Bitcoin (BTC) zeigte kaum eine unmittelbare Reaktion, nachdem MSCI bestätigte, dass es Bitcoin-Treasury-Unternehmen wie Strategy in seinen globalen Aktienindizes belassen werde – eine Entscheidung, die monatelange Unsicherheit über mögliche Zwangsverkäufe ausräumte.
Das Ausbleiben einer starken Kursbewegung hat einige Anleger verwundert, da die MSCI-Ankündigung ein zentrales Abwärtsrisiko beseitigte.
Marktteilnehmer erklären jedoch, dass die verhaltene Reaktion eine tiefere strukturelle Veränderung widerspiegelt: Die überarbeitete Behandlung durch MSCI entfernt zugleich eine mechanische Quelle passiver Käufe, die zuvor dabei half, Eigenkapital in Richtung Bitcoin zu lenken.
MSCI entfernt Verkaufsrisiko und Kaufdruck
MSCI entschied am Dienstag, digitale‑Asset‑Treasury-Unternehmen nicht aus seinen Global Investable Market Indexes auszuschließen, sodass bestehende Mitglieder weiterhin enthalten bleiben, sofern sie andere Zulassungskriterien erfüllen.
Diese Entscheidung löste eine Rallye der Strategy-Aktie aus, die um mehr als 4 % zulegte und sich um die Marke von 170 US‑Dollar bewegte, da Anleger den Wegfall des indexbedingten Verkaufsrisikos begrüßten.
Gleichzeitig führte MSCI Beschränkungen ein, die die Funktionsweise der Indexnachfrage grundlegend verändern.
Nach dem aktualisierten Ansatz wird MSCI weder die Anzahl der Aktien noch die Inklusionsfaktoren für Unternehmen erhöhen, deren digitale‑Asset‑Bestände 50 % der Gesamtaktiva übersteigen, noch wird neue Aktienemission automatisch vollständig im Indexgewicht widergespiegelt.
Diese Änderung ist bedeutsam, weil sie eine Rückkopplungsschleife unterbricht, von der Bitcoin-Treasury-Unternehmen bislang profitierten.
Wie die Kapitalschleife funktionierte – und warum sie jetzt unterbrochen ist
Unter der früheren Indexmechanik passte MSCI die im Index geführte Aktienanzahl in der Regel an, wenn ein Unternehmen wie Strategy neue Aktien zur Kapitalaufnahme ausgab.
Passive Fonds, die MSCI-Benchmarks abbilden, mussten daraufhin ihren proportionalen Anteil der neu ausgegebenen Aktien kaufen, wodurch automatische Nachfrage entstand.
Dieser erzwungene Kaufdruck half den Unternehmen, effizient Kapital aufzunehmen, das im Fall von Strategy häufig zum Erwerb weiterer Bitcoin eingesetzt wurde.
Das Ergebnis war ein indirekter Übertragungseffekt, bei dem passive Eigenkapitalzuflüsse in zusätzliche Bitcoin-Nachfrage übersetzt wurden.
Da MSCI die Aktienanzahl für diese Unternehmen nun einfriert, gilt dieser Mechanismus nicht mehr.
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Neue Aktienemissionen werden keine Index-Neugewichtung mehr auslösen; passive Fonds sind daher nicht mehr gezwungen, zusätzliche Aktien zu kaufen.
Treasury-Unternehmen müssen sich stattdessen auf diskretionäre Anleger stützen – oft zu höheren Kapitalkosten oder mit Abschlag auf den Kurs –, was ihre Fähigkeit zur Kapitalaufnahme und zum Ausbau ihrer Bitcoin-Bestände potenziell begrenzt.
Warum sich Bitcoin und Aktien unterschiedlich entwickeln
Die Regeländerung erklärt, warum die Strategy-Aktie aus Erleichterung zulegte, während Bitcoin selbst in einer Handelsspanne blieb. Die Aktienmärkte reagierten auf den Wegfall des mit einem Indexausschluss verbundenen Zwangsverkaufsrisikos.
Die Bitcoin-Märkte hingegen verarbeiten die Tatsache, dass eine wenig offensichtliche, aber bedeutende Quelle struktureller Nachfrage nun gedeckelt ist.
De facto hat MSCI gleichzeitig sowohl das Abwärtsrisiko als auch den Aufwärtshebel entfernt.
Ersteres stützte die Treasury-Aktien, während Letzteres die Erwartungen zusätzlicher Bitcoin-Käufe senkt, die bislang von passiven Indexzuflüssen getrieben waren.
Die Sorgen rund um einen MSCI-Ausschluss hatten sich vor allem darauf konzentriert, dass große indexnachbildende Fonds ihre Positionen möglicherweise in großem Stil abbauen würden. Dieses Risiko ist nun vom Tisch.
Die MSCI-Entscheidung signalisiert jedoch auch, dass Bitcoin-Treasury-Strategien beim Ausgeben neuer Aktien nicht länger automatisch von der Teilnahme passiver Kapitalströme profitieren.
Eine Verschiebung hin zu direkter Bitcoin-Nachfrage
Marktbeobachter sagen, dass diese Entwicklung die übergeordnete Adoptionsgeschichte von Bitcoin nicht schwächt, aber die Quelle der marginalen Nachfrage verändert.
Künftige Kurssteigerungen dürften stärker von direktem Spotkauf, ETF-Zuflüssen, makroökonomischen Rahmenbedingungen und institutionellen Allokationsentscheidungen abhängen als von Aktienindex-Mechaniken.
Der Vorfall unterstreicht, wie tief Bitcoin inzwischen in die traditionelle Finanzinfrastruktur eingebettet ist – und wie Änderungen auf Indexebene die Kryptomärkte auf subtile, aber wirkungsvolle Weise beeinflussen können.
Vorerst hat die MSCI-Entscheidung den Ausblick für Bitcoin-Treasury-Unternehmen stabilisiert, während sie im Hintergrund die Mechanik umverdrahtet, die einst ihre Wirkung auf den Bitcoin-Preis verstärkte.
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