziges dynamisch anpassbares System. Sol fungiert als Premiummodell, Terra deckt das Mittelfeld ab, Luna ist für leichtere Workloads gedacht.
Sol kostet 5 US-Dollar pro Million Eingabetokens und 30 US-Dollar für Ausgaben – damit etwa die Hälfte des Preises von Fable 5, für das Anthropic 10 bzw. 50 US-Dollar verlangt. Luna ist mit 1 und 6 US-Dollar nochmals günstiger und übertrifft laut später von OpenAI bestätigten Zahlen bereits Claude Opus 4.8 in Coding-Benchmarks.
Ein Testbericht zeichnete ein deutlich holprigeres Bild für Fable 5. US-Exportauflagen zwangen Anthropic am 12. Juni zur weltweiten Abschaltung – nur wenige Tage vor dem ursprünglich geplanten Ende der kostenlosen Testphase.
Die Aufseher hoben die Beschränkungen am 30. Juni wieder auf. Anthropic brachte Fable 5 am 1. Juli zurück online und hat seitdem die Aktionspreise bereits drei Mal verlängert, zuletzt bis zum 19. Juli.
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Geteiltes Bild in den Tests
In standardisierten Benchmarks liegt Sol meist vorn. Auf dem Artificial Analysis Coding Agent Index erzielte Sol 80 Punkte gegenüber 77,2 Punkten für Fable. Beim Agents' Last Exam kam Sol auf 53,6 %, Fable auf 40,5 %, wie ein Benchmark-Tracker ausweist. Auf dem breiter angelegten Intelligence Index liegt Fable 5 dagegen mit einem Punkt hauchdünn vor Sol.
Praxisnahe Tests zeichnen ein differenzierteres Bild. Reviewer, die identische Prompts durch beide Modelle laufen ließen, sehen die Ergebnisse bei kreativem Schreiben und Logikrätseln weitgehend auf Augenhöhe – mit jeweils eigenen Stärken und Schwächen.
Klarer Vorsprung für Fable 5 zeigte sich in einem Punkt: In einem Single-Shot-Coding-Test zum Bau eines Browsergames lieferte Fable 5 ein Paket inklusive Musik, Animationen und Power-ups, auf die Sol in seiner Version vollständig verzichtete.
Der Zugang zu Fable 5 verläuft seit dem Debüt am 9. Juni ungewöhnlich sprunghaft. Das Modell startete mit kostenlosem Zugriff bis zum 22. Juni, ging dann wegen des Exportstreits vorzeitig offline, kehrte am 1. Juli mit strengerer Wochenbegrenzung zurück, und sah seine Paywall-Deadline anschließend zweimal verschoben – zunächst auf den 12., inzwischen auf den 19. Juli.
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