Bitcoin (BTC) könnte laut Fidelity an einem Marktzyklus-Tiefpunkt stehen: Mehr als 40 % des langfristigen Angebots – inzwischen fast 15 Millionen Coins – liegen aktuell unter Wasser.
Wichtigste Punkte:
- Fidelity signalisiert einen möglichen Bitcoin-Boden, da Langfristanleger nahe an 15 Millionen Coins heranrücken.
- Rund 40 % dieser Bestände liegen im Verlust und erinnern an frühere Zyklustiefs.
- Die Nachfrage nach Spot-Bitcoin-ETFs bleibt verhalten; Glassnode warnt, dass dies eine schnelle Erholung ausbremsen könnte.
Fidelity sieht Zyklustief in Reichweite
Forschungsanalyst Zack Wainwright von Fidelity stellt fest, dass Anleger, die ihre Coins seit mehr als sechs Monaten halten, kurz davorstehen, einen Rekordwert von 15 Millionen Bitcoin zu erreichen – der bislang größte Langfristbestand.
Nahezu 40 % dieser Coins werden derzeit unterhalb ihres Einstandspreises gehandelt – ein Anteil, der in der Vergangenheit häufig mit Phasen der Bodenbildung am Markt zusammenfiel.
Im 30-Tage-Durchschnitt ist der Anteil der im Verlust befindlichen Coins auf 50 % gestiegen, nachdem der Kurs in dieser Woche unter 63.000 US-Dollar gefallen ist. In früheren Zyklen drehte der Markt jeweils nach oben, sobald dieser Wert grob zwischen 46 % und 56 % lag.
Während des Bärenmarkts 2022 erreichte der Anteil der verlustreichen Coins einen Höchststand von knapp 50 %, als Bitcoin bei rund 16.000 US-Dollar den Tiefpunkt markierte – ein Muster, von dem Analysten warnen, dass es sich eher „reimt“, als dass es sich exakt wiederholt.
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Glassnode warnt vor schwacher ETF-Nachfrage
Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten seit Dienstag drei Tage in Folge Zuflüsse, doch im Monatsvergleich bleibt der Trend klar schwach. Daten von Glassnode zeigen anhaltende Abgaben bei den beiden größten Anbietern BlackRock und Fidelity – in einem Tempo, das dem Rückzug im bisherigen Verlauf von 2025 nahekommt. Die Richtungssicherheit der Investoren in beiden Fonds bleibt entsprechend gering.
Allein der Juni verbuchte die höchsten Monatsabflüsse seit Auflage der Produkte Anfang 2024.
Über 30 Tage hinweg lagen die Abflüsse zur Jahresmitte bei zeitweise mehr als 2.000 Bitcoin pro Tag, bevor sie in dieser Woche auf etwa 1.250 Coins zurückgingen.
Die ausgedünnten Handelsvolumina deuten auf nachlassende Spekulation hin. Laut Glassnode könnte dies eine nachhaltige Erholung weiter nach hinten verschieben – bis Käufer wieder deutlich aktiver werden.
Bitcoin testet die 60.000-$-Unterstützung
Zuletzt notierte Bitcoin bei rund 62.800 US-Dollar, rund 4 % im Minus und kurz davor, die leichte Erholung nach den zuletzt etwas schwächeren Inflationsdaten vollständig wieder abzugeben.
Am Optionsmarkt positionierten sich Händler zuletzt defensiver: Bärische Wetten häufen sich im Bereich von 62.500 und 56.000 US-Dollar, während einige Optimisten weiterhin auf 68.000 bzw. 79.000 US-Dollar setzen. Diese Verteilung spricht für einen Seitwärtsmonat Juli in einer Spanne von grob 55.000 bis 70.000 US-Dollar.
Die übergeordnete Korrektur läuft seit Oktober, als Bitcoin zeitweise über 126.000 US-Dollar gehandelt wurde. Der Rückgang um mehr als 50 % seit diesem Hoch – deutlich weniger als der 77-%-Einbruch bis zum Tief von 2022 – lässt den Markt weiter nach einem tragfähigen Boden suchen.
Fidelity-Stratege Jurrien Timmer beobachtet den Kurs im Verhältnis zu einer seit Jahren gültigen Unterstützungszone nahe 58.000 US-Dollar. Marktteilnehmer betrachten inzwischen die Marke von 60.000 US-Dollar als entscheidende Verteidigungslinie, bevor makroökonomische Gegenwinde die nächste größere Bewegung vorgeben.
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