Bitcoin (BTC) hält sich weiter über 60.000 Dollar, trotz neuer geopolitischer Spannungen. Die anhaltend schwache Nachfrage am Spotmarkt nährt jedoch Zweifel, ob die jüngste Erholung tragfähig ist.
Wichtigste Punkte:
- Bitcoin verteidigt die Unterstützungszone um 60.000 Dollar trotz steigender Ölpreise und neuer Unsicherheit im Zusammenhang mit dem US-Iran-Konflikt.
- Großanleger („Wale“) drehen zunehmend auf die Long-Seite, während Privatanleger weiter mit fallenden Kursen rechnen.
- Die negative Kassennachfrage bleibt das Haupthindernis für eine nachhaltige Bewegung in Richtung 65.000 bis 70.000 Dollar.
Bitcoin-Unterstützung
Bitcoin hat seine zentrale Unterstützungszone gehalten, nachdem US-Präsident Donald Trump sich aus der Waffenruhe mit Iran zurückgezogen hat und damit die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten erneut unter Druck setzte. Die Ölpreise zogen um mehr als 5 % an und näherten sich der Marke von 75 Dollar – ein Niveau, das in der Vergangenheit häufig mit breiteren Korrekturen am Kryptomarkt einherging.
Bislang wiederholt sich dieses Muster jedoch nicht.
In der Erholungsphase Ende Juni und Anfang Juli legte Bitcoin über 6 % zu, obwohl die Energiekosten gleichzeitig stiegen. Diese Divergenz deutet darauf hin, dass Marktteilnehmer das geopolitische Risiko derzeit eher einpreisen, anstatt ihre Positionen aggressiv abzubauen – auch wenn die Stärke bislang nicht in einen klaren Ausbruch gemündet ist.
Daten von CoinGlass zeigen, dass innerhalb von 24 Stunden Long-Positionen in Bitcoin im Volumen von mehr als 13 Millionen Dollar liquidiert wurden, da gehebelte Spekulanten aus dem Markt gedrängt wurden. Dennoch verteidigte Bitcoin seine Unterstützungszone, was darauf hindeutet, dass der Rückgang überschüssige Hebelpositionen bereinigt hat, ohne die übergeordnete technische Struktur zu beschädigen.
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Bitcoin-Wale
Die Aktivitäten der Wale werden nun zum entscheidenden Test, ob die Erholung auf einem soliden Fundament steht. Die Analyseplattform Alphractal berichtet, dass ihr „Whale vs. Retail Delta“ wieder anzieht: Größere Marktteilnehmer bauen Long-Engagements auf, während kleinere Konten weiter auf fallende Kurse setzen.
Die Käufe großer Adressen nahmen insbesondere im Bereich des jüngsten Bitcoin-Tiefs um 58.000 Dollar zu.
Gleichzeitig zeigt Datenmaterial von CryptoQuant, dass die 30-Tage-Kassennachfrage für Bitcoin seit Dezember 2025 durchgehend negativ ist. Die Kennzahl fiel Mitte Juni bis auf rund minus 273.000 BTC und erholte sich seither auf etwa minus 100.000 BTC. Das signalisiert, dass das verfügbare Angebot am Spotmarkt nach wie vor nicht vollständig absorbiert wird.
Diese Lücke macht den Markt stark abhängig von anhaltenden Zuflüssen durch Wale. Eine spürbare Verbesserung der Kassennachfrage könnte den Weg für einen erneuten Anlauf in Richtung 65.000 bis 70.000 Dollar ebnen. Bleibt sie jedoch schwach, würde die aktuelle Seitwärtsphase anfällig für eine schärfere Gegenbewegung – und das Narrativ einer Bullenfalle gewinnen an Überzeugungskraft.
Das Problem ist damit nicht nur kurzfristiger Natur: Seit die Kennzahl im Dezember 2025 ins Negative gedreht hat, hat sie sich zwar vom Juni-Tief erholt, aber sie signalisiert weiterhin keine nachhaltige Expansion. Damit bleibt die jüngste Widerstandsfähigkeit von Bitcoin bislang ohne Bestätigung durch eine breit getragene Käuferbasis.
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